Pantheon meets Pauluskirche: Diskussionsrunde verbindet Kirche und Kabarett

Pantheon meets Pauluskirche : Diskussionsrunde verbindet Kirche und Kabarett

Was verbindet Kunst und Kirche? Dieser Frage gingen Kabarettist Rainer Pause und Priester Peter Adolf in einer Diskussionsrunde in der Pauluskirche nach.

Die Kirche St. Paulus und die in der ehemaligen Jutefabrik beheimatete Kleinkunstbühne Pantheon haben sich ausgetauscht, was Kirche und Kunst verbindet. Darüber diskutierten Rainer Pause, Kabarettist und Gründer des „Pantheon“, und der katholische, pensionierte Priester Peter Adolf. Bei der von Professor Ralph Bergold moderierten Veranstaltung ging man der Frage nach, was Kunst und Religion verbindet und ob sich zwischen der oft als „Fabrikkirche“ bezeichneten Pauluskirche und der Kleinkunstbühne eine Beziehung herstellen lasse.

Peter Adolf, der 33 Jahre als Pfarrer in der Bonner Nordstadt gewirkt hatte, ist kein typischer Vertreter der katholischen Kirche. Er ist ein Querdenker, der Frauen als Priester und verheiratete Pfarrer für theologisch vertretbar hält. Adolf berichtete, wie er das Thema ‚Nachbarschaft‘ schon immer praktiziert habe. Er hat sowohl mit dem ‚Petrus-Modell‘ Laien in die Kirche geholt, als auch Künstlern die Kirchenräume angeboten. „Zeitgenössische Kultur, Theater oder Performance-Künstler konnten bei uns in einen Dialog mit dem Bau treten“, sagte er. Und ergänzte über seine Kirche: „Wir sind in der heutigen Kultur nicht zu Hause. Wir brauchen die Kunst, um das Leben zu verstehen und um glaubwürdig zu sein.“

Kunst und Kultur verändern Menschen

Ob er sich vorstellen könne, wurde Pause von Bergold gefragt, dass er im Pantheon ein kirchliches Programm machen könne. „Kirche und Glaube ist in vielen Programmen vorhanden“, erwiderte Pause, aber ein eigens Programm damit zu machen fände er nicht so spannend. „Das Kabarett hat keine läuternde Wirkung.“ Pause sieht zwar die Situation in der Kirche, nimmt dies in seine Programme auch auf, was aber nichts mit Glaube zu tun habe.

Ob das Pantheon als Ort der Begegnung eine eigene Gemeinde habe, hakte Bergold nach. „Bei uns kommen Menschen zusammen, die nicht alleine einen schönen Abend verbringen wollen. Ihnen ist der soziale Aspekt, das gemeinsame Erleben wichtig.“ Pause glaubt auch nicht daran, dass man mit Kunst und Kultur Menschen verändern kann. Dazu Adolf: „Wenn ich anfangen würde, in der Kirche Menschen verändern zu wollen, dann kann ich einpacken.“

"Pantheon und Pauluskirche gehören zusammen"

Mit seinen geschickt formulierten Fragen zielte Bergold darauf ab, Gemeinsamkeiten von Kirche und Kabarett herzustellen, denn im Hintergrund lauerte die Kernfrage, was in Zukunft mit der Pauluskirche geschehe. Schon heute findet dort kein katholischer Gottesdienst mehr statt. Mit der schlechten Akustik sei die 'Fabrikhalle' nicht fürs Theater zu gebrauchen, meinte Pause. „Diese Kirche könnte ein Zweckraum werden, wenn er akustisch besser wäre. Mal schauen, was das Erzbistum daraus macht“.

Was dem Pantheon fehle, sei ein kleiner Raum. „Wenn der Intendant die Räumlichkeiten, die nicht genutzt werden, freigeben würde ...“, stellte er eine Idee in den Raum.„Pantheon und Pauluskirche“, stellte eine Besucherin abschließend fest, „gehören aus der Zeit der Jutefabrik zusammen. Wir müssen nicht warten, ein Kulturquartier zu werden, wir sind es bereits.“ Doch Pause zeigte sich skeptisch über die Bereitschaft der Leute, sich hier einzubringen. „Ideen alleine reichen nicht, es muss etwas Faktisches da sein.“