Beuelerinnen bestücken Offenen Bücherschrank mit Flüchtlingsreportagen: Erschütternde Schicksale

Beuelerinnen bestücken Offenen Bücherschrank mit Flüchtlingsreportagen : Erschütternde Schicksale

"In unserem Mittelmeerurlaub haben wir die Reportage ?Über das Meer - Mit Syrern auf der Flucht nach Europa? von Wolfgang Bauer gelesen und es hat uns nicht mehr losgelassen", sagt Claudia Stiehm.

"Der Journalist hält den Lesern unmittelbar vor Augen, was dort passiert. Das Buch ist anders als alles, was wir bislang zur Flüchtlingsthematik gelesen haben, weil es einer anonymen Menge ein Gesicht gibt, weil es Schicksale und Hintergründe beleuchtet, die sonst unbekannt bleiben würden", sagt die Beuelerin.

"Nach der Lektüre wollten wir sehr vielen Leuten die Möglichkeit geben, das Buch zu lesen. Die Erfahrung ist uns so viel wert, dass wir sie teilen möchten", sagt Nadine Neuse. Die jungen Frauen kauften zunächst zehn Bücher, die sie im Freundeskreis kursieren ließen.

"Alle, die es gelesen haben, sagten uns sofort ihre Unterstützung zu", sagt Stiehm. So kamen die Frauen auf die Idee, den Bücherschrank am Beueler Rheinufer komplett mit Büchern von Bauer über die Flüchtlingsschicksale zu füllen.

252 Exemplare sollen zur Verfügung stehen

Ab dem 2. Oktober, dem Tag des Flüchtlings, sollen dort 252 Exemplare zur Verfügung stehen. Dafür suchen Claudia Stiehm und Nadine Neuse Unterstützer. Die Bürgerstiftung als Besitzerin des Bücherschranks stellt diesen gerne zur Verfügung.

"Die Projektidee hat uns sofort überzeugt. Das Buch von Wolfgang Bauer macht den Schrecken der Flüchtlingskatastrophe bewusst und weckt das Bedürfnis zu helfen. Es freut uns, dass der Offene Bücherschrank in Beuel im Mittelpunkt dieser von großem ehrenamtlichem Engagement getragenen Aktion steht", sagt Jürgen Reske, Geschäftsführer der Bürgerstiftung Bonn.

"Wir waren total erstaunt und begeistert, dass Bürgerstiftung, Verlag und Autor gleich bereit für die Aktion waren. Wir haben erkannt, es lässt sich etwas bewegen, wenn man es anfängt", sagt Stiehm. "Ein Bücherschrank stellt ein Angebot und einen Ort für den Austausch dar, zu dem jeder Mensch Zugriff hat", sagt Neuse.

Es gibt so viele Bücher, wie die Spenden es erlauben

Außerdem setze er nichts voraus, wie etwa eine Bibliothek einen Ausweis oder eine Buchhandlung ein Zahlungsmittel. Der Ort hier am Rhein ist ideal und der Bücherschrank wird sehr gut angenommen. Wir werden so viele Bücher einstellen, wie es die Spenden erlauben", sagt Stiehm.

Ein Exemplar des Buches kann mit einer Spende in Höhe von 9,10 Euro finanziert werden. Verlag und Autor gewähren Rabatt.

Jedes Buch, das zur Aktion gehört, bekommt einen Aufdruck "Bonner Bücherschrank bewegt", damit es nicht verkauft werden kann. Die Bücher, die sonst im Bücherschrank stehen, werden für die Dauer der Aktion verwahrt und anschließend wieder eingestellt.

"Das bedeutet zwar, dass die Leser für die Zeitspanne keine Auswahl haben. Aber wir finden, das ist ein starkes Statement, und so werden die Besucher mit dem Thema konfrontiert und hoffentlich auch zum Nachdenken angeregt", sagt Stiehm. Die Hälfte der benötigten Summe haben die jungen Frauen beisammen.

Informationen auf www.betterplace.org/p32590 [kein Linktext vorhanden]

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