Vorbereitung der Ferienfreizeit: Beueler Kinder werden Bürger der Mini-Stadt Finkenhausen

Vorbereitung der Ferienfreizeit : Beueler Kinder werden Bürger der Mini-Stadt Finkenhausen

Die Jugendfarm bereitet die Ferienfreizeit Finkenhausen vor. Für die Kinder in Beuel beginnt der Ernst des Lebens am 16. Juli – jedenfalls wenn sie sich als Bürger der Ministadt angemeldet haben.

Am Eingang des Kinder- und Jugendtreffs Finkenweg gibt es einen Bürgerausweis, sie müssen ihren Eltern bis zum Abend Lebewohl sagen, denn die dürfen nicht mit aufs Gelände. Und als Erstes müssen sich die Kinder im Bürgeramt eine Arbeitskarte holen. Dann müssen sie Geld verdienen, um über die Runden zu kommen – wie die Großen.

Für Organisator Alexaner Lönne und sein Team hat jetzt die heiße Vorbereitungsphase begonnen. Wo kommen welche Betriebe hin, wer besetzt die Verwaltung, auch ein Wlan-Zugang muss speziell eingerichtet werden. Das ist alles nichts Neues für die Organisatoren, sie machen es ja schon zum dritten Mal, und außerdem sind sie auch an der Durchführung von Mini-Beuel beteiligt, gegen das die Kinderstadt Finkenhausen nur ein kleiner Ableger ist.

Ein paar Neuerungen gibt es dieses Jahr: Im Bereich Handwerk können die Kinder Hütten aus Holz bauen, das Fachwissen dafür holt man sich von der Jugendfarm und vom Aktivspielplatz auf dem Brüser Berg. Erstmals wird auch der Beruf Pizzabäcker angeboten. „Und wir haben einen Eventmanager, der Partys und Sportveranstaltungen organisieren soll“, so Lönne.

Auch ein Bürgermeister wird gewählt

Ansonsten ist alles beim Alten: Es gibt Berufe, 18 insgesamt. Die Kinder können sich morgens einen aussuchen, in dem sie dann ihre Finkentaler verdienen, die sie bei der Bank abholen können. Es wird Lebensmittelbetriebe geben, etwa eine Karibikbar, Verwaltungsberufe, ein Kettcar-Taxiunternehmen, einen Kurierdienst, Handwerker, Sportverein und Kreativwerkstatt, außerdem eine Nachrichtencrew, eine Zeitung, ein Musikstudio und eine Internetredaktion, die täglich einen Blog verfassen soll.

Auch ein Bürgermeister wird gewählt, die Kandidaten machen in jeder der beiden Wochen am ersten Tag Wahlkampf, am zweiten wird gewählt, der Gewinner abends in der Bürgerversammlung vorgestellt. Er entscheidet im Stadtrat über das Geschehen in Finkenhausen, und wenn dort der Bau einer Raketenabschussrampe beschlossen wird ... Nun, meint Lönne, der gesunde Menschenverstand und die Begleitung des Stadtrats sollten das verhindern. „Wir haben das Ziel, dass die Kinder merken, dass sie selbstbestimmt entscheiden können“, sagt er. Die Eltern haben nur an den beiden Freitagen Zutritt, dann können sie sich die Ergebnisse der Woche zeigen lassen. Und die Betreuer und Organisatoren wollen sich nach Möglichkeit raushalten.

Die Ferienfreizeit geht vom 16. bis 27. Juli. Für 60 Kinder pro Woche ist Platz, man kann sich noch anmelden – genauer gesagt: Es werden noch dringend Finkenhausener gesucht. „Wir haben gerade mal die Hälfte der Plätze besetzt“, so Lönne. Das Ganze kostet 25 Euro pro Woche, anders als in Mini-Beuel können Kinder auch beide Wochen kommen. Man ist auch nicht auf die umliegenden Stadtteile beschränkt - bislang waren aber von dort immer genügend Kinder gekommen. Die Anmeldeunterlagen kann man im Treff, Finkenweg 31 in 53229 Bonn, abholen. Infos gibt es auch telefonisch unter Tel. 02 28/6 29 87 98 21, die E-Mail-Adresse lautet finkenweg@jugendfarm-bonn.de.

Und wenn man die Unterlagen vor Ort – die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr - abgibt, kann man auch schon mal die Örtlichkeiten sichten.

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