Konzert in Bonn: Collegium Cantandi Bonn begeistert in der Kirche Sankt Paulus

Konzert in Bonn : Collegium Cantandi Bonn begeistert in der Kirche Sankt Paulus

Das Collegium Cantandi Bonn begeisterte in Bonn mit ihrem "Sacre Coeur" in der Kirche Sankt Paulus. Nur mit an der Wand befestigten Kerzen und dem leuchtenden Bildschirm des Synthesizers war die Kirche beleuchtet.

Bevor das Konzert "Sacre Coeur" des Collegiums Cantandi Bonn in der Pauluskirche begann, hörte man in der Dunkelheit des Kirchenraums das Stimmengewirr der Besucher. Nur mit an der Wand befestigten Kerzen und dem leuchtenden Bildschirm des Synthesizers wurde die Kirche beleuchtet. Damit wurde die bereits angekündigte spirituell-mystische Atmosphäre vorbereitet, die das meditative Konzert mit der Kombination aus sphärischen Synthesizerklängen, Orgelmusik und klassischem Gesang schuf.

Als dann die ersten Töne auf Orgel und Synthesizer erklangen und die Männer des Chores durch den Mittelgang einzogen, wurde das Lichtspiel eingeschaltet, das aus verschiedenen Strahlern bestand und während des Konzerts mit einer Farbpalette von gelb, grün, rot, lila, blau und weiß den schlichten Kirchenraum illuminierte. Heinz Walter Florin, renommierter Musiker und Dirigent des Chores und gebürtiger Bonner, und die dänische Opernsängerin Lisa Tjalve hatten gemeinsam die Idee zu dieser neuen Art der Aufführung.

Vorstandmitglied und Chorsänger Walter Löffler sagte dazu: "Die beiden haben sich gedacht, dass sich daraus ein Bezug von der Welt zum Überirdischen ergeben kann." Das Programm sei ohne Unterbrechung konzipiert, es sei ein Fluss durch die Welt. "Es ist ein von den Stücken inhaltliches, nicht lautes Konzert", sagte Löffler. Man solle sich auf seine eigenen Gefühle verlassen und von diesen leiten lassen, sagte er. Musikalisch bewegte sich das Ensemble zunächst im Feld der Sakralmusik, an das sich inhaltlich ein gemischter Teil aus weltlicher und sakraler Musik anschloss und mit irisch-englischen Liedern endete. So hörten die Besucher unter anderem die Stücke "Ave verum" von Mozart, "O for-tuna" von Orff, "Morgenstimmung" von Grieg, "Ave Maria" von Schubert und "Amazing Grace". Die Stücke entführten die Zuhörer in verschiedene Gefühlswelten, mal andächtig, ruhig und nachdenklich, mal dramatisch, beschwingt und ergreifend. Das Lichtspiel wechselte beinahe bei jedem Lied und versetzte die Zuhörer so in die jeweilige Stimmung der Musik.

Der aus 28 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor ordnete sich während des Konzerts einige Male um, Tjalve hielt sich häufig im Zuschauerraum auf, lief den Mittelgang entlang oder setzte sich während ihres Gesanges zu den Zuhörern. Es gab neben dem von der Orgel und dem Synthesizer begleiteten Liedern auch Acapella-Stücke, Soli der Männer- und der Frauenstimmen, ein Orgelsolo und natürlich den eindrucksvollen Sologesang von Tjolve.

Die Zuschauer belohnten den Auftritt, der mit dem Lied "Going home" endete, mit langanhaltendem Applaus, Standing Ovations und "Bravo"-Rufen. "Ich war begeistert und tief bewegt. Musik schafft es, einen in andere Sphären zu bringen, es war ganz toll", brachte eine Besucherin ihren Eindruck auf den Punkt. Als Zugaben gab es "You raise me up" und erneut "Amazing Grace", das von einigen Besuchern sogar beim Hinausgehen noch gesummt wurde.

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