Flüchtlingsunterkunft: Infoveranstaltung der Stadt: Bürger sorgen sich um ihre Sicherheit

Flüchtlingsunterkunft: Infoveranstaltung der Stadt : Bürger sorgen sich um ihre Sicherheit

Voller Saal im Pfarrheim in Pützchen: Mehr als 200 Bürger waren gekommen, um sich von der Stadt Bonn über die beiden Wohncontaineranlagen, die derzeit in Pützchen errichtet werden, informieren zu lassen.

Drei Container für 240 Flüchtlinge werden an der Siegburger Straße neben dem DRK-Therapiezentrum und neben der Gesamtschule Beuel gebaut. Zwei Container mit insgesamt 170 Plätzen für Flüchtlinge entstehen derzeit an der Straße „Am Herz-Jesu-Kloster“ gegenüber Klosterpark und Adelheidis-Gymnasium.

Peter Tilgen und Philipp Grünhage, beide Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Bonn, Nils Reinartz aus dem Amt für Soziales und Wohnen sowie Annette Boemer vom Städtischen Gebäudemanagement (SGB) stellten die Bauvorhaben vor und standen den Bürgern Rede und Antwort. Und die Bürger hatten wahrlich viele Fragen.

Zum Beispiel wollten sie wissen, warum rund ein Zehntel aller Flüchtlinge, die die Verwaltung im Stadtgebiet verteilen muss, in Pützchen unterkommen soll. Die Antwort: „Alle städtischen Flächen mit mehr als 1.000 Quadratmetern Fläche wurden auf ihre Eignung hin betrachtet. Ausgewählt wurden Flächen mit mehr als 2.000 Quadratmetern“, sagte Tilgen. Die Fläche an der Siegburger Straße wurde von der Stadt ausgewählt, die Fläche am Herz-Jesu-Kloster wurde der Stadt von den Schwestern von Sacré-Coeur angeboten.

„Wir hätten die Flüchtlinge auch lieber in festen Gebäuden untergebracht. Doch es musste schnell gehen“, so Tilgen. Die Unterbringung in diesen Containern sei auf drei Jahre durch gesetzliche Vorgaben beschränkt. Bis dahin müsse die Stadt sich um andere Unterbringungsmöglichkeiten kümmern. Wer genau in Pützchen einziehen werde, das könne derzeit noch niemand sagen. „Das entscheidet sich erst kurzfristig vor Einzug“, sagte Tilgen und versprach, dass kurz vor Bezug ein „Tag der offenen Tür“ in den Containern stattfinden wird.

Kein Anstieg der Kriminalitätsrate

Viele Fragen der Bürger zeugten von Ängsten um ihre Sicherheit und besonders um die Sicherheit der Mädchen. Obwohl Gerd Mainzer, Leiter der Polizeiwache Ramersdorf, antwortete, dass die Sorgen unbegründet wären, dass man keinen Anstieg der Kriminalitätsrate durch Flüchtlinge verzeichnen könne, wurde von aufgebrachten Besuchern geantwortet: „Herr Mainzer, das glaubt Ihnen kein Mensch. Sie lügen. Sagen Sie uns die Wahrheit!“

„Ich bin erschrocken über die große Welle von Angst“, sagte ein Besucher. „An der Gesamtschule habe ich das ganz anders mitbekommen. Dort wird integriert.“ Aus Holzlar berichtete eine Besucherin: „Angst entsteht dann, wenn etwas fremd ist. Man sollte sich bekannt machen, damit das keine Fremden bleiben.“ Auch eine Studentin hat positive Erfahrungen gemacht: „Es ist schwierig, sich zu integrieren, wenn die Menschen, da wo man hinkommt, nicht integrieren wollen.“

Dennoch, die Ängste, ob begründet oder nicht, waren einem Teil der Besucher nicht zu nehmen – entsprechende Fragen kamen immer wieder. Ob die Polizei mehr kontrollieren würde, ob verstärkt Streife gefahren würde, ist der Personalschlüssel bei der Polizei erhöht worden – lauteten die Fragen.

Polizeichef Gerd Mainzer sagte zum Abschluss: „Ich verspreche Ihnen, wir tun viel dafür, um Ihren Sorgen gerecht zu werden.“ Und er prägte den Satz: „Deutsche sind nicht deshalb gut, weil sie Deutsche sind. Und Ausländer sind nicht deshalb schlecht, weil sie Ausländer sind.“

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