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Bauhaus-Baustelle: "Es gibt leider keine Alternative"

Bauhaus-Baustelle : "Es gibt leider keine Alternative"

Bezirksvertreter können Ärger über Bauhaus-Baustelle verstehen. Um den Bürgerzorn in Sachen Bauhaus-Baustelle nicht noch weiter anzustacheln, hatte sich die Bezirksvertretung für ihre Sitzung am Mittwochabend eine ungewöhnliche Vorgehensweise ausgedacht.

Damit die zahlreichen Bürgeranträge, die wegen der Kürze der Zeit nicht auf der Tagesordnung standen, behandelt werden konnten, hat Bezirksbürgermeister Guido Déus die Sitzung formell unterbrochen und den Sprecher der Bürgerinitiative, Werner Janik-Mehlem, zu Wort kommen lassen.

Noch einmal wurden die massiven Belastungen durch die sogenannte "dynamische Bodenverdichtung" der ehemaligen Mülldeponie aufgelistet. "500 Erdstöße pro Tag von morgens 7 bis abends 18 Uhr sind unerträglich", sagte Janik-Mehlem und forderte den sofortigen Baustopp.

Dieser Forderung kam die Bezirksvertretung nicht nach, weil sie nach den Ausführungen der Fachverwaltung keine Alternative zu dieser Bautechnik sah. "Wenn wir einen Baustopp beschließen würden, kämen garantiert Regressforderungen auf die Stadt zu", sagte Déus. Außerdem habe die Baufirma zugesagt, dass die Bodenrammungen in den nächsten Tagen beendet würden.

"Es war uns von Anfang an klar, dass die Errichtung des Baumarkts auf einem schwierigen Baugrund geschieht", so Sigrun Scharf vom Bauordnungsamt. Die Stadt habe aber das Projekt von Anfang an eng begleitet, teilweise sogar mit Fachgutachtern. Und alle Proben hätten ergeben, dass die gesetzlich zulässigen Belastungsgrenzen bei Weitem nicht erreicht worden wären, so Scharf.

Die Stadt räumte ein, dass die Information der Anlieger seitens der Baufirmen nicht optimal abgelaufen sei. Sie habe sich vor Ort einen Eindruck von den Erdschwingungen verschafft. Subjektiv sei das Empfinden der Bürger teilweise nachzuvollziehen, so Scharf.

Eine solche Belastung sei maximal 26 Tage am Stück zulässig, mehr nicht. Deshalb müssten die Bauarbeiten eigentlich am 4. Juli abgeschlossen werden. Diese Zusage will auch Ralf Laubenthal (SPD) vom Bauleiter erhalten haben: "Ich war dort und muss sagen, der Lärm geht auf die Nerven. Ich kann den Ärger verstehen, aber es gibt keine Alternative."

Zehiye Dörtlemez (FDP) beklagte, dass die Politiker über Art und Ausmaß der Belastungen auch nicht informiert worden wären: "Die Informationspolitik der Stadt reicht mir nicht aus." Ros Sachsse-Schadt (Die Grünen) merkte an: "Die Stadt macht es sich in diesem Fall zu einfach. Bei der Baustelle handelt es sich um ein ehemaliges Altlasten-Gelände der Stadt. Da kann man nicht einfach jegliche Verantwortung auf den Bauherren abschieben."

Ihr Fraktionskollege Michael Seeland fragte nach der Kontamination des Grundwassers durch die Deponiegase. Die Stadt bestätigte eine entsprechende Grundwasserbelastung. Die Werte lägen aber im zulässigen Bereich und würden seit Jahren ständig kontrolliert. Die Verwaltung machte deutlich, dass Schäden an Häusern, die von den Bauarbeiten herrühren könnten, dem Bauherren gemeldet werden müssten. Diese Probleme müssten privatrechtlich geklärt werden. Die Baufirma zeige sich diesbezüglich aber sehr kooperativ und würde zu jedem gemeldeten Schaden einen Gutachter schicken.