S13-Bau: Bahnunterführungen in Beuel für Jahre gesperrt

S13-Bau : Bahnunterführungen in Beuel für Jahre gesperrt

Die Deutsche Bahn muss für den Bau der S13 die Durchfahrt am Bröltalbahnweg und mehrere Unterführungen im Nordosten von Beuel sperren. Besonders betroffen sind Vilich-Müldorf, Geislar und Vilich.

Die Deutsche Bahn (DB) wird ab 2019 mehrere Brücken und Tunnel im Beueler Stadtgebiet sperren – und das teilweise für mehrere Jahre. Grund ist die im November 2016 begonnene Verlängerung der S 13-Trasse von Troisdorf nach Oberkassel. Von diesen Bauarbeiten besonders betroffen sind die Ortsteile im Norden und Nordosten von Beuel: Vilich-Müldorf, Geislar und Vilich. Und da sich die Nachricht von den Sperrungen in den vergangenen Tagen wie ein Lauffeuer in den Orten verbreitet hat, sind viele Bewohner verunsichert.

„Wir müssen die Gleisstrecke verbreitern, weil in diesem Streckenabschnitt zu den bereits bestehenden zwei Eisenbahngleisen zwei weitere S-Bahngleise hinzukommen. Die Unterführungen sind dafür zu schmal, so dass die Brücken abgerissen und erneuert werden müssen“, erklärt Bahn-Projektleiter Jens Sülwold. Die Zeitspannen seien auch deshalb so lang, weil die Gleistrasse im Abschnitt zwischen Bahnhof Beuel und dem neuen Haltepunkt Vilich auf einer Länge von 1000 Metern um 1,50 Meter tiefer gelegt werden müsse, damit eine Umsteigebeziehung zwischen der Stadtbahnlinie 66 und der S 13 gebaut werden könne. Außerdem baue man bei laufendem Zugverkehr.

Die drei Bürgervereine befürchten während der Bauphase Schlimmstes. „Wir haben gehört, dass zum Beispiel die Unterführung Hammstraße, die Geislar und Vilich-Müldorf verbindet, bis zu fünf Jahre gesperrt werden soll. Und nun wissen die Bürger nicht, wie in dieser Zeit ihre Kinder mit dem Fahrrad zur Schule, zum Musikunterricht und zum Vereinssport fahren können“, sagt Thomas Biedermann, Vorsitzender des Bürgervereins Vilich-Müldorf im Gespräch mit dem GA.

Im Nachbarort Geislar ist die Stimmung nicht anders. Ein besorgter Anwohner der Hammstraße äußerte sich so: „Stadt und DB haben vermutlich keine Kenntnis davon, wie viele Fahrradfahrer und Fußgänger täglich diese autofreie Verbindung nutzen. Wer die Unterführung nicht passieren kann, muss einen riesigen Umweg in Kauf nehmen, um nach Vilich-Müldorf zu gelangen.“

Auch Ausweichstrecke entfällt

Nach Einschätzung der drei Bürgervereine und des Technischen Hilfswerks (THW), das seine Unterkunft an der Beueler Straße zwischen Vilich und Vilich-Müldorf hat, entfällt demnächst auch noch die einzige Ausweichstrecke für die Menschen im Beueler Nordosten: In Höhe der Bahnstrecke soll auch die Schultheißstraße in Vilich (Verlängerung der Beueler Straße) wegen eines Austauschs der dortigen Brücke gesperrt werden. „Bei dieser Planung der Sperrungen müssen die Verantwortlichen geschlafen haben“, ärgert sich Ralf Reetmeyer, stellvertretender Ortsbeauftragter des THW Beuel.

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Sowohl die Bürgervereine als auch das THW stellen die Frage: „Wie stellt sich die Stadt Bonn die Regelung des Verkehrs für Radfahrer und Autofahrer in den genannten Zeiträumen vor?“ Auf Nachfrage des GA äußerte sich dazu Isabel Klotz vom städtischen Presseamt: „Die Stadt Bonn hat direkt mit den Bauarbeiten nichts zu tun und nimmt nur eine Vermittlerrolle ein. Verantwortlich ist in diesem Fall die Deutsche Bahn.“ Allerdings stünden die zuständigen Fachämter der Stadt Bonn mit dieser im intensiven Austausch, um bei der Bürgerversammlung am nächsten Montag mögliche Umleitungen anbieten zu können.

2019 beginnen die Sperrungen

Bahn-Projektleiter Sülwold erklärte dem GA weiter, dass die Bahn sehr wohl anerkenne, dass die Bürger längere Umwege fahren müssten. Deshalb werde man darauf achten, dass von den drei betroffenen Verkehrsrouten (Am Burgpark, Schultheißstraße und B 56) möglichst immer zwei offen blieben. Laut Sülwold sieht die derzeitige Planung so aus: Die Unterführung in Vilich Am Burgpark soll 2019 und 2020 geschlossen sein, die an der Schultheißstraße von 2021 bis 2024 und die Hammstraße in Geislar wird in zwei Abschnitte aufgeteilt. Die westliche Gleisseite ist von 2020 bis 2022 zu, die Ostseite von 2024 bis 2025.

„Der Engpass ist das Jahr 2020. In dem Jahr öffnen wir den Burgpark und schließen die Westseite der Hammstraße. Optimal wäre, wenn sich diese beiden Maßnahmen nicht überschneiden“, so Sülwold. Die neue Eisenbahnüberführung an der B 56/Siebenmorgenweg sei schon in Betrieb und stünde somit dauerhaft als Umleitung für Autofahrer zur Verfügung. „Radfahrer können den neuen, vom Landesbetrieb Straßen NRW parallel zur B 56 gebauten Radweg als Umleitung nutzen“, so Sülwold.

Bei der Durchsicht der Unterlagen ist dem GA aufgefallen, dass dort ein Brohltalweg mit einer Sperrung von 2021 bis 2025 angegeben ist. Gemeint ist allerdings der Bröltalbahnweg, der kombinierte Rad- und Fußweg, der vom Beueler Rheinufer bis zur Kreuzung Siegburger Straße/Pützchens Chaussee/Gartenstraße führt.

Unterführung für vier Jahre geschlossen

Sülwold bestätigte, dass diese Verbindung tatsächlich in Höhe der Eisenbahnquerung für vier Jahre geschlossen wird: „Dort müssen wir die alte Brücke abreißen und durch eine neue Brücke ersetzen. Diese Baustelle ist sehr komplex, weil wir dort eine Konstruktion einsetzen müssen, die sowohl den Straßenverkehr auf dem Platanenweg und auf dem Siebenmorgenweg als auch den Bahnverkehr von zwei DB-Gleisen und zwei S13-Gleisen tragen muss.“ Das sei eine Herausforderung und würde entsprechend Zeit benötigen. DB und Stadt würden derzeit an möglichen Umleitungsvarianten arbeiten.

Am Montag, 19. November, informieren Vertreter der Stadt Bonn und der Deutschen Bahn über weitere Details in einer Bürgerversammlung. Sie findet ab 20 Uhr in der Mühlenbachhalle in Vilich-Müldorf, Wilfried-Hatzfeld-Straße, statt. Dort werden auch mögliche Alternativrouten für Radfahrer und Fußgänger thematisiert.