Übergang am Konrad-Adenauer-Platz : Entscheidung über Ampelabschaltung in Beuel vertagt

Übergang am Konrad-Adenauer-Platz : Entscheidung über Ampelabschaltung in Beuel vertagt

Die Entscheidung darüber, ob die Ampel des Fußgängerüberwegs am Konrad-Adenauer-Platz testweise abgeschafft werden soll, wurde vertagt. Politiker der Bezirksvertretung Beuel sind sich nicht einig geworden.

Die testweise Abschaltung der Ampel des Fußgängerüberwegs am Konrad-Adenauer-Platz zwischen Gottfried-Claren-Straße und von-Sandt-Straße könnte sich verschieben. Über die Abschaltung wurde am Mittwochabend in der Bezirksvertretung Beuel (BV) lebhaft diskutiert. Vor allem die Grünen sprachen sich gegen eine Abschaltung aus und appellierten an die Sicherheit. "Es geht hier um ein paar Sekunden, dafür möchte ich kein Menschenleben in Gefahr bringen", sagte Doro Schmitz, Fraktionssprecherin der Grünen. Ihrer Ansicht nach sei man gerade dabei, einen neuen Unfallschwerpunkt in Beuel zu erschaffen. "Wir machen die Kreuzung brandgefährlich", so Schmitz.

Hans Herschel vom Tiefbauamt der Stadt stand den Politikern Rede und Antwort. Er verwies darauf, dass die Ampel im Zuge einer Baustelle auf der Nordbrücke 2014 schon einmal abgeschaltet worden war. "Der Verkehr lief damals deutlich besser", so Herschel. Bei einer Rotphase würde die Ampel derzeit den kompletten Verkehr nach Bonn und nach Beuel sowie den Straßenbahnverkehr unterbrechen. "Die Ampel stört den Verkehrsfluss - durch eine Abschaltung würden wir Zeitgewinne haben", erklärte Herschel. Außerdem hoffe die Stadt, dass durch längere Grünphasen der anderen Ampeln Busse und andere Verkehrsteilnehmer nicht mehr im Stau stehen. 2017 habe eine Fußgängerzählung ergeben, dass in der Zeit zwischen 6 und 18 Uhr nur 775 Personen die Querung benutzt hätten.

Entscheidung vertagt

Da sich die Politik uneins war, ob man die Ampel testweise ausschalten soll, wurde eine Entscheidung vertagt. In der nächsten Sitzung der BV soll sich auch ein Experte der Stadtwerke Bonn äußern, außerdem sollen alle Fraktionen einen Fragenkatalog erarbeiten und diesen bei der Bezirksvertretungsstelle einreichen. Am 31. Oktober tagt der Hauptausschuss, in dem auch über das Thema verhandelt wird - dieser kann auch unabhängig von der BV einen Entschluss fassen.

Wie der GA erfuhr, hat die probeweise Abschaltung der Fußgängerampel noch einen bislang nicht in der Öffentlichkeit erwähnten Hintergrund. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat bereits vor Wochen der Stadt Bonn mitgeteilt, dass die Großbaustelle auf der A 565 zwischen Nordbrücke und Autobahndreieck Bonn-Nordost nicht wie angekündigt im November fertig wird, sondern erst vier Wochen später - also kurz vor Weihnachten. Damit die in den Wintermonaten höhere Verkehrsdichte nicht zu einem Verkehrskollaps in der Innenstadt führt, will die Stadt Bonn die sechsmonatige Testphase mit der Ampelabschaltung im November sofort nach Beschluss im Hauptausschuss umsetzen.

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