Bonn-Oberkassel: Park Härle ist Heimat für seltene Tiere

Natur in Beuel : Park Härle in Oberkassel ist Heimat für seltene Tiere

Die Bio-Station Bonn/Rhein-Erft und der Arbeitskreis Fledermausschutz haben Besucher im Rahmen der Reihe „Stadt Land Fluss“ durch den Park Härle begleitet. Dabei erfuhren sie mehr über Fledermäuse, Gelbbauchunke, Wild- und Honigbienen und Hirschkäfer.

Rote Walnüsse, gelbe stachelige Hagebutten, Pomeranzen lagen am Eingang des Arboretum Park Härle aus und zogen neugierige Besucher an. „Wir zeigen hier heute, dass wir nicht nur einen großen Schatz an Pflanzen zu bieten haben, sondern auch zahlreichen Tieren eine Heimat bieten“, schildert Michael Dreisvogt. Der gelernte Gärtner und Landschaftsarchitekt ist seit 2001 Leiter der Anlage in Oberkassel.

Am vergangenen Freitag war der Park im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Stadt Land Fluss im Siebengebirge" des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) vom späten Nachmittag bis in den Abend hinein geöffnet. In Kooperation mit der Biostation Bonn/ Rhein-Erft und dem Bonner Arbeitskreis für Fledermausschutz (BAFF) war unter dem Motto „Wilde und nützliche Tiere im Park Härle“ ein interessantes Programm zusammengestellt worden. Bei einem Spaziergang durch den idyllischen Park konnten die Besucher an aufgebauten Stationen mehr über Fledermäuse, Gelbbauchunke, Wild- und Honigbienen, Hirschkäfer erfahren. Typische, seltene und nützliche Tiere denen der Park Lebensraum bietet.

Der Mensch half nach

Teilweise hat der Mensch nachgeholfen. Im oberen Teil zwischen Maar und Obstwiese sind vor wenigen Jahren einige Laichgewässer angelegt worden. Gelbbauchunke, Wasserfrosch und Kammmolch haben hier einen streng geschützten Lebensraum gefunden. „Die akut vom Aussterben bedrohte Gelbbauchunke gibt es ein Artenschutzprogramm, vor sieben, acht Jahren wurden auch hier die Teiche dazu angelegt“, erklärt Monika Hachtel von der Biostation Bonn/Rhein-Erft. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz seien die Unken eine streng geschützte Art, die nicht gefangen, verletzt oder getötet werden darf, so die Diplom-Biologin. Außerdem sei es verboten, sie in ihren streng geschützten Lebensräumen aufzuscheuchen. Die Besucher sind fasziniert von den Amphibien, wie auch Paul Schröder, einer der vier Freiwilligendienstleister der Biostation.

Über den Hirschkäfer, der größte und wohl bekannteste Käfer unserer Wälder, informierte ein Aufsteller. Er ist ebenfalls stark gefährdet. Doch Gartenbesitzer können hier jedoch selbst etwas tun und den Larven beispielsweise Totholz bieten. Die Biologische Station berät gerne.

Fledermausjagd in der Abenddämmerung

Auch Imker Wolfgang Fremuth hat seine Bienen u.a. im Arboretum Park Härle stehen. An seinem Stand erzählte der Imker aus dem Leben der Bienen und wie man Honig gewinnt. „Honigbienen können alleine nicht überleben, sie brauchen den sozialen Kontakt. Aber als Volk sind sie sogar in der Lage zu überwintern, denn in den Wintermonaten ernähren sie sich von den im Sommer angelegten Honigvorräten. Da der Imker die gefüllten Honigwaben aber entnimmt, füttert er anstelle dessen seine Völker mit Zuckerwasser durch den Winter.“

Mit Beginn der Abenddämmerung ging es auf Fledermausjagd. Alexander Gravenhorst, Joachim Mogdans und Tom Wegener vom Arbeitskreis für Fledermausschutz boten eine kleine Exkursion im Parkgelände an. Zu erkennen waren die Tiere am besten kurz vor Einbruch der Dunkelheit gegen den noch hellen Horizont. Bis in den Herbst, immer nachts, jagen die kleinen, faszinieren Säugetiere fast ausschließlich Insekten. Auch wenn sie recht gut sehen, jagen und orientieren sich unsere Fledermäuse mit der Ultraschall-Echoortung.

Mit Hilfe der mitgebrachten Bat-Detektoren konnten die normalerweise für uns Menschen nicht hörbaren Ultraschallaute in knachzend-fiepende Geräusche umgewandelt werden. So lassen sich die Tiere beobachten und bestimmen. Die Rufe auf unterschiedlichen Frequenzen sowie spezielle Verhaltensweisen, andere Lebensräume und Nahrungsquellen kennzeichneten die Arten, so Mogdans. Dies sind alles Attribute, die eine Erkennung der Fledermausart ermöglichen. Eine Besucherin flüsterte in die Dunkelheit „Ich bin froh, dass wir noch so lange geblieben sind und dies mitmachen.“

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