Karneval in Vilich-Müldorf: Bürgerverein will keine Krawalle mehr bei After-Zoch-Party

Karneval in Vilich-Müldorf : Bürgerverein will keine Krawalle mehr bei After-Zoch-Party

Die Krawalle des letztjährigen Karnevalssamstags sollen sich in Vilich-Müldorf nicht wiederholen. Der Bürgerverein hat deshalb für die After-Zoch-Party an der Mühlenbachhalle ein neues Sicherheitskonzept ausgearbeitet.

Unruhen habe es zu seiner Zeit nie gegeben, sagte Werner Bock, der schon vor mehr als 30 Jahren dabei war, als die ersten Feste und Auftritte in der gerade eröffneten Mühlenbachhalle des Vilich-Müldorfer Bürgervereins gefeiert wurden. Bald 30 Jahre ist es auch gut gegangen, dass man nach dem Vilich-Müldorfer Karnevalszug in der Mühlenbachhalle bei einer After-Zoch-Party miteinander bis in die frühen Morgenstunden feiern konnte. Erst am Karnevalssamstag 2017 kam es vor der Halle zu ersten Ausschreitungen, die schon 2018 zu einem Sicherheitsplan führten, der nach den heftiger gewordenen Krawallen im vergangenen Jahr nun erheblich ergänzt und überarbeitet wurde.

„Es war eigentlich immer ein überschaubares Fest“, sagte Anwohnerin Sophia Knopp. Aber dann habe es immer mehr Reklame gegeben, man sei immer mehr nach außen gegangen, was dazu geführt habe, dass immer mehr Besucher von außerhalb gekommen seien. „Es hatte sich schnell herumgesprochen, dass man hier ohne Eintritt zu zivilen Preisen gut feiern kann“, ergänzte der Vorsitzende des Bürgervereins, Thomas Biedermann. So ein Partyangebot habe es im Umkreis von 20 Kilometern nicht gegeben.

Verabredungen über Watsapp und Facebook

Plötzlich seien die meist jugendlichen Randalierer, die sich per Whatsapp oder Facebook verabredet hatten, in Scharen von außerhalb gekommen. Zuletzt waren es bis zu 900 Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten an dem Karnevalsabend die Halle füllten. Während im Inneren ohne größere Zwischenfälle getanzt und gefeiert wurde, kam es vor allem im Außenbereich der Mühlenbachhalle zu Ausschreitungen. „Das fing schon an der Straßenbahnhaltestelle an“, berichtet Biedermann, „die Jugendlichen kamen dort schon hordenweise mit Schnapsflaschen an.“

Eine Woche hätten die Aufräumarbeiten gedauert, um Flaschen und Scherben aus den Gebüschen zu holen. Die oft schon betrunkenen Jugendlichen, die Knopp als „meist temperamentvolle Südländer“ beschrieb, wurden von Sicherheitspersonal abgehalten, den Festsaal zu betreten. Was zur Folge hatte, dass Autos und Anlagen außerhalb beschädigt wurden. „Das Problem war nie der Alkohol, den wir im Saal kontrolliert ausgeben, sondern der, der schon vorher auf dem Spielplatz oder sonst wo getrunken wurde.“

Von Polizei und Sicherheitsexperten beraten lassen

Die Verantwortlichen beim Bürgerverein setzten sich schon im Sommer mit der Polizei und einer Sicherheitsfirma an einen Tisch, um zu besprechen, was am bisherigen Sicherheitskonzept zu verbessern sei. Unter dem Motto „Wir lassen uns den Spaß nicht verderben“ entstand ein Konzept, das am Karnevalssamstag (2. März) dafür sorgen wird, dass Jung und Alt, Aktive und Zuschauer, nach dem Karnevalszug gemeinsam in ihrem Bürgerhaus mit dem Kinderprinzenpaar Mattis I. (Nickel) und Emilia I. (Klumbies), der Prinzengarde mit ihren vier Tanzgruppen sowie mit „Samba Schlimm“ feiern können. „Die Jugendlichen brauchen ja auch einen Ort, wo man gut feiern kann und wo es nicht viel Geld kostet“, sagt Knopp. „Alle Menschen, die uns im Dorf besuchen, sollen unsere Freunde sein, egal wo sie herkommen oder welche Nationalität sie besitzen. Nur benehmen müssen sie sich können“, fügt sie an.

„Wir wollen, dass die Veranstaltung für unser Dorf kostenlos bleibt“, sagt Biedermann. Dabei wolle man aber ausschließen, dass Besucher von außerhalb nur wegen des freien Eintritts kämen. Also wird es demnächst für alle Nicht-Vilich-Müldorfer, die kein Party-bändchen am Handgelenk tragen, einen zur Abschreckung dienenden Pflichtverzehr von zehn Euro geben, der beim Eintritt erhoben wird. Wie in jedem Jahr werden Mitglieder des Bürgervereins alle 1400 Haushalte im Dorf besuchen und Spenden für das Kinderprinzenpaar sammeln. Dabei werden auch kostenlos die Bändchen verteilen, die zum Eintritt in die Mühlenbachhalle berechtigen. Wer keins bekommt, kann sich auch im Nachhinein unter 01 76/65 65 30 22 melden.

Das Sicherheitskonzept am Festtag wird nun von sieben professionellen Sicherheitsleuten begleitet, die bei aller Autorität vor allem auch deeskalierend auftreten werden. Der Weg von der Straßenbahnhaltestelle, der Spielplatz und der Bereich rund um die Halle werden taghell ausgeleuchtet sein. Zu Polizei und Ordnungsamt, die regelmäßig Streife fahren werden, gibt es über spezielle Telefonnummern einen „direkten Draht“. In der Halle selbst wird kein Getränk mehr im Glas, sondern nur noch in Plastik-Mehrwegbechern ausgeschenkt. „Wir werden alles dafür tun, die schöne Stimmung für unser Dorf wiederherzustellen“, so der Vorsitzende des Bürgervereins.

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