Workshop in Beueler Popfarm: Die Angst vor der eigenen Stimme verlieren

Workshop in Beueler Popfarm : Die Angst vor der eigenen Stimme verlieren

Die Musikschule Popfarm hilft Amateursängern, Blockaden in der Stimme zu lösen. Beim Singen kommt es dabei auf die richtige Technik an.

„Wenn Leute nicht sprechen, sondern plötzlich singen sollen – dann blockieren sie ganz oft.“ Anke Beuth trifft öfter auf Menschen mit diesem Problem. Die Sängerin leitet die Popfarm in Beuel, eine Musikschule für Rock und Pop.

„Jeder kann singen“, behauptet die 49-Jährige und bietet einmal im Monat unter diesem Titel einen Workshop für „absolute Anfänger“ an. Auch am Sonntag sind elf Frauen und Männer in die „Popfarm“ in der Alten Tapetenfabrik gekommen, um Beuths These zu belegen.

„Ich singe sonst rund um die Uhr, aber nur aus Spaß“, erzählte Ulrike Wilmers-Schmitz. Die 51-Jährige aus Wachtberg nahm am Workshop teil, um ihre Stimme zu verbessern. „Es läuft gut bis jetzt. Ich habe schon einige technische Feinheiten gelernt, wie ich den Klang meiner Stimme verbessern kann.“

Die richtige Technik ist wichtig beim Singen, weiß Beuth: „Man muss nicht nur auf die richtige Atmung achten, sondern etwa auch auf Vokale und Silben.“ Aber das Problem vieler Anfänger sei oft ein ganz anderes: „Es geht vor allem darum, sich zu trauen“, so Beuth.

„Es kommen viele her, die schon als Kind gesagt bekommen haben, sie hätten keine schöne Stimme.“ Diesen Teilnehmern will die erfahrene Sängerin die Angst nehmen: „Sie sollen eine spielerische Freude an ihrer Stimme haben.“

Am Ende des Workshops sollen alle gemeinsam das Lied „Go Your Own Way“ von „Fleetwood Mac“ singen. Dabei hatte jeder Teilnehmer eine Liedzeile, die er solo vorsingen musste. Aber bevor es so weit war, gab es einiges zu lernen: „Ganz am Anfang haben wir den Liedtext nur gesprochen“, erklärte Beuth. Dazu kamen Übungen zur richtigen Atmung und zur Entspannung. „Außerdem ging es darum, zu verstehen, wie die eigene Stimme funktioniert.“

Genau das interessierte auch Frederic Clasen. Der 27-jährige Bonner hat schon Klavier und Schlagzeug in Bands gespielt und selber Lieder komponiert – „aber nur auf Hobbyniveau“, wie er erklärte. „Ich möchte mehr über Gesangstechniken lernen – etwa, wie ich meine Stimme formen kann.“

Die Teilnahme am Workshop hat er geschenkt bekommen. „Der Gutschein war ein richtiger Anstoß für mich, jetzt den Anfang zu machen.“ Es soll nicht bei diesem einen Workshop bleiben: „Im Anschluss werde ich auch Einzelunterricht nehmen“, so Clasen.

Sandra Spaetgens aus Beuel ist Tagesmutter. „Ich bin auch hier, weil ich mit meinen Tageskindern besser zusammen singen möchte“, sagte die 48-Jährige. „Aber ich habe auch einfach Spaß am Singen und möchte meine Singstimme etwas entwickeln.“

Außerdem erhofft sie sich, ihre Freundin ab jetzt öfter im Karaoke-Spiel „SingStar“ zu besiegen. „Was ich vor allem mitnehme ist, wie ich mich überwinde, in der Gruppe zu singen“, so Spaetgens. „Die Bereitschaft muss da sein, sich darauf einzulassen“, sagte Beuth, „dann kann jeder singen.“ Unter diesen Voraussetzungen habe sie bisher auch noch so skeptische Anfänger überzeugen können.

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