Ennertbräu in Bonn-Pützchen: Lorbetzkis brauen Bier fürs Beethovenjahr

Ennertbräu in Bonn-Pützchen : Neue Biersorten fürs Beethovenjahr

Uwe und Luke Lorbetzki aus Beuel bereiten im Braukübel des Ennertbräus vier bis fünf neue Craftbiere vor. Die Geschmackstests sind erfolgreich verlaufen.

Wenn Vater und Sohn beisammensitzen und sich fachlich austauschen, dreht sich in der Regel alles um des Deutschen liebstes Getränk: das Bier. Uwe (52) und Luke (19) Lorbetzki trinken nicht nur gerne Bier, sie stellen es auch her – und zwar in Pützchen im Ennertbräu.

Uwe Lorbetzki ist Braumeister von Beruf. Dieses Traditionshandwerk hat Sohn Luke von Kindesbeinen miterlebt. „Er ist im Brauhaus aufgewachsen und hat den Duft von Hopfen und Hefe im Blut“, sagte Vater Uwe im Gespräch mit dem GA.

Luke will in die Fußstapfen des Vaters treten. Er hat eine Ausbildung zum Assistent für Hotel- und Tourismusmanagement in München absolviert, studiert derzeit in Köln Betriebswirtschaft mit der Fachrichtung Gastronomiemanagement. Anschließend will er noch die Braumeisterprüfung absolvieren. „Der Beruf Brauer begeistert mich“, betonte der junge Mann.

Für das bevorstehende Beethoven-Jubiläumsjahr haben die Lorbetzkis einige Überraschungen im Köcher – besser gesagt im Braukübel. Vier bis fünf neue Biersorten sind in Vorbereitung, erste Geschmackstests verlaufen erfolgreich. Ein Beethoven-Bräu ist bereits in der lokalen Bierszene im Ausschank. Seit Mai verkauft die Familie auch einen Beethoven-Wein. Hinter dem interessant gestalteten Etikett verbirgt sich ein Grauburgunder des Weinguts Schneider aus Bad Hönningen. „Als Bonner Gastronom und Bierbrauer habe ich mir die Namen Beethoven-Bräu und Beethoven-Wein schon vor 20 Jahren sichern lassen“, sagte Uwe Lorbetzki. Trotz der Namensrechte hat er dem Weingut Pieper in Rhöndorf erlaubt, einen gleichnamigen Riesling-Wein auf den Markt zu bringen – allerdings in einer Sonderedition, limitiert auf 500 Flaschen.

Die sich ständig weiter entwickelnde Craft-Beer-Szene beobachten die Lorbetzkis mit Interesse, aber auch mit Skepsis. Auf einigen Flaschen stünde zwar der Name Bier drauf, aber ob auch echtes Bier drin sei, könne man mit Fug und Recht anzweifeln. Das Ennertbräu hingegen sei ehrlich gebrautes Bier und zwar ein obergäriges Helles - ähnlich dem Kölsch, so der Braumeister. Der Produktionsprozess dauert dank modernster Technik nur acht Stunden, nach achttägiger Lagerung ist es schmackhaft und genießbar. Aber auch Lorbetzki war schon in der Craft-Beer-Szene unterwegs: „Einer meiner ersten craftigen Versuche der Neuzeit war ein bierähnliches Getränk mit neun Prozent Alkohol. Es nannte sich Beethovens 9te und stammt aus dem Jahr 2011. Heute habe ich noch die allererste Flasche dieser Abfüllung“, sagte Uwe Lorbetzki.

Seit 23 Jahren ist das Ennert-Brauhaus auf Pützchens Markt vertreten. Mittlerweile an zwei Standorten: Pfarrzentrum Pützchen und Ecke Marktstraße/Holzlarer Weg. Aber auch auf der linken Rheinseite weiß man den Gerstensaft zu schätzen: 2018 waren die Lorbetzkis der einzige Bierausschank beim Tag der Offenen Tür in der Villa Hammerschmidt – und das bei 14.000 Besuchern.

Angefangen hat aber alles 1952: Großmutter Elisabeth Schneider eröffnete eine Trinkhalle am Ennert. 1978 übernahm Mutter Renate Lorbetzki den Betrieb. 1996 trat Sohn Uwe ins Unternehmen ein. Übrigens: Uwe Lorbetzki ist nach eigener Aussage der dienstälteste Bierbrauer Bonns. Er hat 1983 seine Lehre in der Kurfürstenbrauerei begonnen.

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