„Park(ing) Days“ in Bonn: ADFC verwandelt Beueler Parkplätze in Wohnzimmer

„Park(ing) Days“ in Bonn : ADFC verwandelt Beueler Parkplätze in Wohnzimmer

Für die Aktion "Park(ing) Days" werden zwei Parkplätze am Konrad-Adenauer-Platz zu einem Wohnzimmer. Der ADFC fordert Innenstädte mehr für Menschen anstatt für Autos zu gestalten.

Zwei für Autos vorgesehene Parkplätze am Konrad-Adenauer-Platz waren am Freitagnachmittag vier Stunden lang gesperrt. Statt mit Flatterband und Schildern auf einen Umzug oder anstehende Baumaßnahmen hinzuweisen, wurden dort Blumenkübel und Sitzmöbel aufgestellt. Erst ein zum Liegesofa umfunktionierter Fahrradanhänger, eine daneben stehende Fahne und ein Baldachin mit der Aufschrift des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) ließen erkennen, dass es sich im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche um eine Aktion anlässlich des weltweiten „Park(ing) Days“ handelte.

„Solche Maßnahmen müssten wir eigentlich das ganz Jahr über machen“, sagte Satu Ulvi und rollte einen weiteren Teppich auf einem der Parkplätze aus. Die zweite Vorsitzende vom ADFC Bonn/Rhein-Sieg ist davon überzeugt, dass die Städte nicht mehr für Menschen, sondern nur noch für den ruhenden Verkehr und fahrende Autos funktionieren. „Wir wollen, dass die Innenstädte für Menschen gestaltet werden“, erklärt Ulvi die gemeinsame Aktion von ADFC und dem Beueler Fahrradgeschäft Kettenkraft.

Man wolle zeigen, wie sehr sogar auf einer vielbefahrenen Straße am Konrad-Adenauer-Platz der städtische Raum aufblühen könnte, wenn man nur zwei Parkplätze den Menschen zurückgäbe. „Wer die Verkehrswende und mehr Lebensqualität in den Städten will, erreicht dies nur durch eine Neuverteilung des öffentlichen Raums. Das Auto muss gerade in den Städten Raum abgeben zugunsten einer urbanen Lebensqualität, zugunsten von Radfahrern, Fußgängern und des öffentlichen Nahverkehrs.“

Mit der Aktion sollten Bürger eingeladen werden, über die Umwandlung urbaner Räume zu diskutieren. Auf der Beueler Hermannstraße oder auf der Breite Straße in der Bonner Altstadt könne man bereits sehen, so Ulvi, wie sehr die Lebensqualität in einem Viertel steigen könne, wenn man Parkplätze als Außenterrasse für Cafés oder als Treffpunkt für die Anwohner nutzt. „Ein Auto steht im Schnitt 23 Stunden herum und blockiert dabei 11,5 Quadratmeter wertvollen Raum in der Stadt“, kritisiert Ulvi.