Gründung eines Förderkreises: ADFC will Verkehrsschule erhalten

Gründung eines Förderkreises : ADFC will Verkehrsschule erhalten

Das Aus für die Jugendverkehrsschule am Landgrabenweg will der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) noch abwenden. Bereits im Mai, nach dem Bekanntwerden der städtischen Schließungspläne, sei der ADFC Kreisverband Bonn/Rhein-Sieg tätig geworden, teilte jetzt die Vorsitzende Annette Quaedvlieg mit. Der Kreisverband kann sich die Gründung eines Förderkreises vorstellen. Die Stadt prüft mögliche Kooperationen.

Der Leiter der ADFC-Radfahrschule, Paul Kreutz, hat alle Ratsfraktionen und den Stadtverordneten seines Wohnortes, Joachim Stamp (FDP), per E-Mail kontaktiert: "Bevor der Rat der Stadt so einen weitreichenden, gegen Kinder gewandten Beschluss fasst, sollten alle Möglichkeiten ausgelotet werden, eine andere Form, eventuell sogar bessere Nutzung des Geländes zu entwickeln."

Kreutz hatte weiter geschrieben, dass wie bei den Freibädern eine Bürgerbeteiligung mit dem ADFC-Kreisverband oder die Gründung eines Förderkreises mit den Eltern unter Einbeziehung des ADFC möglich sein könnte. Und dann der Satz, der bei nahezu allen Angeschriebenen ohne Wirkung blieb: "Für solche Gespräche stehe ich Ihnen und der ADFC Bonn/Rhein-Sieg sehr gerne zur Verfügung."

Gesprochen habe niemand mit ihnen, bedauerte Quaedvlieg. Stattdessen habe der Rat beschlossen, die Verkehrsschule in Ramersdorf aufzugeben. "Herr Stamp hat uns vom Aus unterrichtet und darauf hingewiesen, dass die Radfahrausbildung jetzt dezentral an den Schulen erfolgen solle", sagt die ADFC-Kreisvorsitzende.

Die Grünen allerdings ließen durchblicken, dass es "kein endgültiges Aus für immer" sein müsse. Ähnlich wie bei Schwimmbädern und Stadtteilbibliotheken könne eventuell eine Übernahme durch einen Verein erfolgen. Sei sichergestellt, dass der Stadt keine Kosten entstünden, "könnte man das Grundstück sicherlich diesem Verein zur Nutzung überlassen, notfalls halt für einen Euro symbolische Miete", so die Grünen.

Das Schulamt habe dem ADFC auf Nachfrage erklärt, nicht zuständig zu sein, und auf das Städtische Gebäudemanagement verwiesen. "Dort allerdings hieß es, die Jugendverkehrsschule stünde in der Verantwortung des Schulamtes", erzählt Quaedvlieg.

Das scheint auch so zu sein, denn auf die Nachfrage des GA beim städtischen Presseamt, was denn mit der Verkehrsschule und dem Inventar geschehe, kam die Antwort vom Schulamt. Allerdings kurz und knapp: "Seitens der Verwaltung wird derzeit geprüft, ob eine Abgabe der Fahrräder an die Schulen oder eine Kooperation mit anderen Institutionen denkbar ist."

Für den ADFC wäre eine Kooperation nicht zuletzt deshalb interessant, weil der Verein seit vielen Jahren gegen ein Entgelt Erwachsenen in Wochenendkursen Radfahren beibringt. Und aktuell - kostenlos - auch Flüchtlinge unterrichtet. "Allerdings sind wir mit diesen Kursen auf dem Gelände einer Druckerei in Meckenheim und würden uns einen zentraleren Standort wünschen", betont Quaedvlieg.

Außerdem gebe man Pedelec-Kurse, also Elektrofahrradkurse, diese meist in Oberkassel oder im Kottenforst, was sich in Ramersdorf zentralisieren ließe. "Und wir wollten sowieso unsere Kinder- und Jugendarbeit intensivieren." Bislang habe man keinen Radfahrunterricht für diese Zielgruppe im Angebot. Zunächst aber hoffen Quaedvlieg und ihre Mitstreiter, dass es doch noch einen Anruf der Stadt in Sachen Jugendverkehrsschule gibt.

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