Theater Bonn braucht mehr Fläche: Bürger diskutieren über das Kreativquartier in Beuel-Ost

Theater Bonn braucht mehr Fläche : Bürger diskutieren über das Kreativquartier in Beuel-Ost

Beim Beueler Treff haben Bürger mit Verantwortlichen über die Entwicklung von Beuel-Ost als Kreativquartier gesprochen. Das Gelände der Halle gehört nämlich dem Theater - und das sucht vor allem mehr Platz, nicht mehr Kreativität.

Vorstellungen zur künftigen Nutzung des Geländes der Halle Beuel gibt es zur Genüge. Aber bevor man da ins Detail geht, sollte man bedenken, dass das Grundstück dem Theater Bonn gehört, mahnte am Sonntag Susanne König, Leiterin des Kulturamtes der Stadt Bonn, beim Beueler Treff des GA im Pantheon zur Entwicklung des Quartiers Beuel-Ost. Die würden das Gelände noch nutzen, schon die Vermietung der Schauspielhalle an das Pantheon habe geschmerzt. "Da wird schon viel über das Fell des Bären gesprochen, aber der Bär ist noch gar nicht tot und wundert sich."

Der Umzug des Pantheons von Bonn nach Beuel auf eben dieses Grundstück hatte Überlegungen zur Umgestaltung des ganzen Viertels in Gang gesetzt. Der GA hatte dazu auch eine Umfrage bei Beueler Bürgern gestartet, die die Stimmungslage zur Entwicklung einfing. Über dieses Thema diskutierte Redakteur Holger Willcke als Moderator mit Susanne König sowie Bezirksbürgermeister Guido Déus, Werner Koch, Sprecher der Initiative Quartiersentwicklung, Stadtplaner Alfred Körbel vom Büro Plan Lokal und Guido Schlottmann, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes. Zur Veranstaltung waren fast 80 Bürger gekommen; viele diskutierten lebhaft mit.

"Wir brauchen nicht mehr Kreativität in Beuel", sagte Déus. "Wir brauchen mehr Fläche." Hauptsächlich Lagerfläche für die Dinge, die das Theater Bonn derzeit in den Hallen und teils in der Oper untergebracht hat. Vor allem während der Sanierung der Oper müssen die Gegenstände, die dort lagern, raus. Wohin damit? Körbel erklärte, dass sein Planungsbüro, das mit der Entwicklung des Quartiers betraut ist, Gebäudeeigentümer ansprechen werde und auch nach Lagerflächen suchen könne.

Dafür sei aber die Stadtverwaltung zuständig, sagte der Beueler Bezirksbürgermeister. Guido Pfeiffer, der für den Bürgerbeteiligungsausschuss im Publikum saß, kritisierte, dass Ashok Sridharan als Verwaltungschef sich darum nicht kümmere. Die alternativen Lagerflächen könne man natürlich nicht aus dem Hut zaubern, meinte Schlottmann. Das gelte auch für die Ideen, mit denen man künftig das Kreativquartier belebt: Die müssten aus dem Quartier heraus wachsen.

Siegburger Straße: „Für Fahrradfahrer eine Katastrophe“

Über Ideen wurde ansonsten nicht so viel gesprochen wie etwa über den Verkehr auf der Siegburger Straße. Die sei für Fahrradfahrer eine Katastrophe, so ein Teilnehmer. Déus stimmte zu, da könne sicher noch etwas verbessert werden, die Straße sei breit genug für Fahrradstreifen. Ein anderer Beueler sprach sich für eine Verbesserung des ÖPNV auf der Siegburger Straße aus. Eine Anwohnerin kritisierte, dass es keine Fußgängerüberquerung auf Höhe des Pantheons gibt. Technisch sei das nicht möglich, erklärte Déus.

Die Bürgerin beklagte auch den Zustand der Unterführung zur Oberen Wilhelmstraße: "Das ist ein düsteres stinkendes Loch, durch das man sich nicht durchtraut." Karl Wengenroth bemängelte, dass es dazu schon Planungen gab, die aber nie umgesetzt worden seien. Ja, sagte Déus, die Pläne und sogar die Finanzierung waren schon fix, aber dann sei die Planung für die S 13 dazwischengekommen. Man sollte die Chance nicht verpassen, diese Unterführung mit der Quartiersentwicklung aufzuwerten, sagte Koch.

GA-Umfrage: Jeder Zweite für Kreativquartier bis in die Beueler Innenstadt

Ein Ergebnis der GA-Umfrage war, dass 51 Prozent sich wünschten, die Planungen für das Kreativquartier über den Bahnhof hinaus auf die Beueler Innenstadt auszudehnen. Pfeiffer war dagegen: Die Begrenzung sei nötig, "eine Ausdehnung hätte das Verfahren inhaltlich und zeitlich gesprengt". Auch Déus hielt nicht viel davon, er bevorzugte eine eigenständige Entwicklung.

Er erläuterte seinen Fahrplan fürs weitere Vorgehen: Man müsse die Zielvorstellungen weitertreiben. Die Suche nach Alternativflächen für das Theater müsse vorangetrieben werden. Und die Verwaltung müsse ein "Möglichmacher" sein. "In der sukzessiven Entwicklung liegt der Schlüssel zum Erfolg."