Christ-König-Kirche in Holzlar: "Booms Kröks" schmückt den Eingang

Christ-König-Kirche in Holzlar : "Booms Kröks" schmückt den Eingang

Sie ist schlicht - schlicht schön. Die Christ-König-Kirche in Holzlar ist ein Kind der 50er Jahre. Sie erinnert an frühe romanische Kirchen und hat ihren ganz besonderen Charme. Im Eingangsportal wird der Besucher von einem mächtigen Holzkreuz empfangen, im Volksmund als Booms Kröks bekannt.

Das Holzkreuz war früher ein Wegekreuz und wurde bereits 1816 von den Brüdern Baum an der Hauptstraße aufgestellt. 1983 wurde es renoviert und anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Kirche im Eingang aufgehängt. Wer die Kirche betritt, dessen Blick wird vom großen Sgraffito an der Chorwand angezogen. Der Düsseldorfer Maler Leo Assenmacher hatte das Jesus-Bild 1953 in die noch feuchte, helle Putzschicht bis auf die darunterliegende dunkle Grundierung gekratzt. "Das ist eine typische Darstellung aus den 50er Jahren und auch typisch für die Zeit", sagt Brigitte Linden. Die Journalistin engagiert sich in der Gemeinde, unter anderem beim Pfarrbrief, und hat viel in Archiven zur Geschichte der Kirche recherchiert. Die Historie reicht bis in die 1920er Jahre zurück. Damals, so erklärt Pater Thomas Arakkaparambil CMI, leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft "Am Ennert", mit den Gemeinden

Christ König, Holzlar, St. Adelheid am Pützchen und St. Antonius, Holtorf, gab es in Holzlar eine Initiative, eine eigene Kirche zu bauen.

Allerdings hätten Streitigkeiten über den Standort die Bemühungen zum Erliegen gebracht. Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg taten ein Übriges. Erst mit dem engagierten Einsatz des damaligen Gemeindebürgermeisters Reinold Hagen, dem Gründer der Kautex-Werke, nahm das Vorhaben Gestalt an. Das Erzbistum gab Geld und Hagen stiftete drei Morgen Tauschland. Dessen Bruder Hermann wurde als Architekt gewonnen. Und am 20. Juni 1952 machten die Schüler des 8. Schuljahres den ersten Spatenstich.

Am 13. Dezember 1953 wurde die Christ König-Kirche durch den Kölner Prälaten Lewen geweiht. Während der folgenden Jahre wuchs die Ausstattung der Kirche um individuelle Kunstgegenstände. Etwa das Taufbecken. Es erinnert an ein Ufo, bei dem sich der Deckel herumklappen lässt. Hans Kirschbaum, damals Lehrling in der Firma Hagen, hat es als Gesellenstück angefertigt. "Das ist ein Zeichen dafür, dass die gesamte Gemeinde an der Ausstattung der Kirche mitgewirkt hat", sagt Linden. 1955 wird zudem die Marienstatue geweiht.

Das älteste Stück ist die Statue der Heiligen Margareta. Sie wird als Patronin der Bauern in Stieldorf, Roleber, Gielgen und Hoholz verehrt. Bis sie endlich ihren Platz fand, hatte sie eine abenteuerliche Reise hinter sich. Als die Pläne zum Kirchenbau in Holzlar bekannt wurden, übergab sie der Pfarrer von St. Margareta als Geschenk dem Pfarrer Marten in Pützchen. Als der Kirchenbau in den 20er Jahren scheiterte, wurde die Statue in einem Hühnerstall aufbewahrt. Schließlich stellte sie der Holzlarer Hauptlehrer Hans Meyer in seiner Wohnung auf.

Ein besonderer Hingucker ist auch der Kreuzweg des Mendener Bildhauers Karl Stromberg. "Die Kinder stehen oft ganz ergriffen davor", berichtet Linden. Denn die kantigen Formen und übergroßen Augen fesseln den Blick. Das Jahr 1979 bescherte der Gemeinde einen neuen Pfarrer. "Kurt Padberg blieb bis zu seinem Tod 2010 der gute Hirte der Gemeinde", so Brigitte Linden. Und der Ambo des Kölner Künstlers Egino Weinert kam in die Kirche. "Er ist mein persönliches Lieblingsstück. In den Ranken des Weinstocks sind acht Szenen aus dem Leben Jesu dargestellt - immer im Gespräch mit den Menschen", so Linden.