Stadtdechant verspricht Unterstützung: Bonner Priester helfen bei Wallfahrt

Stadtdechant verspricht Unterstützung : Bonner Priester helfen bei Wallfahrt

Stadtdechant Wolfgang Picken hat mit dem Pfarrgemeinderat über die Zukunft des Seelsorgebereichs Am Ennert diskutiert. Zur Sprache kamen auch personelle Perspektiven für den Gemeindeverbund.

Nachdem Bonns Stadtdechant Wolfgang Picken am Montag mit den Mitgliedern des Pfarrgemeinderats über den Priester-Notstand in Holzlar, Pützchen und Holtorf gesprochen hat, ist im Seelsorgebereich „Am Ennert“ wieder Zuversicht eingekehrt. Seit Karneval herrscht in den drei Gemeinden Aufregung, weil das Erzbistum Köln den Weggang des indischen Karmeliterordens bekanntgegeben hatte (der GA berichtete).

„Es war mir wichtig, direkten Kontakt zum dortigen Pfarrgemeinderat aufzunehmen, um vor Ort zu hören, wie man dort über die bevorstehenden Veränderungen denkt. Auch wollte ich erfahren, welche Überlegungen und Planungen, auch Sorgen die für die Pastoral Verantwortlichen beschäftigen,“ sagte Stadtdechant Picken am Mittwoch.

In diesem Sommer verlässt die Kommunität der indischen Karmeliter den Seelsorgebereich. Die Ordensleitung hatte schon vor Längerem grundlegende Überlegungen über ihren Dienst im Erzbistum Köln angestrengt und entschieden, den Standort in Bonn aufzugeben. „Ich bedaure ausdrücklich diese Entscheidung. Der Wegzug der Karmeliter ist für die betroffenen Gemeinden und für die Kirche in Bonn ein großer Verlust,“ so Picken.

Der Stadtdechant sprach zuerst mit dem Pfarrgemeinderat über die personellen Perspektiven für den Seelsorgebereich. „Wann und wie die freiwerdende Pfarrstelle besetzt wird und welche Verstärkung das Seelsorgeteam konkret finden wird, ist gegenwärtig im Generalvikariat in Diskussion. Ich erlebe hier ein ernsthaftes Bemühen um eine gute Lösung für den Seelsorgebereich Am Ennert. Gegenwärtig gehe ich davon aus, dass alle ausstehenden Personalentscheidungen, die unsere Gemeinden in Bonn betreffen, zeitgleich im Juni bekanntgegeben werden.“

Zudem informierte der Stadtdechant den Pfarrgemeinderat darüber, dass noch vor den Sommerferien diesen Jahres ein Diskussionsprozess aller Kirchengemeinden im Stadtdekanat Bonn über die Gestaltung der pastoralen Zukunft beginnen werde. Diese Gespräche stünden im Kontext des diözesanweiten „Pastoralen Zukunftsweges“. Unterstützung sagte Picken dem Pfarrgemeinderat für die Festoktav zu Ehren der Heiligen Adelheid zu. Sie findet Ende August bis Anfang September statt und fällt damit in die Zeit des Wegzugs der Karmeliter. „Ich werde mich im Erzbistum dafür verwenden, dass für die Ferienzeit und die Oktav ein zusätzlicher Priester nach Pützchen entsendet wird. Auch werden die Priester des Stadtdekanates beraten, wie sie die Feierlichkeiten unterstützen können“, so Picken. Die Festoktav und die anschließende Feier von Pützchens Markt hätten eine große Bedeutung für die Kirche und für viele Bonner Bürger und führe viele Gäste von auswärts an den Rhein.

Die Zusage seiner Unterstützung erfuhr der Pfarrgemeinderat auch in dem Anliegen einer baldigen Besetzung der Stelle der Verwaltungsleitung. „Ich habe im Generalvikariat dieses Anliegen bereits vorgetragen und von dort die Zusage erhalten, dass man an einer konkreten Lösung arbeite“, sagt der Stadtdechant.

Eine Unterstützung durch eine Verwaltungskraft sei für die Gemeindegremien und das zukünftige Seelsorgeteam unter der Leitung eines Pfarrverwesers gerade in den kommenden Monaten wichtig. Deshalb hoffe er auf eine kurzfristige und qualifizierte Besetzung der offenen Stelle. Dass der für die Gläubigen unerwartete Weggang der Karmeliter Fragen und Sorgen aufwirft, sei mehr als verständlich. Wichtig sei jetzt, dass das Erzbistum personelle Entscheidungen treffe, die den Menschen in den Gemeinden Sicherheit geben und Perspektiven eröffnen würden, so Picken.

„Wir sind dankbar für das offene und gute Gespräch mit dem Stadtdechanten und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Auf Basis einer so lebendigen Gemeinde und mit Unterstützung aus Stadt und Bistum können wir zuversichtlich in die Zukunft des Seelsorgebereichs schauen“, erklärte gestern Michael Germann, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats.