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GA-Serie: Die andere Perspektive: Brigitte Mohn ist die Strippenzieherin im Pfarrheim

GA-Serie: Die andere Perspektive : Brigitte Mohn ist die Strippenzieherin im Pfarrheim

Brigitte Mohn ist Referatsleiterin der katholischen Jugendagentur Bonn. Die studierte Sozialpädagogen engagiert sich aber auch noch an vielen anderen Stellen.

Es gibt Menschen, ohne die vieles nicht so gut laufen würde, ohne deren Engagement es manches nicht mehr geben würde, deren Namen nicht oft erwähnt werden und die dennoch in ihren Kreisen im Mittelpunkt stehen. Brigitte Mohn aus Beuel ist so eine Person, über deren Wirkung viel gesprochen und geschrieben wird, deren Name jedoch äußerst selten in der Öffentlichkeit erscheint.

Angefangen hat alles 1985 mit einer Elterninitiative, die in den Verein „Kleiner Muck“ überging. „Junge Familien“ nannte sich das Projekt für Ferienfreizeiten, Geburtsvorbereitungskurse und Spielgruppenangebote. Von Anfang an dabei und viele Jahre erste Vorsitzende: Brigitte Mohn. 1959 wurde sie in Beuel geboren. Später studierte sie in Köln Sozialpädagogik. Zu dem ehrenamtlich geführten Projekt der „Jungen Familien“ kamen nach und nach die stationären und ambulanten Hilfen zur Erziehung, die offene Jugendarbeit mit dem Kinder- und Jugendzentrum HIP, der mobilen Einrichtung „Speedy“ sowie die offenen Ganztagsschulen und der „Fachkreis Ferien“ hinzu.

Christliche Werte stehen im Mittelpunkt ihrer Arbeit

„Es war spannend zu erleben, wie sich alles immer mehr professionalisiert hat“, sagt sie heute zur Entwicklung. Bei der katholischen Jugendagentur Bonn ist sie Referatsleiterin für die Fachbereiche Jugendsozialarbeit, offene Kinder- und Jugendarbeit, sowie Jugendhilfe und Schule. Die christlichen Werte sind es, die für Brigitte Mohn im Mittelpunkt ihres Wirkens stehen. „Der kleine Muck ist als katholischer Träger vom Erzbistum Köln anerkannt und Mitglied im Caritas-Verband“, so Mohn. 24 Jahre wirkte sie im Vorstand des Vereins.

Der „Kleine Muck“ nutzt auch die Räumlichkeiten des Pfarrheims von St. Josef in Beuel. Dieses Pfarrheim wiederum hat sich in all den Jahren als Mittelpunkt des ehrenamtlichen Wirkens von Brigitte Mohn etabliert. „Gemeinsam genutzte Räumlichkeiten schaffen Verbindungen“ sagt sie. Denn alle Ämter, Gremien oder Tätigkeiten von ihr spielen sich in diesem Pfarrheim ab.

Als in den Kirchengemeinden St. Josef und Paulus in Beuel mal wieder Pfarrgemeinderatswahlen anstanden, wer kam in den Vorstand? Brigitte Mohn. „Knapp 16 Jahre, von 1993 bis 2009, war ich Vorstandsmitglied“, berichtet sie, „dann legte ich die Aufgaben in jüngere Hände.“ Selbstredend engagierte sie sich auch in der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd). Jeden zweiten Mittwoch im Monat wird morgens eine Frauenmesse gefeiert. Doch der ‚Höhepunkt‘ ist das sich anschließende gemeinsame Frühstück mit frischen Brötchen und Kaffee, im Pfarrheim.

Aus der kfd hervorgegangen ist das „Damenkomitee St. Josef in der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands“, wie das rot-weiße Komitee offiziell heißt. Und wo finden die Karnevalsveranstaltungen statt? Im Pfarrheim. Wer ist seit 2004 bis heute Präsidentin? Brigitte Mohn. „Wir sind ein Team von über 40 Frauen im Alter von 16 bis 91 Jahren“, berichtet sie und verweist mit Stolz darauf, dass „ihr“ Damenkomitee bereits drei Wäscherprinzessinnen stellen durfte, darunter auch Mohns Tochter Lara, und dass „ihr“ Damenkomitee bereits 2010 die erste Nostalgiesitzung in Beuel auf die Beine gestellt hat. „Noch vor den Stadtsoldaten“, sagt sie.

Ebenfalls aus der Pfarrgemeinde St. Josef hervorgegangen ist 2000 die „Schola von St. Josef und Paulus“, ein Chor, der neues geistliches Liedgut präsentiert. „Michael Bottenhorn ist unser Chorleiter“, berichtet Mohn, die selbstverständlich im Chor mitsingt. „Aber wir haben keinen Vorstand“, meint sie schmunzelnd.

Und noch etwas hängt an der Pfarrgemeinde, was mit Brigitte Mohn zu tun hat: die Pfadfinder vom Stamm „Sugambrer“. Als ihre Kinder im Pfadfinderalter waren, war mit der Pfadfinderschaft in Beuel kein Staat zu machen. Als sie Jahre später, 1999, den Vorsitz wieder abgegeben hat, zählte der Stamm, der zur deutschen Pfadfinderschaft St. Georg gehört, rund 100 Mitglieder.

Gefragt, ob sie ein Händchen habe, Aufgaben anzuziehen, anzupacken, aufzubauen, um sie dann weiter in andere Hände zu übergeben, antwortet Brigitte Mohn salomonisch: „Man muss wissen, wann man etwas wieder loslassen kann.“ Doch ohne die Unterstützung durch ihren Mann, der im Hintergrund mitgearbeitet, der zugeliefert und angepackt hat, hätte sie das alles gar nicht schaffen können.