Kommentar zu Flüchtlinge in Vilich-Mülheim: Bedrohliche Entwicklung

Kommentar zu Flüchtlinge in Vilich-Mülheim : Bedrohliche Entwicklung

Die Pläne der Stadt, vier Flüchtlingsunterkünfte in Vilich-Müldorf einzurichten hat für Unruhe im Ort geführt.

Das Thema Flüchtlingsunterkünfte hat den Dorffrieden in Vilich-Müldorf empfindlich gestört. Die sehr kurzfristige Ankündigung der Stadt Bonn, vier Flüchtlingsunterkünfte für bis zu 1200 Menschen in dem 3300-Seelen-Ort unterzubringen, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. Die Mehrheit signalisiert zwar deutlich, Flüchtlinge im Dorf integrieren zu wollen. Aber die Anzahl der Neubürger bereitet ihr Sorgen. Eine kleine, offensichtlich unmotivierte Gruppe ist derart über die Vorgehensweise der Stadt verärgert, dass sie bereit ist, die Unterbringungsabsichten der Verwaltung zu torpedieren. Äußerungen wie „Das Dorf wird dem Gesamtinteresse der Stadt Bonn geopfert“ zeugen nicht von einer liberalen Willkommenskultur. Das stimmt nachdenklich und fordert zum Handeln auf.

Politik und Verwaltung müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, das Thema Standortsuche für Flüchtlingsunterkünfte unsensibel und unprofessionell angepackt zu haben. Wer will, dass die Integration von Flüchtlingen möglichst unaufgeregt erfolgt, der muss die Menschen vor Ort für diese enorm wichtige Aufgabe gewinnen und mitnehmen. Denn nur sie sind diejenigen, die die Flüchtlinge im Alltag integrieren können.

Was ist jetzt zu tun? Die Stadt Bonn muss ihre Pläne korrigieren und die Flüchtlinge ausgewogener auf den gesamten Stadtbezirk Beuel verteilen. Es kann nicht nur die Aufgabe von Vilich-Müldorfern und Pützchener Bürgern sein, Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren. Bislang leben Flüchtlinge in Beuel nur in Turnhallen, auf dem Ledenhof und in der Jugendverkehrsschule. Dass sind aber nur Notunterkünfte, die sich für eine Integration ins Ortsleben nicht wirklich eignen. Es müssen menschenfreundlichere Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden.

Beuel hat schon oft seine Willkommenskultur unter Beweis gestellt, jetzt ist der Stadtbezirk erneut gefordert, Menschen zu helfen, die dringend Hilfe bedürfen. Und deshalb muss der drohende Verteilungskampf zwischen den Orten im Keim erstickt werden. Und das geht nur über eine sinnvolle und nachvollziehbare Zuweisung von Flüchtlingen.

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