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Das Alte Beueler Damenkomitee

Proklamation der Wäscherprinzessin : Altes Beueler Damenkomitee ist Kaderschmiede für Tollitäten

Das Alte Beueler Damenkomitee stellt mit Romina I. (Markmann) bereits die 20. Wäscherprinzessin. Aktuell gehören 48 junge und jung gebliebene Frauen dem Komitee an.

Gibt es eine Aufzuchtstation für Wäscherprinzessinnen? Nein, gibt es nicht. Wenn es aber eine gäbe, trüge sie den Namen Altes Beueler Damenkomitee (ABDK) von 1824. Beuels ältestes und damit Gründungskomitee der Beueler Weiberfastnacht ist so etwas wie die Kaderschmiede für Prinzessinnen. Romina I. (Markmann), die am Freitagabend zur 62. Wäscherprinzessin proklamiert wurde, ist bereits die 20. Tollität aus den Reihen des ABDK.  Also rund ein Drittel aller Wäscherprinzessinnen stammt aus der närrischen Weiberriege, die auch stets die Obermöhn stellt. Maria Balzer, Erna Neubauer, Evi Zwiebler und Ina Harder trugen und tragen alle das rot-schwarze Kostüm mit Dreispitz und „Schwanenpelz“ auf dem Kopf.

Aktuell gehören 48 junge und jung gebliebene Frauen dem Komitee an. Die 20- bis 90-Jährigen fördern generationsübergreifend das Brauchtum und auch die Nachwuchsriege namens „Möhnchen“ – Mädels zwischen 13 und 16 Jahren – hilft mit, dass die Tradition der Beueler Weiberfastnacht aufrecht erhalten wird.

Was über 180 Jahren nur Frauen vorbehalten war, ist jetzt auch Männern möglich: Seit 2004 können sich auch karnevalsbegeisterte Partner und Freunde den jecken Weibern anschließen – allerdings nur als inaktive Mitglieder. Derzeit zählt das ABDK 89 Inaktive, wovon 47 Männer sind. Das Komitee fiebert jetzt schon dem Jahr 2024 entgegen. Dann feiert das ABDK 200. Geburtstag – was gleichbedeutend mit dem 200-jährigen Bestehen der Beueler Weiberfastnacht ist. Das Jubiläum, das sicherlich weit über die Grenzen Bonns Beachtung finden wird, prägt jetzt schon den Alltag des ABDK. Im Sommer des Vorjahres trafen sich die Vorstandsfrauen unter Leitung von Obermöhn Ina Harder zu einer Klausurtagung.

Die Ideenschmiede läuft im Hintergrund schon langsam heiß. „Verraten wird aber noch nichts“, sagte Ina Harder im Gespräch mit dem GA.

Doch jetzt steht erst mal die Session 2020 an. Die eigene Damensitzung ist für Sonntag, 9. Februar, terminiert. Beginn ist um 15.11 Uhr im Pfarrheim St. Josef, Johann-Link-Straße. Ausschließlich mit eigenen Kräften wird das Programm gestaltet. „Dank gebührt den Ehemännern und Partnern der aktiven Frauen, die an diesem Tag bei der Bewirtung der Gäste helfen“, erklärte Harder. Einen Tag zuvor veranstaltet das Alte Beueler Damenkomitee unter dem Namen „Möhneschwoof“ eine Karnevalsparty im Wirtshaus Rheinbrücke. Beginn ist um 19.11 Uhr. Der Eintritt kostet elf Euro.

Nächste Höhepunkte der Session sind der Rathaussturm und natürlich der Weiberfastnachtszug am Donnerstag, 20. Februar. Jedes Jahr nach Aschermittwoch beginnt bereits die Diskussion, welches Kostüm in der nächsten Session getragen wird. Nach der Entscheidung beginnt die Nähgruppe mit ihrer Arbeit. Dazu treffen sich die Beuele Wieve beim THW und eröffnen dort einen stationären Nähsalon. Und was trägt das ABDK in der Session von Romina I.? „Das bleibt bis Weiberfastnacht ein Geheimnis“, so die Obermöhn.