25-Jährige schrie um Hilfe: Anklage wegen sexueller Nötigung nach Angriff an Kennedybrücke

25-Jährige schrie um Hilfe : Anklage wegen sexueller Nötigung nach Angriff an Kennedybrücke

Die Bonner Staatsanwaltschaft wirft einem 27-jährigen syrischen Flüchtling sexuelle Nötigung vor. Er soll am 11. Juni versucht haben, eine 25-Jährige in einem Gebüsch am Fuß der Kennedybrücke zu vergewaltigen.

Es war der zweite sexuelle Übergriff eines Asylbewerbers innerhalb weniger Wochen in Bonn. Nach der Vergewaltigung einer 23-jährigen Studentin in den Siegauen am 2. April wurde am 11. Juni eine 25-Jährige an der Kennedybrücke in Beuel von einem Mann überfallen und ins Gebüsch gezerrt.

Zu einer vollendeten Vergewaltigung kam es allerdings nicht, denn als die von einer Zeugin alarmierte Polizei eintraf, versuchte der Täter vergeblich der Festnahme mit einem Sprung in den Rhein zu entgehen. Nun hat die Staatsanwaltschaft den 27-Jährigen angeklagt. Demnächst steht er vor dem Landgericht, wie dessen Sprecher Bastian Sczech mitteilte.

Vollendete gewaltsame sexuelle Nötigung wirft die Anklage dem seit 2015 in einer Unterkunft in Meckenheim lebenden syrischen Flüchtling vor. Er soll in jener Nacht gegen 2 Uhr der 25-Jährigen auf der Brücke begegnet sein und beschlossen haben, sie zu vergewaltigen. Laut Anklage packte er die junge Frau, die in Richtung Beuel unterwegs war, zerrte sie die Treppe zum Rhein hinunter, stieß sie in ein Gebüsch, küsste sie auf den Mund und legte sich auf sie. Sie schrie verzweifelt um Hilfe.

Der Anklage zufolge hielt er ihr den Mund zu und sagte, er werde ihr nichts tun, er wolle nur Sex mit ihr und habe auch Kondome dabei. Sie versuchte, ihm zu entkommen, doch er drückte sie immer wieder zu Boden, wobei er ihr auch den Hals zugedrückt haben soll. Dann packte er ihr der Anklage zufolge an die Brust, öffnete ihre Hose und versuchte sie auszuziehen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Denn eine Zeugin hatte die Hilferufe gehört und sofort die Polizei alarmiert, die sehr schnell eintraf. Da flüchtete der 27-Jährige und sprang ins Wasser, doch die Beamten fischten ihn wieder heraus. Seitdem sitzt der Syrer in U-Haft und bestreitet die Tat, die seit einer Gesetzesänderung nicht mehr als versuchte Vergewaltigung gewertet wird, aber ebenfalls mit Haft zwischen einem Jahr und 15 Jahren geahndet werden kann.

Zeugin belastet Angeklagten

Der Anklage zufolge behauptet der 27-Jährige, der schon Ende Mai eine Frau in der Innenstadt attackiert haben und wegen Eigentumsdelikten polizeibekannt sein soll, alles sei einvernehmlich geschehen. Nach der Begegnung auf der Brücke seien er und die 25-Jährige die Treppe hinuntergegangen und an deren Fuß zu Boden gefallen. Dann hätten sie sich geküsst. Sie sei damit einverstanden gewesen. Um Sex sei es ihm nie gegangen.

Das alles aber nehmen ihm die Ermittler nicht ab, zumal in seiner Hosentasche Kondome gefunden wurden, eines war bereits ausgepackt, und Teile der Hülle lagen am Tatort. Außerdem bestätigt die Zeugin, die die Polizei alarmierte, laut Anklage die Schilderung der 25-Jährigen. Weitere Zeugen standen GA-Informationen zufolge zwar auf der Brücke, meldeten sich jedoch trotz entsprechender Bitte der Polizei nicht.