Einweihungskonzert in Oberkassel: Die neue „Musiktruhe“ ist da

Einweihungskonzert in Oberkassel : Die neue „Musiktruhe“ ist da

Termingerecht wurde die Orgel fertiggestellt. Rund 16.000 hat die Gemeinde aufgebracht.

„Ich war ziemlich erleichtert, als Stefanie Dröscher mir heute morgen ein Foto geschickt hat, auf dem unsere neue Truhenorgel hier an Ort und Stelle zu sehen ist.“ Das sagte Wolfgang Heinemann mit einem Schmunzeln in seiner Begrüßungsansprache am Freitagabend in der evangelischen Kirche in Oberkassel.

Die Gemeinde hatte zum Einweihungskonzert des neuen Instruments eingeladen, und der Vorsitzende des Förderkreises Kirchenmusik tat seine Erleichterung über die termingerechte Fertigstellung kund: Bis zuletzt war es nämlich nicht sicher, ob das etwa klaviergroße Instrument rechtzeitig zum Konzert vor Ort sein würde.

War es aber, und so konnte die Kantorin Publikum und Pfarrerin Anne Kathrin Quaas mit ihrem virtuosen Spiel von der guten Arbeit des Heidelberger Orgelbauers Johannes Kircher überzeugen. Rund 16 000 Euro hatte die Gemeinde aufgebracht, um das heiß herbeigesehnte Instrument anschaffen zu können; die Hälfte der Summe stammt vom Förderverein, weitere 15 Prozent steuerte die Sparkasse KölnBonn bei, und der fehlende Betrag kam durch den Verkauf sogenannter Pfeifenpatenschaften zusammen.

204 dieser Patenschaften konnte man verkaufen, drei weniger, als die Orgel Pfeifen hat. Das Instrument ist nämlich dank des Engagements ihres Erbauers ein wenig größer ausgefallen als ursprünglich geplant: „Nachdem ich gesehen habe, was hier in der Gemeinde musikalisch alles auf die Beine gestellt wird, wollte ich das auch meinerseits unterstützen“, erzählte der Instrumentenbauer am Rande.

So hat die Oberkasseler Orgel zum Beispiel ein Register mehr, als vertraglich vereinbart und ist so gebaut, dass sie auch konzertant einsetzbar ist. „Ich habe beim Material keine Kosten und Mühen gescheut“, so Kircher: Ganz aus Eiche besteht die Truhe und auch für die Klaviaturen wurden wertvolle Edelhölzer verbaut.

Die Truhenorgel beeindruckte die Zuhörer

Eingesetzt werden soll das vielseitige Musikinstrument zum Beispiel bei der Kammermusik: „Eine Truhenorgel eignet sich ideal zur Begleitung von Instrumentalisten aber auch wenn Chor oder Orchester vorne vor dem Altar stehen, ist die große Orgel oft viel zu mächtig“, erläutert Stefanie Dröscher die Anwendungsmöglichkeiten. Außerdem ist die Orgel natürlich transportabel – man kann also bei Bedarf auch in der Alten Kirche oder in Oberdollendorf spielen.

Und obwohl das Instrument an seinem neuen Standort ob der niedrigen Außentemperatur und der kurzfristigen Anlieferung noch nicht vollständig akklimatisiert war, beeindruckte die Kantoristin die Gemeinde gleich zu Beginn des Konzerts mit Jan Pieterzoon Sweelincks Variationen über „Allein Gott in der Höh’ sei Ehr“.

Das Zusammenspiel mit Instrumentalisten konnten die Zuhörer dann gleich im Anschluss bei Johann David Heinichens Sonate in g-Moll für Oboe und Basso continuo genießen – Bernhard und Christian Hess begleiteten Dröschers Spiel an den genannten Instrumenten. Außerdem waren im Verlauf des Konzerts noch Martin Braune am Corno de Caccia und Arthur Haag an der großen Orgel zu hören.

Bevor sich die Anwesenden bei einem anschließenden kleinen Empfang mit Häppchen und Getränken stärkten, schloss das kleine, aber feine Konzert mit dem gemeinsamen Gesang von „Nun danket alle Gott“.

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