Feuerwehrleute im Beueler Rathaus geehrt: Ein Rückgrat des örtlichen Lebens

Feuerwehrleute im Beueler Rathaus geehrt : Ein Rückgrat des örtlichen Lebens

"Machen Sie weiter so!" Das ist Jochen Steins Standardsatz, wenn er als Chef der Bonner Feuerwehr Kollegen ehren darf. Am Donnerstagabend hatte er dazu im Beueler Rathaus wieder Gelegenheit.

Er hat das Feuerwehrehrenzeichen an fünf Kameraden verliehen. Das Zeichen in Silber für 25-jährige Mitgliedschaft steckte er Oberbrandmeister Andreas Bönsch von der Freiwilligen Feuerwehr Beuel und Unterbrandmeister Bernd Walgenbach von der Holtorfer Wehr an. Danach vergab er das Abzeichen in Gold für 35-jährige Mitgliedschaft an die Holzlarer Unterbrandmeister Stephan Schulte und Thomas Jacobs sowie an Brandoberinspektor Willi Welter von der Bonner Berufsfeuerwehr.

Geprägt von gegenseitiger Wertschätzung

Zuvor hatte Bezirksbürgermeister Guido Déus den Einsatz der Feuerwehrleute nicht nur bei Notfällen, sondern auch bei den Veranstaltungen im Stadtbezirk gelobt. "Sie sind eine feste Größe." 267 Freiwillige habe die Bonner Feuerwehr. "Das ist eine stabile Größe, ohne die wir im Stadtbezirk nicht auskommen würden." Der Beigeordnete Wolfgang Fuchs, Dezernent Allgemeine Verwaltung der Stadt, dankte den Anwesenden ebenfalls für ihren Einsatz auch abseits von Brandeinsätzen, für die sie viel Freizeit erübrigten. "Sie bilden ein Stück weit das Rückgrat des örtlichen Lebens."

Stein hob die Zusammenarbeit von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr in Bonn hervor. Die sei "sehr geprägt von gegenseitiger Wertschätzung", sagte er, unabhängig davon, was bei dem Einzelnen auf dem Ärmel stehe. "Für uns alle spielt das schlichtweg keine Rolle." Er sprach auch das neue Feuerschutzgesetz an, das in NRW vorbereitet wird. Das aktuelle stamme von 1998 und sei veraltet. Zum Beispiel werde darin geregelt, wie die Feuerwehren künftig die Unterstützung bei Großeinsätzen und Katastrophen außerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereichs organisieren und wer dann welche Kosten übernimmt. Solche Einsätze habe die Bonner Feuerwehr zuletzt häufiger mitgemacht, etwa als Unterstützung beim Hochwasser in Sachsen-Anhalt.

Die Gemeinschaft sei das, was er an seiner ehrenamtlichen Arbeit besonders schätze, sagte Thomas Jacobs, "dass man zusammengehört". Sein Bruder Heinrich Walter Jacobs hat die goldene Anstecknadel schon vor zehn Jahren bekommen und ist immer noch dabei. Vielleicht bekommt er seine Auszeichnung für 45 Jahre Feuerwehrdienst ja noch, oder zumindest 2019 eine für die 50 Jahre. Für so lange Dienstzeiten gibt es derzeit keine Ehrennadeln. Aber laut Stein will das Innenministerium sie einführen, weil die Zahl der Freiwilligen in der Feuerwehr, die diese Dienstzeit erreicht haben, gestiegen sei.

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