Polizei berät Hausbewohner: Fensterbohrer in Geislar unterwegs

Polizei berät Hausbewohner : Fensterbohrer in Geislar unterwegs

In der Nacht zu Mittwoch waren erneut Einbrecher in Geislar unterwegs. Nach der Aurelianastraße am Wochenende sind nun vier Häuser an der Hammstraße und erneut zwei Gebäude an der Aurelianastraße betroffen.

Die Täter ordnet die Polizei der Gruppe der sogenannten Fensterbohrer zu. Das erklärt sich aus ihrer Technik: Sie bohren Terrassentüren in Höhe der Türklinke auf, schieben einen Draht durch das Loch und drehen damit die Klinke auf, um sich Zutritt zu verschaffen. In zwei Fällen kamen die Einbrecher durch den rückwärtigen Garten, zerstörten die per Bewegungsmelder gesteuerten Außenleuchten und machten sich an den Türen zu schaffen.

In fünf der sechs Einbruchsversuche kamen die Täter nicht zum Zuge, weil die Hausbesitzer ihre Türen und Fenster mit besonderen Riegeln gesichert hatten. So blieb nach ersten Schätzungen der Polizei außer dem Schrecken darüber, dass während der Nacht Unbekannte am Haus hantierten, ein Schaden von rund 2000 Euro pro Immobilie. In ein Haus an der Aurelianastraße konnten die Täter eindringen. Was sie mitnahmen, war gestern noch nicht klar.

Kriminalist Kok Tropschug von der Spurensicherung hatte den Vormittag über zu tun, um die Tatorte in Augenschein zu nehmen, die Schäden zu dokumentieren und etwaige Täterspuren zu sichern. Dabei nahm er Proben von möglichen DNA-Rückständen. Außerdem fotografierte er alle Schäden.

"Wir haben es hier mit Profis zu tun, die Handschuhe benutzen und kaum Spuren hinterlassen", so Tropschugs Folgerung. Dennoch sei es wichtig, alle Spuren zu sichern, die manchmal erst Jahre später dazu führen können, die Tat einer Person zuzuordnen. Ihm war die Genugtuung anzumerken, dass die Täter diesmal in der Hammstraße an der guten Haussicherung gescheitert sind. "Einbrecher stehen immer unter Zeitdruck, deshalb muss es ihnen der Hausbesitzer so schwer machen wie möglich."

Nach der Tatortaufnahme und Spurensicherung übernahm das Kriminalkommissariat 34 die weiteren Ermittlungen. Wer in der Nacht zum Mittwoch in der Hammstraße, der Aurelianastraße oder den umliegenden Straßen verdächtige Personen oder Fahrzeuge beobachtet hat, wird um Hinweise an die Ermittler unter 02 28/1 50 gebeten.

Derzeit ist ein Präventionsteam der Beueler Polizei unterwegs. Gestern beispielsweise suchten Torsten Löv und Friedhelm Herholz Hausbewohner in Vilich-Müldorf auf. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne "Riegel vor!" sind sie unterwegs, um über Einbruchschutz zu beraten, um Einbrüche aufzuklären und weiteren Straftaten vorzubeugen.

"Alleine in der vergangenen Woche wurde in diesem Bezirk sechsmal versucht einzubrechen - viermal hat es geklappt", sagt Gerd Mainzer, Leiter der Polizeiwache Ramersdorf. Die Zahl der Einbrüche nehme insbesondere im rechtsrheinischen Talbereich kontinuierlich zu, daher sei es an der Zeit, "Kräfte zu bündeln und den Schwerpunkt auf Einbruchskriminalität zu setzen", so Pressesprecherin Daniela Lindemann. Die Beamten fehlten dann allerdings an anderen Stellen.

"Das Präventionsteam besucht die Betroffenen Zuhause, begutachtet mit ihnen die Schwachstellen an Fenstern und Türen, schlägt Verbesserungen vor und bietet persönliche Hilfe an", sagt Mainzer. Es kommt auch vor, "dass den Beamten erst bei den Hausbesuchen über Einbruchsspuren, wie zum Beispiel Fensterbohrer sie hinterlassen, berichtet wird", so Lindemann. Viele seien zögerlich, die 110 zu wählen, "dabei sind diese Hemmungen fehl am Platz", sagt Mainzer ausdrücklich. "Hinweise aller Art sind wichtig. Wir können nicht in jeder Straße sein, gerade in diesen verzweigten Wohngebieten." In Ortsteilen wie Vilich-Müldorf kenne man seine Nachbarn. "Da fällt es auf, wenn sich jemand, der zuvor nie in der Straße gesehen wurde, die Häuser genau anschaut."

Löv vom Präventionsteam ist als Bezirksdienstbeamter neben Vilich-Müldorf auch für Geislar, Schwarzrheindorf, Vilich und Vilich-Rheindorf zuständig. "Er kennt den Ort und die Menschen, und die Menschen kennen ihn. Daher ist er der Richtige für die Hausbesuche." Herholz ist Einbruchschutz-Berater. "Ich setze bei der Nutzung von Vorhandenem an. Die Fenster nicht auf Kipp lassen und die Tür immer abschließen - auch wenn man das Haus nur kurz verlässt", erklärt er. Darüber hinaus bewerbe er abschließbare Fenstergriffe und Pilzkopfverriegelungen, die ein Aushebeln der Gartentür so gut wie unmöglich machen.