"Jägertag" in Niederholtorf: Fanfarenklänge beim Baumkauf

"Jägertag" in Niederholtorf : Fanfarenklänge beim Baumkauf

Anto (6) hätte ja am liebsten einen richtig großen Weihnachtsbaum gehabt, wenigstens drei Meter hoch. Aber der hätte beim besten Willen nicht in die Wohnung gepasst. Mit seinem Papa Martin Magunia suchte er beim Weihnachtsbaumverkauf auf dem Jägertag des Hegerings Beuel beim Forsthaus Niederholtorf stattdessen einen Zwei-Meter-Baum aus, der auch ganz ordentlich aussah und sich wenigstens auch leicht im großen Auto transportieren ließ.

"Wir kommen seit vier Jahren her", so Magunia. Es gebe zwar auch Verkaufsstellen, die näher lägen. "Aber das hier sind Bäume, die hier aus dem Wald kommen und nicht von sonst wo her." Antos Schwester Tilda (4) interessierte sich mehr für die ausgestopften Tiere, die die rollende Waldschule zum Jägertag mitgebracht hatte. Den Dachs und das Eichhörnchen kannte sie schon.

Dort waren aber auch andere Tiere zu sehen: Marder, Waschbär und Kormoran breiten sich immer weiter aus. "Der Marder liebt Haus, Hof und Auto", erklärte Reinhard Wolf, Vorsitzender der Jägerschaft Bonn. Der Waschbär sei besonders in Hessen zu finden, mitunter auch in Wohnungen etwa in Kassel, aus denen sie sich nicht mehr vertreiben lassen.

Das Tier sei aber nicht nur lästig, sondern auch eine Bedrohung: "Der räumt die Bodenbrüter ab." Und der Kormoran mache den Fischern zu schaffen. Der Wasservogel brütet in Kolonien auf Bäumen. "Diese Nistbäume kann man vergessen: Sie verkalken und sterben ab", so Wolf. Diese Bäume seien den Ausscheidungen der Vögel nicht gewachsen.

Auf dem Jägertag gab es noch mehr zu sehen: Uhu Cheyenne begeisterte auch in diesem Jahr die Besucher, man konnte sich über alles rund um den Wald und die Jagd informieren, Weihnachtsbasteleien kaufen oder auch Wurst und Fleisch von Reh und Wildschwein.

Die Beueler Bläsergruppe ließ ihre Fanfaren erklingen, Falkner präsentierten die Arbeit mit den Jagdvögeln, und Mitglieder des Jagdgebrauchshundevereins der Siegkreisjäger stellten ihre Arbeit vor. Förster Bernd Sommerhäuser erklärte den Besuchern vieles rund um Ausbildung und Aufgaben der kleinen Jagdhunde: Sie durchstöbern den Wald, scheuchen Tiere aus ihren Bauen und können geschossenes Wild mit dem "weichen Maul" weitgehend unversehrt apportieren.

Mehr von GA BONN