Initiative gegen Bebauung in Beuel-Zentrum: Bürger wollen Spielplatz erhalten

Initiative gegen Bebauung in Beuel-Zentrum : Bürger wollen Spielplatz erhalten

Gegen eine mögliche Bebauung des Areals an der Hans-Böckler-Straße regt sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative hat einen entsprechenden Antrag eingereicht.

Zwei einsame Schaukelpferde, ein unansehnlicher Sandkasten und drei Bänke, die von Abfall umgeben sind. Trostlos und ungepflegt: So präsentiert sich der Spielplatz an der Ecke Hans-Böckler-Straße/Zingsheimstraße in Beuel-Mitte. Spielende Kinder sind dort eher selten zu sehen. Doch seit ein paar Wochen gerät das unscheinbare Areal in den Fokus.

Grund ist ein Antrag zur Wiederaufnahme des Verfahrens zur Bebauungsplanänderung, der bei der Stadt Bonn im vergangenen Jahr eingereicht wurde. Gegen das Vorhaben hat sich nun eine Bürgerinitiative gegründet. „Anstatt den Spielplatz an der Ecke aufzuwerten und wieder attraktiv zu machen, soll die Grünfläche eventuell verkleinert und mit Häusern bebaut werden. Das lehnen wir ab“, sagt Martin Frankenstein von der Bürgerinitiative. „Wir haben einen Bürgerantrag eingereicht, mit dem wir die Wiederaufnahme ablehnen.“

140 Bürgerinnen und Bürger haben den Antrag Frankenstein zufolge inzwischen unterzeichnet. Jeden Tag kämen weitere hinzu, da sich die Bürgerinitiative noch nicht mit allen Aktiven getroffen hätte. Die Unterzeichner seien im wesentlichen Anwohner oder Eltern von Kindern im nahen Kindergarten. Ein zweiter Bürgerantrag gegen die Wiederaufnahme wurde am 10. Dezember eingereicht. „Der Bürgerantrag wird am 25. Januar in der Bezirksvertretung Beuel behandelt“, sagt Stephanie Zießnitz von der Stadt Bonn. Dann käme es zur Neuauflage eines Verfahrens, das bereits vor rund zehn Jahren begonnen hat.

Bislang keine Änderung des Bebauungsplans

Im Jahr 2007 wurde erstmals eine Bauvoranfrage für einen Teil der Fläche auf dem Eckgrundstück vom Eigentümer gestellt. Der Bezirksvertretung Beuel (BV) wurde erstmals am 28. November 2007 ein Beschlussvorschlag zur Änderung des Bebauungsplans vorgelegt. In der Stellungnahme der Verwaltung heißt es: „Nach dem Bedarfsplan für öffentliche Spielplätze im Bonner Stadtgebiet für das Jahr 2007 besteht weiterhin Bedarf zum Erhalt des Spielplatzes in diesem Bereich. Allerdings wird in Abstimmung mit dem zuständigen Amt für Kinder, Jugend und Familie eine Fläche zwischen 300 und 1000 Quadratmetern für die Nahversorgung als ausreichend angesehen. Dementsprechend ist eine Verschiebung und Verkleinerung der Spielplatzfläche möglich, wodurch sich für das restliche Areal eine anderweitige Nutzung anbietet.“

„Dazu hätte der Bebauungsplan geändert werden müssen“, sagt Zießnitz. Das ist bisher nicht geschehen, denn in der Folge wurde der Antrag in der Bezirksvertretung und im Rat der Stadt Bonn mehrmals vertagt. Mit dem vorläufigen Ende: „Das Verfahren zur Bebauungsplanänderung ist im Mai 2009 vom Rat von der Tagesordnung abgesetzt worden“, so Zießnitz.

Initiative will Ort der Begegnung

Eine Bebauung wollen nun einige Anwohner verhindern. Die Bürgerinitiative will sich dafür einsetzen, aus dem Areal einen Ort der Begegnung für alle Generationen zu machen. Das Areal soll demnach Spielplatz für Kinder, Rückzugsort für Jugendliche und Begegnungsort für Senioren werden.

„Der Platz wird trotz seines Zustands regelmäßig gut besucht“ behauptet Yvonne Dills. Er werde als sozialer Treffpunkt für Kinder und Jugendliche genutzt und als „Grüne Oase“ im Beueler Zentrum empfunden, meint Dills. „Wir sehen, dass dieser Platz sehr viel Potenzial hat. Deshalb setzen wir uns für die Aufwertung und Verschönerung ein.“

So sollen auf dem Kinderspielplatz Schaukeln und Klettergerüste gebaut werden. „Einen genauen Plan erarbeiten wir gerne mit der Stadt gemeinsam“, so Frankenstein. Die Anwohner wollen sich dafür einsetzen, dass die an den Spielplatz angrenzende Wiese gemeinsam mit dem Amt für Stadtgrün als „Urban Gardening Projekt“ aufgewertet wird. Das Ziel: „Wir setzen uns für eine familienfreundliche und ökologische Stadtteiloase im Beueler Zentrum ein“, so Frankenstein.