Treffen zum 50. Jubiläum: Bürgervereine fordern mehr Mitspracherecht

Treffen zum 50. Jubiläum : Bürgervereine fordern mehr Mitspracherecht

Bei der Mitgliederversammlung zum 50. Jubiläum der Rechtsrheinischen Arbeitsgemeinschaft waren sich viele einig: Die Bürgervereine wollen früher mitreden und fordern eine rechtzeitige Einbindung in Bauprojekte.

Die Arbeitsgemeinschaft der rechtsrheinischen Bürgervereine (Arge) versteht sich als Sprachrohr der Beueler Stadtgesellschaft. Mittlerweile bündeln 14 Bürgervereine ihre Interessen, treffen sich zwei Mal im Kalenderjahr zu Frühjahrs- und Herbstsitzungen und sprechen ein gemeinsames Vorgehen bei ortsübergreifenden Themen ab. 1969, im Jahr der NRW-Gebietsreform, hat sich die Interessengemeinschaft gegründet, weshalb sie in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Das Jubiläum war jetzt Anlass für eine außerordentliche Mitgliederversammlung in der Mühlenbachhalle in Vilich-Müldorf. Beim Dialog mit Politik und Verwaltung wünscht sich die Arge mehr Mitspracherecht. Hinter dieser Forderung stehen alle Bürgervereine gleichermaßen. "Die Einflussmöglichkeiten sind leider sehr begrenzt. Wir wünschen uns, dass die Stadt Bonn uns frühzeitiger über Bauvorhaben und andere einschneidende Maßnahmen informiert, damit wir sachorientiert und fundiert Stellung zu den anstehenden Fragestellungen und Problemen beziehen können", erklärte Rainer Krippendorf, Vorsitzender des Bürgervereins Schwarz- und Vilich-Rheindorf und in diesem Jahr auch Arge-Vorsitzender. Oftmals würden die Bürgervereine zu spät von Entwicklungen erfahren und könnten deshalb nicht zeitig reagieren.

Serge Mpouma, Vorsitzender des Bürgervereins Geislar, berichtete von seinen Erfahrungen mit der Stadtverwaltung: "Ich bin sehr froh über den guten Kontakt zur Stadt Bonn. Wenn wir Probleme haben, gehen wir auf die Fachämter zu und suchen gemeinsam nach Lösungen. Jüngstes Beispiel ist das Neubaugebiet Geislar-West. Im Austausch mit Politik und Verwaltung konnten wir gemeinsam für die Neubürger einige Verbesserungen erreichen." Auch Thomas Biedermann, Vorsitzender des Bürgervereins Vilich-Müldorf, erkennt die Bemühungen der Stadt an: "Oberbürgermeister Ashok Sridharan hat an unserer Frühjahrssitzung teilgenommen und anschließend 20 Fragen schriftlich beantwortet. Der OB hat uns als Verhandlungspartner wahrgenommen."

Jens Töpert, Vorsitzender des Bürgervereins Roleber-Gielgen, und Thilo Schumann vom Bürgerverein Hoholz wollen eine intensivere Beteiligung ihrer Bürgervereine bei der geplanten Umwandlung des Geländes der ehemaligen Landwirtschaftskammer NRW in Roleber in ein Wohngebiet erreichen. Dort soll in den nächsten Jahren Wohnraum für bis zu 350 Menschen geschaffen werden. Sorgen und Nöte meldete der Bürgerverein Vilich an. Die neue Vorsitzende Evelin Jörg beklagt die Parksituation im Dorf: "Wegen der S13-Großbaustelle fehlt uns der Park-and-Ride-Platz an der Gartenstraße. Die Pendler parken seit vielen Monaten unser Dorf zu. 1000 Parkplätze sind nach Fertigstellung der Schnellbahntrasse erforderlich, um den Bedarf der Pendler ernsthaft zu decken. Aber wohin damit?" Und ein weiteres Problem sieht Jörg: Statt wie beabsichtigt wegen der S 13-Baustelle eine provisorische Brücke an der Beueler Straße zu bauen, solle die Stadt Bonn besser den neuen Radweg entlang der B 56 mit einer Beleuchtung versehen.Gefeiert werden soll das Vereinsjubiläum der Arge auch noch: Im November dieses Jahres wird eine Weinprobe im Bürgermeister-Stroof/Haus in Vilich stattfinden. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

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