Verein für Behindertensport: E-Rolli-Fußballer gehen in Beuel an den Start

Verein für Behindertensport : E-Rolli-Fußballer gehen in Beuel an den Start

Der Verein für Behindertensport plant für 2019 zwei große Projekte in Bonn-Beuel: eine E-Rolli-Fußballmannschaft und inklusive Skateboardkurse.

2000 Mitglieder zählt der Verein für Behindertensport Bonn/Rhein-Sieg (vfb) in Beuel. Entsprechend vielfältig sind die Themen, mit der sich die Vereinsführung beschäftigen muss. Ein Thema hat besonders Geschäftsführer Burkhard Lammsfuß beschäftigt: Neben den Sportangeboten tritt der Verein für die Rechte seiner Mitglieder ein. Und die rückläufige Förderung für Behinderte oder von Behinderung bedrohten Menschen hat diese Arbeit im vergangenen Jahr nicht einfacher gemacht. „Man hat immer mehr Kraft aufzubringen, um für die Rechte von behinderten Menschen eintreten zu können“, erklärte Lammsfuß am Montagabend bei der Mitgliederversammlung.

Der Verein für Behindertensport kümmert sich mit einem Team von Rechtsanwälten und Fachleuten um die Probleme seiner Mitglieder – zum Beispiel bei Eingliederungsproblemen. Manches lässt sich schnell mit einem persönlichen Gespräch lösen, wenn nicht Widersprüche formuliert werden. „Und wenn alles nicht reicht, müssen wir leider klagen“, sagt der Geschäftsführer in einem Gespräch mit dem GA. Auch wenn das schnell mal Jahre dauern kann, lässt sich der vfb nicht von dieser Herausforderung abschrecken: „Wir kämpfen für die Rechte unserer Mitglieder.“

Sportlich richtet sich der Blick bereits mit viel Vorfreude auf das nächste Jahr, das zwei große Projekte bereit hält. Zum einen sind dies die „Bösen Frösche“, eine E-Rolli-Fußballmannschaft. Pascal Weichert aus Bonn hat die Mannschaft, die erst die dritte ihrer Art ist, im Herbst gegründet. Im kommenden Jahr werden der Behindertensportverein und seine „Bösen Frösche“ Mitbegründer der ersten Liga des E-Rolli-Fußballs. „Dieser Sport ist gerade beim Transport aufwendig und kostenintensiv“, betonte Geschäftsführer Lammsfuß. Eine Reise zum Auswärtsspiel mit der kompletten Mannschaft kann schnell bis zu 15 000 Euro kosten. Das hindert den Verein aber nicht daran, seine Fördermöglichkeiten auszunutzen, um den Jugendlichen den Fußball zu ermöglichen.

Für das zweite Sportprojekt in 2019 ist die Reise nicht ganz so weit. Es wird ein inklusives Skateboardprojekt geben. Bereits dieses Jahr hat der Verein einen Kurs auf der neuen Skateboardanlage in der Beueler Rheinaue durchgeführt. „Das wollen wir auf jeden Fall noch intensivieren“, sagt Burkhard Lammsfuß.

Und dann geht ja auch der Vereinsalltag weiter: Das wesentliche sei, die Förderlandschaft zu behalten und weiter dafür zu kämpfen, dass alle die möchten, an den Sportangeboten teilnehmen können und alle die hier arbeiten wollen, dass auch können. Denn der Verein funktioniert wie ein Beschäftigungsunternehmen: 220 Mitarbeiter hat der Verein, allein 70 davon im Behindertenfahrdienst mit 28 Fahrzeugen.

Dieses Konzept ist Lammsfuß persönlich wichtig – sein Ansatz: „Mit behinderten Menschen Behinderte fördern.“ Bei der Mitgliederversammlung wurde außerdem die erste Erhöhung des Grundbetrags seit zehn Jahren beschlossen.

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