Metropolitankirche: Die Orthodoxen Christen der Region feierten am Sonntag ihr Auferstehungsfest

Metropolitankirche : Die Orthodoxen Christen der Region feierten am Sonntag ihr Auferstehungsfest

Eine Woche nach dem von Katholiken und Protestanten gefeierten Osterfest, konnten orthodoxe Familien in Bonn an diesem Wochenende ihr Ostern feiern.

Erzpriester Radu Constantin Miron brachte es am Sonntag Nachmittag in der mit Blumen geschmückten Griechisch-Orthodoxen Metropolitankirche Agia Trias auf den Punkt.

Viele gemischtkonfessionelle Familien in Bonn kämen hier genau eine Woche nach dem von Katholiken und Protestanten gefeierten Ostern in den Genuss eines zweiten Fests: Denn die dritte christliche Konfession, die Orthodoxie, feierte an diesem Wochenende ihr Ostern.

Und das wie jedes Mal mit vielen bewegenden liturgischen Gesängen, die die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi in die internationale Gemeinde brachten.

"Gott, erbarme dich, erbarme dich", sang auch Metropolit Augoustinos, der mit Sitz in Bonn seit 1980 für die Orthodoxie in ganz Zentraleuropa zuständig ist. Je undurchdringlicher das Dunkel um die Menschen herum zu sein scheine, desto größer müsse die Wertschätzung selbst für die kleinste Lichtquelle werden, sagt er.

"Und heute ist alles vom Licht der Auferstehung durchflutet. Lasst uns alle Traurigkeit und alle Kleinmütigkeit aus unseren Herzen verbannen und stattdessen der Freude und dem Lebensmut Raum geben", rief Augoustinos in Griechisch und Deutsch.

Mit seinen Pfarrkollegen hatte er vorne an der Ikonostase, der Bilderwand, auch in Deutsch, Griechisch, dem pontischem Dialekt und in Rumänisch die Ostertexte aus dem Johannes-Evangelium gelesen. Inbrünstig bekreuzigten sich gerade die älteren Gläubigen, zündeten Kerzen an.

Neu Hinzugekommene küssten die Ikonen am Eingang des über und über mit Heiligenbildern bemalten Gotteshauses, während die Sänger rund um den Lektor in neue liturgische Gesänge einstimmten.

Viele Gläubige hatten da schon in der vorausgegangenen "Heiligen Osterwoche" ein volles Programm hinter sich. Am Karfreitag, dem "großen Freitag", war von den Frauen der mit rosa Nelken besteckte symbolische Epithaphios, der Christussarg, geschmückt worden.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte die Gemeinde um Pfarrer Sokratis Ntallis das Osterlicht entzündet. Jetzt am Sonntagnachmittag freuten sich besonders Familien an der prunkvollen Liturgie und da natürlich auch am Blütenregen, den der Metropolit bei einem Gang durch die Kirche auf alle Teilnehmer streute.

"Es ist ein Gottesdienst der Liebe, das freudigste Fest des ganzen Jahres", erklärte am Rande Elisabeth Weber, eine deutsche orthodoxe Christin, die mit ihrer Familie jedes Ostern nach Beuel kommt.

Anschließend verteilten die Pfarrer im Kirchhof an alle Besucher rot gefärbte Ostereier. Mit einem "Christos anesti", "Christus ist auferstanden", ließ jedermann daraufhin nach alter Tradition Ei auf Ei nicht nur symbolisch aufeinander treffen. Wobei der "Verlierer" sogar belohnt wurde: Wessen Schale zu Bruch ging, der konnte sein Ei als Erster aufessen.