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Workshop in der Brotfabrik: Beueler lernen Tanz Sabar aus Afrika

Workshop in der Brotfabrik : Beueler lernen Tanz Sabar aus Afrika

Der Tanz Sabar kommt aus dem Senegal und wird in den Clubs aller afrikanische Metropolen getanzt. Das findet auch Interesse im Rheinland.

„Afrika! Afrika!“ Das ist seit 2005 der Name einer Show von André Heller, die bis heute über drei Millionen Besucher in die großen Hallen Europas lockte. In dieser Show werden neben Artistik und Gesang hauptsächlich Musik und Tanz gezeigt, und zwar afrikanischer Tanz, wie er so vollendet und schwungvoll vorher bei uns live noch nie zu sehen war.

Sabar heißt der Tanz aus Westafrika, hauptsächlich aus dem Senegal, zu dessen mitreißenden Trommelwirbeln die Tänzer ihr afrikanisches Talent und Temperament zeigen. Helena und Diene Sagna gastierten mit dem Ensemble vor Jahren in dieser Show in Deutschland, sind hiergeblieben und brachten ein wenig Afrika am vergangenen Samstag nach Beuel in die Brotfabrik.

Nicht als Show, sondern als Vortänzer, als Lehrmeister in mehreren Workshops. Zuerst für Anfänger, dann für Fortgeschrittene und schließlich den sogenannten Afrobeat, wie er heute in den Clubs aller afrikanischen Metropolen getanzt wird.

Ute Baoum aus Auerberg tanzt seit vier Jahren Sabar und ist fasziniert von dem Tanz. „Sabar ist ein alter, traditioneller Tanz“, erzählt sie, „der früher im Senegal auf Hochzeiten oder Taufen getanzt wurde.“ Sabar ist ein Wort, das sowohl für die typischen Trommeln, die unbedingt dazu gehören, als auch für den Tanz selber und für die Tanzveranstaltung benutzt wird.

Früher haben nur Frauen diesen Tanz getanzt, der einfach viel Energie verlange und viel Spaß bringe. „Inzwischen tanzen ihn auch die Männer“, erzählt sie weiter. Sie muss es wissen, ist sie doch mit einem Westafrikaner verheiratet. „Eine Sabar-Tanzszene im Großraum Bonn, auch gute Tanzlehrer dafür, gibt es bisher nicht“, hat sie festgestellt.

Doch Diene Sagna, der gerade aus London kam, versucht mit seiner Frau Helene, hier etwas aufzubauen. Sabar, erklärte sie, hat nichts mit den klassischen Tänzen zu tun, die in Europa getanzt werden. Zuerst lernen die Teilnehmer des Workshops die Grundschritte zur Musik – die live gespielten Trommeln geben den Rhythmus vor.

Die nächste Stufe ist das eigene Improvisieren, die Variation der gelernten Grundschritte. Und wenn man das beherrscht und die dritte Stufe erklimmt, dann dreht sich das Verhältnis von Musik und Tänzern. Ein oder ein paar wenige Tänzer tanzen dann in der Mitte, die Musik sucht sich einen davon aus, und die Trommeln folgen dann diesem Tänzer.

Obwohl sie schon gut 20 Jahre afrikanische Tänze liebt und tanzt, hat Susanne Niang aus Beuel an diesen Workshops teilgenommen. „Meine Leidenschaft ist vergleichbar, wie wenn man ein ganz schweres Puzzle vor sich hat. Irgendwann kann man nicht mehr aufhören.“ Vorher hatte sie klassisches Ballett und Jazzdance gemacht, ist aber relativ früh am afrikanischen Tanz hängen geblieben. „Es gibt nichts, was so viel Spaß macht.“

Die Kommunikation mit den Trommlern ist ihre Herausforderung. Zuerst habe man die Bausteine gelernt, wie man Vokabeln lernt. Nachher spricht man ganze Sätze, das heißt, man tanzt frei, sozusagen eine Kür. Dann führen die Tänzer „das Gespräch mit den Musikern“, wie sie es nennt, an. In Bonn gibt es zu ihrem Bedauern keine Szene für afrikanische Tänze. Aber immer mittwochs um 20.15 Uhr treffen sich neuerdings Sabar-Begeisterte im „Dance-Discover“ in der Kaiserstraße 1c zum Tanzen.