Chinas-Shiff Bonn-Beuel: Verfahren gegen Pächter nach Koi-Streit eingestellt

Streit um Koi : Stadt Bonn stellt Verfahren gegen China-Schiff-Pächter ein

Die Entscheidung ist gefallen: Die Stadt Bonn stellt das Verfahren gegen China-Schiff-Pächter Huan Fu Zhang wegen nicht artgerechter Tierhaltung ein. Die zehn Koi dürfen an Bord des Schiffs bleiben.

Die Stadt Bonn hat am Donnerstag das Verfahren wegen nicht artgerechter Haltung der Fische gegen Restaurantbetreiber Huan Fu Zhang eingestellt. Das teilte Rechtsanwalt Werner Koch dem GA mit - er vertrat den Chinesen.

Fast drei Wochen lang dauerte der Streit zwischen der Stadt Bonn und Huan Fu Zhang an und beschäftigte viele Menschen in Beuel und Bonn. Mehrere Ortstermine mit unterschiedlichen Fischexperten haben stattgefunden. Nun teilte Amtstierärztin Dr. Uda Erbe dem Anwalt Koch mit, das Thema habe sich für die Stadt Bonn erledigt.

Nach Einschätzung von Werner Koch haben die beiden gutachterlichen Stellungnahmen von Fachtierarzt Falk Wortberg und dem Koi-Sachverständigen Robert Jungnischke dazu geführt, dass die Stadt Bonn sowohl das Anhörungsverfahren eingestellt als auch von den Auflagen für die Fischhaltung an Bord des China-Schiffs Abstand genommen hat.

„Fische vermitteln gesunden Eindruck“

„Ich habe keine Bedenken, dass das Becken in dieser Form weiter betrieben wird. Die Fische vermitteln einen gesunden Eindruck“, sagte Wortberg dem Beueler Chinesen bei dem Ortstermin an Bord. Das Veterinäramt musste der Anzeige eines Restaurantbesuchers wegen angeblich nicht artgerechter Haltung der Koi nachgehen und löste damit aber eine ungeahnte Welle der Sympathie für die Fische aus.

Will heißen: Der zu Beginn des Disputs angedrohten Auslagerung der Fische folgte ein bundesweites Interesse. Selbst Fernsehsender reisten nach Beuel, um über den traurigen Herrn Zhang zu berichten. Als die Stadt das Echo hörte, lenkte sie bereits frühzeitig ein und war laut Stadtsprecherin Monika Hörig darauf aus, das Thema friedlich und für beide Parteien zufriedenstellend zu beenden.

Stadtverordneter Reiner Burgunder und der Beueler Rechtsanwalt Werner Koch, die beide die Interessen von Herrn Zhang vertreten haben, sagten übereinstimmend: „Wir sind froh, dass sich jetzt eine gütliche Einigung ergeben hat. Huan Fu Zhang und seine Crew an Bord sind jedenfalls glücklich, die Fische behalten zu dürfen. Der Restaurantbetreiber sagte dem GA: „Ein Umsetzen der Fische in einen Teich, hätte für sie den Tod bedeutet.“ Seit 23 Jahren leben die Fische bei ihm. In dem 3000-Liter-Becken schwimmen zehn Koi-Karpfen von einer Größe zwischen 50 und 80 Zentimetern Länge.