Park Härle in Oberkassel: Ein Garten ist immer in Bewegung

Park Härle in Oberkassel : Ein Garten ist immer in Bewegung

Die Parkanlage ist im Besitz der Stiftung Arboretum Park Härle und in Privatbesitz. Von April bis Oktober werden Führungen angeboten.

„Möchten Sie zur Familienführung oder zur Erwachsenenführung?“, fragen Michael Dreisvogt, Technischer Leiter Stiftung Arboretum Park Härle und Park-Mitarbeiterin Monika Schild alle Besucher, die sich am Samstagmorgen am Eingang Büchelstraße zu einem Rundgang durch die frühlingshafte Parkanlage versammeln.

Die Familien-, speziell Kinderführungen sind ein Pilotprojekt der Park-Stiftung, das an diesem Vormittag startet. Rund 50 Personen möchten an den Erwachsenenführungen teilnehmen. Diese führen zwei Stunden durch die knapp fünf Hektar große Gartenanlage, die von der Büchelstraße in den neuen und in den alten Park geteilt wird.

Am Landhaus oberhalb der Garten-Terrasse im alten Park erinnert Dreisvogt an Franz Carl Rennen, damaliger Direktor der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft, der das Wochenendhaus 1870 für sich als Refugium bauen ließ und anschließend mit der Anlage eines Gartens am Hang zu den Gleisen begann.

In den 1920er Jahren hatte Carl Härle das Anwesen für sich und seine Familie erworben. „Carl Härle hat ein Grundstück gesucht, auf dem er Bäume pflanzen kann und auf dem er Potenzial sah, es weiterzuentwickeln“, berichtet Dreisvogt, während die Zuhörer die üppige mediterrane Bepflanzung bestaunen. „Mediterrane Pflanzen, die besonders hitzebedürftig sind, gedeihen hier prächtig. Deshalb nennen wir dies unsere Italien-Terrasse“, erklärt Dreisvogt. Die Teilnehmer haben viele Fragen zur Pflege der Anlage, Dreisvogt erklärt ihnen, dass durch die Hanglage keine Staunässe entsteht und hier nicht mit Kalk gearbeitet wird, die Böden aber sehr nährstoffreich sind.

Tipps für die Pflege des heimischen Gartens

Beim Spaziergang entlang der Blütenprachten, beispielsweise verschiedener Sorten Lerchensporn, gibt es auch Tipps zur Pflege alter Buchsbäume. Bewunderung zeigen die Teilnehmer für die Pflege der gesamten Gartenanlage: „Wie machen Sie das mit der Rasenfläche? Haben Sie einen elektrischen Rasenmäher oder stellen Sie Schafe da drauf?“, möchte eine Dame wissen. „Wächst eine Platane immer so bizarr?“, fragt eine andere Teilnehmerin, als die Gruppe eine Reihe großer Bäume – neben der Platane steht ein etwa 150 Jahre alter Mammutbaum – passiert.

Der auf der anderen Seite der Büchelstraße liegende neue Park befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen 1930 eingerichteten Erwerbsgärtnerei. Der Eingangsweg, den die Gruppe als nächstes passiert, wird aufgrund der Farbzusammenstellungen der Pflanzen auch gelber Weg genannt: Nach der gelben Blütenpracht folgen rosa Blüten, später wird es silbergrau. „Wir verwenden beispielsweise nicht irgendeinenen Ahorn, sondern suchen eine ganz bestimmte Farbe aus“, erklärt Dreisvogt.

Die Besucher freuen sich über blühende Teppiche aus Zwiebelpflanzen und Narzissen. „Diese hier heißt Professor Einstein“, stellt Dreisvogt eine von ihnen vor. Nicht weniger als 1500 verschiedene Gehölze und ebenso viele verschiedene Stauden kann man in der Parkanlage entdecken. „Hier wiederholt sich nichts“, weiß Dreisvogt. Allein über 300 verschiedene Farne fangen gerade an sich zu präsentieren. Seit 15 Jahren ist Dreisvogt verantwortlich für den Park und pflegt die Anlage jeden Tag. „Wir versuchen, Anknüpfungspunkte an die Arbeit von Carl Härle zu finden und sein Gartenbild weiterzumalen“, erklärt er. Das ist zweifelsfrei eine herausfordernde Aufgabe: „So ein Garten ist immer in Bewegung“.