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Bonner Pantheon: ungewöhnliche Premiere im Live-Stream

Live-Stream aus Lounge : Ungewöhnliche Premiere im Bonner Pantheon

Erstmals überträgt das Pantheon in Beuel aufgrund der Corona-Pandemie ein Konzert per Live-Stream ins Internet - die Zuschauer reagieren mit Likes und Kommentaren.

Alle Theater müssen derzeit aufgrund der Corona-Epidemie ihre Veranstaltungen absagen -  dennoch gab es nun eine Premiere im Pantheon. Die allerdings ein wenig anders abgelaufen ist, als man es sonst kennt. Aus der Lounge, dem Wohnzimmer des Theaters, wurde erstmals in einem Live-Stream auf Facebook ein kleines Konzert übertragen. Daria Assmus, Gesang, und Michael Barfuß, Piano, boten drei Soul-Songs als tröstendes Lebenszeichen für die Fans aus dem durch die Pandemie geschlossenen Theater. Assmus lebt in Ramersdorf und arbeitet unter anderem für die Beueler Popfarm.

Der kleine „seelige“ Livestream mit den wunderbaren ewigen Soulklassikern „Sitting on the dok of a Bay“, „A Song for You“ und „Son of a Preacherman“ hatte spontan über 40 Zuschauer, die während der Darbietung nicht an Likes und vor allem an Lob sparten. „Das war toll, Daria“, schreibt Susanne. Und Karsten bedankt sich mit den Worten: „Vielen Dank für die Show. Brillant.“

Nächster Live-Stream ist bereits in Planung

Die nächste Internet-Live-Stream-Übertragung, verriet Pressesprecher Harald Kirsch, wird am kommenden Donnerstag, 9. April, stattfinden. Dann tritt der Kabarettist Gregor Pallast in der leeren Lounge vor die Kamera und sendet ein positives Lebenszeichen für sich und das Pantheon.

„Das war schon etwas anderes, als vor Publikum zu spielen“, gesteht Daria nach dem Konzert. Denn in der Lounge waren insgesamt nur fünf Personen, verteilt im Saal, anwesend. „Normalerweise schaue ich direkt die Zuschauer an. Doch da waren heute keine und ich musste die Kamera anvisieren.“ Michael Barfuß hat das besondere Konzert auch genossen und hat auch diesem auch etwas Positives abgewinnen können. „Viel intensiver war es“, sagt er. Eigentlich wollten die beiden zusammen mit ihrer „Heavy Soulband“ am 12. April in der dritten Soul-Night die große Zeit des Motown-Souls aufleben lassen, doch das Konzert musste auf den 6. August verschoben werden. „Das war die Bonner Antwort auf den ESC“, meinte ein Techniker hinterher. Dem kann man nur hinzufügen: „And the Winner is Daria“.

 Bis zum 19. April stellt das Pantheon seinen Theaterbetrieb ein. Doch so ganz sicher ist sich Kirsch nicht, ob die Veranstaltungsstätten auch wieder öffnen dürfen, so bald das Kontakt- und Versammlungsverbot gelockert wird. „Wir sind das aber schon gewohnt, recht rasch auf 100 hochzulaufen“, erklärt der Pantheon-Pressesprecher.

Doch ungewiss ist derzeit vor allem, wie das Publikum nach der Krise reagieren wird und ob dieses wieder kurz danach wieder ins Theater kommt. „Wir sind Gewehr bei Fuß, alle Termine bis Ende des Jahres sind komplett verplant, einige Vorstellungen mussten wir auch bereits ins nächste Jahr verschieben“, so Kirsch.

Die Veranstaltungen ab dem 20. April sind seitens des Theaters noch nicht verschoben. Doch einige Künstler, die auf Tour sind, müssen ihre Gastspieltermine im Pantheon ändern, damit sie in ihren neuen Tourplan passen. Da nur wenige Veranstaltungen komplett abgesagt wurden, muss das Pantheon auch nicht ganz so viele Tickets an die Besucher erstatten. Die Karten für verlegte Veranstaltungen behalten ihre Gültigkeit.

Die aktuelle Programmplanung inklusive der Verschiebungen kann man der Internetseite www.pantheon.de/programm entnehmen.