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Beueler Classics: Blechlawine verzückte die Beueler

Beueler Classics : Blechlawine verzückte die Beueler

Der frisch polierte Lack der rund 120 Oldtimer, geparkt in Reih' und Glied am Rheinufer, glänzte im sonntagmittaglichem Sonnenschein. Die Oldtimerfreunde veranstalteten die zweite Auflage der Beueler Classics und lockten bei frühsommerlichen Temperaturen und Live-Musik zahlreiche Besucher auf die Promenande.

"Kaum zu glauben aber dieser Wagen war mal ein wahres Nagetierasyl", lacht Eva-Maria Geutebrück, mit knallrotem Pünktchenkleid und passendem Sonnenschirm stilecht gekleidet. Eichhörnchen und Mäuse hätten sich in dem Fahrzeug eingerichtet, bis Geutebrück sich des cremeweißen Ford Taunus P3 annahm und ihn mit ein bisschen Hilfe wieder auf Vordermann brachte.

"Glücklicherweise haben sich zwei Mitarbeiter der Oldtimerabteilung von Ford genau wie ich in diesen Wagen verliebt und ihn restauriert." Heute sei die erste große Reise der "Badewanne", fügt sie stolz hinzu. Die Liebe zu Autos habe sie von ihrem Vater. "Ich bin schon als Achtjährige bei Papas Autorennen mitgefahren oder habe hinten auf dem Motorrad gesessen."

Ein Besucher schwärmt von einem silbergrauen Citroen DS, der "Göttin" unter den Vehikeln. "Fahren im schwebenden Zustand hieß es Ende der Fünfziger." Frank Fröhlingsdorf aus Bensberg fährt mit seinem Ford Model A Phaeton Cabrio auch mal auf den Parkplatz des nächsten Supermarkts, zum Fahren sei der Wagen ja schließlich da. Das sandgelbe Gefährt, vor einem Jahr in Holland gekauft, ist ein echter Hingucker.

Der Blick auf die Oldtimer würde in ihm eine alte Liebe neu entfachen, meint Karl-Heinz Habeth aus Bornheim. "Als Kfz-Mechaniker habe ich das Herumwerken an den Autos ja gelernt." Auch heute noch mache er die Wagen, wenn es denn geht, noch selber fertig.

Nael aus Bonn trägt Elvistolle und fährt einen 68er Cadillac DeVille. In der Frontscheibe hängt ein Foto seines Frisuren-Vorbilds und der Lenkradschutz hat die Farben der US-amerikanischen Flagge. "Die 50er, das ist halt meine Welt", sagt er. "Nehmen Sie bitte ihre Hände von dem Wagen, den habe ich gestern poliert", meckert ein Wagenbesitzer kopfschüttelnd.

Andere stellten vorsichtshalber gleich Schilder vors Gefährt: "Nur gucken - nicht anfassen". "Autos sind für mich wie Freunde: Sie können einem so viel Geborgenheit geben", findet Eva-Maria Geutebrück. "Es ist warm, man kann in ihnen essen und ist geschützt." Die wichtigste Prüfung in ihrem Leben für sie bisher ganz klar: "Die Führerscheinprüfung!"