Superhelden in guter Mission: Drittklässler der Josefschule helfen Mensch und Natur

Superhelden in guter Mission : Drittklässler der Josefschule helfen Mensch und Natur

Drittklässler der Beueler OGS Josefschule wandeln auf den Spuren von Spiderman. In einer eigens eingerichteten Arbeitsgruppe geht es um die kleinen Heldentaten des Alltags.

Es gibt sie noch, die Superhelden – zumindest in der Josefschule in Beuel. Nicht Superman, Spiderman oder Batman, aber sechs Kinder der dritten Klasse, die an der „Superhelden AG“ teilnehmen. Schuld daran ist beziehungsweise zu verdanken haben das die Kinder Ilona Larscheid (24), die im Rahmen ihres Berufspraktikums als Erzieherin dieses Schulprojekt ins Leben gerufen hat. Zu ihrer Ausbildung und zu ihrer Abschlussarbeit gehört dazu, ein Abschlussprojekt durchzuführen, zu dokumentieren und zu präsentieren. „Superhelden AG hört sich sehr hochtrabend an“, sagt sie. „Wir befassen uns mit Alltagshelden und mit sozialem Engagement.“

Seit Beginn des Schuljahres 18/19 ist sie an der Josefschule. „Wir haben anfangs Superhelden in der Gruppe gemalt und dabei ist mir die Idee gekommen, ein Superheldenprojekt zu starten.“ Ihre Mentorin Dunja Vahle bestärkte sie darin, das Projekt in eine AG einzubringen.“ Die Teilnahme an solchen Arbeitsgemeinschaften (AGs) ist für die Schüler einer Offene Ganztags-Schule (OGS) freiwillig. Weitere AGs, die die OGS zur Auswahl stellt, sind: Tanz-, Rund-um-den-Ball-, Koch-, Töpfer-, Trommel- und Theater-AG. Eine ganz neue AG nennt sich „Gemeinsam stark“, sagt Larscheid. „Zu Beginn der AG, die im November 2018 begann, haben wir klassische Superheldenmasken gebastelt. Aber wenn wir unterwegs waren, waren alle normal angezogen.“ Doch bevor es rausging, wurden erst mal Teamspiele gespielt – teambildende Maßnahmen würde man bei Erwachsenen sagen.

Naturschutz: "Superheldenrat" beschließt Müllsammeln am Rhein

„Sumpfüberquerung“ war so ein Spiel. Dabei ging es darum, bei der Fortbewegung immer im Team synchron zusammenzubleiben. Der „Superheldenrat“ der Kinder hat aber bald beschlossen, dass man an den Rhein gehen, Müll sammeln und somit der Natur helfen solle. Da lag nach Karneval so einiges herum. Sofia (9) aus der vierten Klasse hatte die Idee mit dem Müllsammeln. „Ich wollte gern der Natur helfen“, erzählt sie. „Für mich sind Superhelden die, die anderen Menschen helfen.“

„Wir waren auch bei der Wasserschutzpolizei“, berichtet Larscheid. Denn von den Jungs kam die Idee, einmal Verbrecher zu jagen. Nur mit dem Boot der Wasserschutzpolizei konnten sie an diesem Tag nicht auf dem Rhein fahren; das war also für die jungen Superhelden nicht so der Renner, eher ernüchternd. Hätte aber zu Diego (9) aus der dritten Klasse passen können, denn für ihn ist ein Superheld, wer Menschen rettet. „Ich habe einen Erstklässler gegen einen Sechsklässler verteidigt“, erzählt er. „Und der Sechstklässler ist geflohen, nachdem ich einen Wrestling-Trick angewandt habe.“

Vorbilder: Superhelden zeigen sich von sozialer Seite

Klare Kante zeigt Mehmet-Joel (8): „Ich mache mit, weil ich Superhelden mag.“ Er hat, so sagt er, in der AG die Rolle eines „Green Panther“ gespielt. Wobei er nicht den Landespreis für kreative Kommunikation meint, sondern das Grün für den Umweltschutz. „Mitzuhelfen beim Aufräumen, der Umwelt generell zu helfen“, so sieht er seine Rolle, nicht nur in der AG.

Zum Abschluss des Projektes, verspricht Larscheid, werden alle noch etwas basteln, mit dem man ältere Menschen in einem Heim erfreuen könne. Da dürfen sich die Superhelden von ihrer sozialen Seite zeigen. Das haben doch Superman und Batman genau so vorgemacht, oder?

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