Festnahme im Kameha: Ein Gaunerleben im Luxus

Festnahme im Kameha : Ein Gaunerleben im Luxus

Ein 24-Jähriger soll einen Schaden von 70.000 Euro angerichtet haben. Wie Oberstaatsanwältin Monika Volkhausen bestätigte, ist der mutmaßliche Serienbetrüger derzeit allerdings untergetaucht.

Richtig nobel wohnte ein 24-Jähriger mit Frau und Kind in einem der bekanntesten Bonner Hotels: Einen ganzen Monat lang soll sich der mutmaßliche Serienbetrüger im Kameha Grand eingemietet haben - zunächst in einem normalen Zimmer, dann sogar in der "King Suite" mit Dachterrasse und direktem Blick auf Rhein und Siebengebirge. Von den fälligen 16.000 Euro soll der Mann aber nur 4000 Euro bezahlt haben.

Wie Oberstaatsanwältin Monika Volkhausen bestätigte, ist der mutmaßliche Serienbetrüger derzeit untergetaucht. Die Ermittler gehen davon aus, dass er in den vergangenen zwei Jahren mehr als 30 Betrügereien begangen hat. Der Anfang der Betrugsserie scheint ein Einkauf bei Ikea gewesen zu sein: Dort soll der Verdächtige im Dezember 2012 für 320 Euro eingekauft und eine Einzugsermächtigung erteilt haben. Das Konto war jedoch nicht gedeckt, so Volkhausen.

Offenbar ging der junge Mann dann dazu über, im Internet vor allem Technikartikel wie Handys und Spielekonsolen anzubieten. Die Anzahlungen der Kunden soll er eingesteckt, die Ware jedoch nicht geliefert haben. Richtig abkassiert haben soll der 24-Jährige kurz darauf bei einer Autoplattform im Internet. Zunächst soll er einen VW Passat eines Bekannten fotografiert und für 11.000 Euro zum Kauf angeboten haben. Zwei Interessenten fielen darauf herein: Sie zahlten 300 beziehungsweise 1500 Euro an und warteten am vereinbarten Übergabetag vergeblich auf das Auto.

Für einen Liebhaber wertvoller Autos kam es noch schlimmer: Er zahlte 20.000 Euro für einen Mercedes 300 SL an. Den hatte offenbar der Verdächtige für einen Kaufpreis von 750.000 Euro ins Netz gestellt. In dem Bonner Luxushotel wurde der 24-Jährige schließlich im April dieses Jahres festgenommen. Ein Geständnis beim Haftrichter und die Angabe eines festen Wohnsitzes in Bonn hatten jedoch zur Folge, dass der junge Mann nach sechs Wochen aus der U-Haft entlassen wurde.

Kurz darauf scheint der Verdächtige allerdings untergetaucht zu sein: Derzeit wird er wieder mit Haftbefehl gesucht. Und macht offenbar dort weiter, wo er vor seiner Festnahme aufgehört hatte: So steht er im Verdacht, mit einem gemieteten Rolls-Royce an einer Tankstelle für 80 Euro getankt zu haben. Ohne zu zahlen, soll er davongebraust sein. Der angerichtete Gesamtschaden beläuft sich laut der Oberstaatsanwältin bisher auf mehr als 70.000 Euro.