Keine Mittel: Bürgerverein Vilich-Müldorf erhält Ablehnungsschreiben

Keine Mittel : Bürgerverein Vilich-Müldorf erhält Ablehnungsschreiben

Wir sind natürlich schon enttäuscht“, sagt Thomas Biedermann. Der Bürgerverein Vilich-Müldorf hatte sich Anfang des Jahres mit dem Projektkonzept „Bonner Bunker baut Brücken“ um Mittel aus einem EU-Förderprogramm beworben, jetzt hält der Vereinsvorstand ein Ablehnungsschreiben in Händen.

„Das hatten die Projektverantwortlichen Ende der vergangenen Woche von der Stadt erhalten, die den Antrag im April nach Zustimmung der Vereinsmitglieder gestellt hatte. Aus dem Stadthaus sei auch der entscheidende Hinweis auf das EU-Programm gekommen, so Biedermann. Im Falle eines positiven Bescheids hätte die Kommune 20 Prozent der Mittel beitragen müssen, weil die EU-Gelder nur als 80-prozentiger Zuschuss bereitgestellt worden wären. Von den 206 eingereichten Projekten seien sieben aus Deutschland gekommen, heißt es in einer Zusammenfassung.

Biedermann vermutet einen möglichen Grund für die Ablehnung in der zu geringen Zahl der Projektpartner: Mit Bürgerverein und Stadt sei man zu zweit gewesen, der Durchschnitt der anderen Antragsteller betrug etwa 7,3. Zudem habe die beantragte Fördersumme mit 1,8 Millionen deutlich unter dem Durchschnitt der anderen Anträge mit 3,7 Millionen Euro gelegen. In einer Rundmail an die Vereinsmitglieder bedankten sich Vorstand und Projektleiter Joachim Clemens bei allen Aktiven und luden für diesen Freitagabend zu einer Diskussion in die Mühlenbachhalle ein.

Es wäre auch zu schön gewesen, um wahr zu sein: Die Chancen, dass die Bewerbung für das erst im Jahr 2015 aus der Taufe gehobene Projekt positiv berücksichtigt würden, lägen bei ungefähr fünf Prozent, hatte Clemens bei der Einreichung gemutmaßt. Bis zu 1,5 Millionen Euro hätte die Europäische Union im Rahmen ihres Programms „Urban Innovative Action“ zu urbanen Innovationen in den kommenden drei Jahren beigesteuert, um in dem Beueler Ortsteil Integration und bürgerliches Miteinander zu fördern.

Das Konzept hätte zentrale Aussagen der europäischen Idee wie die Integration verschiedener Nationalitäten und die Förderung der europäischen Ideale in der Bevölkerung mit einem Alleinstellungsmerkmal des Ortsteils kombiniert. Als Alleinstellungsmerkmal wäre der Hochbunker in ein Zentrum für gemeinsames Arbeiten und kulturelle Aktivitäten umgewandelt worden. Über dessen Nutzungsmöglichkeiten hatten die Vilich-Müldorfer im vergangenen Sommer mitentschieden.

Auf einer Bürgerversammlung definierten sie vor allem Ziele für die Bereiche Sport und Brauchtum. An denen wollen die Verantwortlichen auch in Zukunft festhalten: Angesichts der geringen Chancen hatten sie ohnehin von Anfang an in Betracht gezogen, dass man die Mittel zur Erhaltung der sanierungsbedürftigen Halle und des angrenzenden Bunkers anderweitig würde auftreiben müssen.

„Das Gute ist doch, dass wir Erfahrung sammeln konnten. Wir wissen jetzt, wie man Unterlagen erarbeitet, mit denen wir uns auch bei anderen Förderprojekten bewerben könnten“, zeigt sich Biedermann kämpferisch. Wie genau es nun weitergehe, würden die nächsten Beratungen zeigen, so Vorstandsmitglied Astrid Bender. „Auf alle Fälle probieren wir jetzt Plan B – falls nötig, auch C, D, E oder F.“ Jedenfalls lasse man sich nicht entmutigen und kämpfe intensiv weiter.

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