Kleinkrieg ums Klubheim: Anwohner des TuS Pützchen: "Wir sind keine Querulanten"

Kleinkrieg ums Klubheim : Anwohner des TuS Pützchen: "Wir sind keine Querulanten"

Die Anlieger rund um den Sportplatzes am Rosenbach stört nicht der Spielbetrieb, sondern nur die Feiern im Vereinsheim.

Die Nachbarschaft rund um das Vereinsheim des TuS Pützchen fühlt sich ungerecht behandelt. "Wir sind keine Querulanten, keine Minderheit, die dem TuS Pützchen etwas anhaben will. Das stimmt überhaupt nicht. Wir haben nichts gegen den Spiel- und Trainingsbetrieb des Vereins, aber wir weigern uns, den unnötigen Partylärm weiterhin ertragen zu müssen", sagte Monika Wonneberger.

Der berufstätigen Frau, die seit sieben Jahren in der Straße Rosenbach wohnt, geht es wie vielen anderen Nachbarn: Nach der Arbeit fallen sie müde ins Bett, wollen schlafen, kommen aber nicht zur Ruhe. "Vor allem freitags bis sonntags wird das Vereinsheim an Dritte vermietet, die dort auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen und bis tief in die Nacht lauthals feiern", ergänzte Luzi Neumann, die mit ihrer Familie seit 14 Jahren in der Monheimstraße lebt.

Es gibt sogar Nachbarn, die seit 40 Jahren mit der Vereinsführung im Clinch liegen. "1974 sind wir bereits vor Gericht gezogen und haben gewonnen. Der Verein musste damals eine Strafe in Höhe von 1000 Mark wegen Ruhestörung bezahlen und erhielt erste Auflagen", erinnerte sich Rosenbach-Anwohnerin Eva-Maria Klein.

Geändert hat sich bis heute nicht viel. Und weil das so ist, will die Stadt Bonn dem Verein eine Abmahnung schicken (der GA berichtete). Als Vertragspartner des Sportvereins - das städtische Grundstück ging im Rahmen des Erbbaurechts an den Verein - will die Stadtverwaltung dem Verein eine Vermietung an Dritte untersagen. Bei Nichtbeachtung droht das sogenannte Heimfallrecht. Will heißen: Wenn der TuS Pützchen sich nicht an die Auflagen hält, wird der Vertrag aufgelöst und das Vereinsheim fällt an die Stadt.

Einige Nachbarn fühlen sich sogar von dem Verein bedroht. "Vermutlich erboste Mitglieder haben unsere Häuser in der Vergangenheit mit Eiern beworfen und Autoreifen von den Wagen montiert", sagte ein Mann, der namentlich nicht genannt werden will. Er geht sogar soweit und spricht von "absichtlichen Ereignissen, die die Stimmung aufheizen sollen". Als Beispiel nennt er Autorennen auf dem Sportplatz und das Abzünden von Feuerwerksraketen auf dem Spielfeld.

Peter Heidinger, seit 35 Jahren Vorsitzender des TuS Pützchen, sorgt sich um die Zukunft seines Vereins: "Wenn die Stadt uns das Franz-Neubauer-Heim abnehmen sollte, ist das nicht nur das Aus für den Sport in Pützchen.

Auch viele andere Ortsvereine nutzen die Unterkunft für Veranstaltungen." 90 Prozent aller Veranstaltungen hätten nichts mit dem TuS zu tun. Und zum Thema Lärm und Untervermietung wiederholt Heidinger seinen Standpunkt gebetsmühlenartig: "Wir schließen mit den Mietern knallharte Verträge ab, die genau regeln, was nach 22 Uhr erlaubt ist. Trotzdem werden alle Überschreitungen uns in die Schuhe geschoben."

Acht Nachbarn, die sich sozusagen als Sprecher der Anliegergemeinschaft sehen, haben alle Verstöße säuberlich registriert. Sogar Filmaufnahmen von nächtlichen Feiern und Polizeiaktionen liegen vor. "Wir wollen dem Verein nichts, aber wir müssen uns zu unserem eigenen Schutz mit Argumenten und Beweismitteln ausrüsten", sagte Klaus W. Neumann dem GA.

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