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Neue Hindernisse auf dem Rebecca-Trail: Barrieren im Ennertwald gegen Mountainbiker

Neue Hindernisse auf dem Rebecca-Trail : Barrieren im Ennertwald gegen Mountainbiker

Das Regionalforstamt und die Biologische Station machen ernst: Um im Ennertwald den sogenannten Rebecca-Trail vor Mountainbikern zu schützen, errichten sie Baumbarrieren.

Naturschützer wird es freuen, Mountainbiker werden sich ärgern: Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft und die Biologische Station Bonn/Rhein-Erft haben den sogenannten Rebecca-Trail im Naturschutzgebiet Ennert gesperrt. Die ein Kilometer lange Bikerroute führte von der Rabenlay und vom Stingenberg vorbei am ausgetrockneten Märchensee bis zum ehemaligen Sportplatz am Rauchlochweg.

Dort, wo bis vor wenigen Tagen Mountainbiker aus einem Geländeeinschnitt herausfuhren und am Ziel ihrer Abfahrt waren, stapeln sich nun mehrere Meter hoch Baumstümpfe. Sie verhindern die Durchfahrt und damit ein Befahren des Rebecca-Trails. Auch auf der Strecke lagern die massiven Holzwurzeln, um auch weiterhin uneinsichtige Mountainbiker vom Rad zu zwingen.

„Die Strecke ist für Mountainbiker sehr reizvoll. Es handelt sich aber um keinen offiziellen Weg und damit ist die Benutzung ein Verstoß gegen die Schutzgebietsverordnung“, erklärte Christian Chmela, Leiter der Biologischen Station. Verbotsschilder und Appelle an die Mountainbiker hätten in der Vergangenheit nichts genutzt, weshalb man sich jetzt zum Handeln gezwungen gesehen hätte, so der Naturschützer.

Bernd Sommerhäuser, zuständiger Revierförster, wirbt für Verständnis: „Die Hanglage unterhalb des Rheinhöhenwegs ist aus Naturschutzsicht äußerst sensibel. Dort brüten Wanderfalken und Uhus, die auf die kleinste Störung extrem reagieren und ihre Nistplätze aufgeben.“ Man habe in der Vergangenheit viel Geduld bewiesen und immer wieder das Gespräch mit den Mountainbikern gesucht, aber ohne Erfolg. Im Gegenteil: Die Anzahl der Biker habe durch die zahlreichen Foren in den sozialen Medien zugenommen. „Der Rebecca-Trail galt lange als Geheimtipp und hat über die Jahre immer mehr Fans gefunden“, so Chmela. Teilweise sei der Trail von den Bikern mit gelber Farbe zur Orientierung für Ortsunkundige ausgezeichnet worden.

Chmela betonte, dass dieser Sonnenhang durch seine Südwestlage für viele Waldbesucher sehr attraktiv ist: „Die Aussichtspunkte am Rheinhöhenweg locken viele Menschen an. Und wir wollen ja auch, dass Menschen im Wald Erholung finden. Aber das Verlassen der Wanderwege ist grundsätzlich verboten – auch für Spaziergänger. Auch das Freilaufen von Hunden ist untersagt.“

Dass der Siebengebirgswald an dieser Stelle besonderen Reiz ausübe, liege an vielen Besonderheiten wie Buchen, Basalt und seltene Pflanzen. Deshalb trage der Wald auch das FFH-Siegel, das für Flora, Fauna und Habitat steht. „Nicht umsonst wurde vor Jahren in der Region darüber gestritten, ob das Siebengebirge zum Nationalpark erklärt werden soll“, erinnerte sich Chmela. Der Ausgang der Diskussion ist bekannt: Ein Bürgerentscheid sprach sich dagegen aus.

Die Baumstümpfe hat der Landesbetrieb Straßen NRW geliefert, der am Rauchlochweg den Ennerthang gegen mögliche Rutschungen absichern und ein Regenüberlaufbecken bauen muss. Die rund 700.000 Euro teure Hangsicherung soll noch vor Weihnachten abgeschlossen werden. Stephan Post, zuständiger Bauleiter von Straßen NRW: „Wenn der Frost uns keinen Strich durch die Rechnung macht, schaffen wir das.“

Neben den Bikern hat laut Revierförster Sommerhäuser auch die Zahl der unvernünftigen Wanderer zugenommen: „Ich erlebe immer häufiger, dass Spaziergänger die Absperrungen überwinden und sich direkt an die Hangkante stellen. Das ist lebensgefährlich, weil die Kante nicht aus massivem Fels, sondern aus bröckelnden Erdschichten besteht. Wer dort abstürzt, landet 40 Meter tiefer.“