Ausbau der Oberdorfstraße: Bürger aus Geislar sind enttäuscht von der Stadt Bonn

Ausbau der Oberdorfstraße : Bürger aus Geislar sind enttäuscht von der Stadt Bonn

Die Geislarer sind enttäuscht von den Planungen der Stadt für den Ausbau der Oberdorfstraße. Sie haben den Eindruck, dass viele ihrer Anregungen und Vorschläge nicht berücksichtigt worden sind.

Noch bevor die Bürgerversammlung zum Ausbau der Geislarer Oberdorfstraße am Donnerstagabend in der Hubertusklause mit der Vorstellung der neuen Pläne durch Hans Herschel vom Tiefbauamt und Ingo Alda vom Bauordnungsamt der Stadt Bonn begann, war die Diskussion unter den Anwohner bereits sehr angeregt. Die Geislarer hatten bei der Sichtung des neuen Plans, der demonstrativ über dem der letzten Zusammenkunft im März 2015 aufgehängt war, den Eindruck, dass der damals bekundete Anwohnerwille keine Berücksichtigung gefunden hat.

Geislars Bürgervereinsvorsitzender Serge Mpouma äußerte zunächst noch die Hoffnung, dass man nach der letzten Versammlung, die ohne positive Ergebnisse endete, diesmal einen Konsens finden würde. „Ich hoffe, dass man bei der Stadt verstanden hat, was wir hier wollen“, so Mpouma. Für Anwohner Franz Kuck war jedoch schon vor Beginn klar, dass die neuen Pläne mitnichten das ausdrückten, was zuletzt besprochen wurde. „Das ist eine lachhafte Vorstellung, was man uns hier bietet“, war seine Meinung, die sich für ihn im Laufe der zweistündigen Vorstellung und Diskussion auch nicht veränderte.

„Wir haben bei der letzten Bürgerversammlung zur Kenntnis genommen“, verteidigte Herschel die neue Planung, „dass durch den Ausbau des Schnufertsbergs ein Wendehammer in der Oberdorfstraße unnötig geworden ist.“ Darum habe man dort nur noch drei Parkplätze und die Pflanzung von zwei Bäumen vorgesehen. Die Fahrbahn sollte mit einer Breite von 4,75 Metern genauso neu angelegt werden wie Bürgersteige, deren vorgesehene Breite von 3,60 Metern noch auf 2,25 Meter reduziert werden könne, um die Erschließungsbeiträge der Anwohner zu reduzieren.

Diskussion auf unterschiedlichen Ebenen

Man werde die Erstehungskosten für die 1,40 Meter breiten Streifen, die den Anwohnern zum Erwerb angeboten werden, noch berechnen. Die Diskussion entfachte sich auf unterschiedlichen Ebenen. Während einige Anwesende grundsätzlich auf die Anlage neuer Bürgersteige verzichten und lediglich die vorhandene Fahrbahn ertüchtigen wollten, machten sich andere dafür stark, den Ausbau insgesamt zu erweitern. Schlussendlich war man enttäuscht, dass eine gestalterische Lösung für die landwirtschaftliche Fläche gegenüber von Bebauung und Friedhof genauso wenig in die Planungen eingeflossen waren wie die Anlage eines dringend benötigten Parkplatzes am Friedhof. „Jeder Friedhof in Bonn hat einen Parkplatz. Nur in Geislar gibt es keinen!“, so Mpouma. Herschel stellte klar, dass für die landwirtschaftliche Fläche das Liegenschaftsamt und für den Friedhof das Grünflächenamt zuständig seien.

Es sei ärgerlich, dass diese Ämter nicht bereits in die Planungen einbezogen wurden, obwohl das letztlich so besprochen gewesen sei, wurde den Planern vonseiten der Anwohner entgegengehalten. Man hätte sich gewünscht, so die Versammlung, dass Vertreter dieser Abteilungen – sowie auch Politiker – an der Bürgerversammlung teilgenommen hätten. Herschel wird nun die Kritik und Wünsche der Bürger der Bezirksvertretung übermitteln.

Zuvor wird er die Notwendigkeit einer Neuanlage der Oberdorfstraße überprüfen und Kontakt zu Grünflächen- und Liegenschaftsamt aufnehmen, bevor die Bezirksvertretung frühestens Ende Januar über den Ausbau der Straße entscheidet. Erst dann kann das Bauordnungsamt die Kosten ermitteln, die je nach im Bebauungsplan vorgesehener Geschosshöhe zwischen 22 und 36 Euro pro Quadratmeter Grundfläche veranschlagt und damit zu 90 Prozent auf die Anlieger umgelegt werden. Ob das Ende 2019 der Fall sein wird, kann noch nicht mit Sicherheit zugesagt werden.

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