Freiwillige Feuerwehr und Kulturzentrum Oberkassel: Feuer löschen und Figuren malen

Freiwillige Feuerwehr und Kulturzentrum Oberkassel : Feuer löschen und Figuren malen

Erst eine Grillwurst bei der Freiwilligen Feuerwehr, dann zum Yoga ins Alte Rathaus: Am Sonntag war das möglich, wenn man es denn wollte. Die Oberkasseler Löscheinheit und das Kulturzentrum feierten am gleichen Tag ihre Sommerfeste, und das war auch so abgesprochen, in der Hoffnung, dass die Besucher der einen Veranstaltung auch nach nebenan zur anderen gingen.

Beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr wurde natürlich mehr geboten als Gegrilltes: Kinder konnten sich unter anderem auf der Hüpfburg austoben, Getränkekisten stapeln und den "Firetrainer" ausprobieren. Das Gerät spuckt echtes Feuer, das man mit Wasser aus einem Schlauch treffen soll - eine Übung für die Jugendfeuerwehr. Die Besucher konnten mittags auch dem Tambourcorps Grün-Weiß lauschen, der traditionell auf dem Fest spielt. Im Lauf des Tages wurde weiterhin eine Schauübung abgehalten.

Außerdem wurden zwei Oldtimer ausgestellt, auf die der Löschzug sehr stolz ist: Der Tragkraftspritzenwagen 15 TS wird 60 Jahre alt, der dazugehörige Anhänger (TSA) ist mit Baujahr 1938 sogar noch älter. Der TS, der eine Spritze vorne und eine auf dem Dach montiert hat, war das erste motorbetriebene Fahrzeug, das die damalige Gemeinde Oberkassel für ihre Feuerwehr anschaffte. "Der ist voll einsatzbereit", sagte der stellvertretende Jugendwart Simon Sauer. Er werde nur für Repräsentationszwecke verwendet - zuletzt etwa bei der Hochzeit eines Kameraden.

"Er wurde 1981 außer Dienst gestellt", erklärte Löscheinheitsführer René Mülhens. Städtische Fahrzeuge würden nach der Ausmusterung normalerweise veräußert, sagte er. "Aber die Zuständigkeiten waren unklar." Deshalb setzte er über die Jahre im Katastrophenschutzlager Staub an, bis er zufällig wiedergefunden wurde. Er wird jetzt von den Aktiven gewartet, die unter anderem 2010 einen Motorschaden beheben mussten. Kürzlich habe man den Innenraum aufgearbeitet. Die Kosten dafür zahlte der Förderverein.

Für Mareike und Clara, beide neun Jahre alt, war das Familiensommerfest im Alten Oberkasseler Rathaus interessanter. Besonders der leuchtende Maltisch hatte es ihnen angetan: Auf einer von unten beleuchteten Fläche war feiner Sand verteilt, in den man mit den Fingern Figuren malen konnte.

In den anderen Räumen gab es fertige Kunstwerke zur Überschrift "dieser Sommer" zu sehen, zum Beispiel die "Spiegelbilder": mit Motiven bemalte Spiegel. Beteiligt waren das Kunststudio Oberkassel und Schüler des Ateliers Schaffensfelder. Es gab Gedichte sowie Strandbilder von Susanne Kress, die außerdem das "Strandcafé" betrieb.

Es wurden auch Übungen mit Tanz und Bewegung, Yoga, ein Clownsworkshop, eine Schreibwerkstatt sowie Konzerte angeboten. "Wir bringen praktisch die Bilder in Bewegung", sagte die Künstlerin Britta Schaffeld. Sie konnte sich über guten Zuspruch im Kulturzentrum freuen. "In Oberkassel kommt das jetzt langsam in die Köpfe rein", stellte sie erfreut fest.

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