Reparaturkurse und Schraubertreff: ADFC eröffnet neue Werkstatt in Beuel

Reparaturkurse und Schraubertreff : ADFC eröffnet neue Werkstatt in Beuel

Der Verein ADFC eröffnet eine Werkstatt in der ehemaligen Jugendverkehrsschule in Beuel. Reparaturkurse und Schraubertreff sind im neuen Angebot.

Ausnahmsweise und entgegen jeglicher Radfahrergewohnheit knallten beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) am vergangenen Samstag in der Beueler Rheinaue die Sektkorken. Der Grund: Der ADFC Bonn/Rhein-Sieg hat auf dem Areal des Skateparks am Landgrabenweg eine Fahrradwerkstatt eröffnet.

Wo Bonner früher als Schüler auf dem Gelände der ehemaligen Jugendverkehrsschule Radfahren lernten, werden künftig nicht nur Skateboards, Inliner und BMX-Räder rollen. Dem ADFC stehen dort erstmalig Räumlichkeiten für eine Werkstatt zur Verfügung. „Das ist grandios. Hier können wir zukünftig Reparaturkurse, aber auch regelmäßige Fahrradcodierungen zur Diebstahlprävention durchführen“, freute sich Felix Schoroth, Technikreferent im ADFC-Vorstand. Was bisher im „Radhaus“ an der Breite Straße untergebracht war, kommt jetzt auf die andere Rheinseite nach Beuel.

„In unserer Geschäftsstelle in der Altstadt fanden auch Reparaturkurse statt. Doch es ist sehr beengt, deshalb sind wir froh, hier in Beuel zu sein“, meinte ADFC-Vorsitzende Annette Quaedvlieg. „Insbesondere unsere Kurse speziell für Frauen sind sehr gut angekommen“, berichtete sie, „weil es immer noch Frauen gibt, die an solch einem Kurs lieber ohne Männer teilnehmen.“

Keine Konkurrenz zu Händlern

Einen Raum im Haus an der ehemaligen Jugendverkehrsschule hat der ADFC bekommen. Die anderen werden vom Verein SuBCulture, der sich schon auf den Skatepark freut, bewirtschaftet, darunter auch ein Skate-Café. Mit dem Skatepark hat der ADFC nichts zu tun. „Der ADFC will alles rund um die Fahrradtechnik abdecken“, erklärte Schoroth. Geplant sind Reparaturkurse für Frauen und für Anfänger, sowie ein monatlicher „Schraubertreff“ für erfahrene Radfahrer, die sich selber helfen können oder anderen helfen wollen. „Es soll aber kein Repair-Café und auch keine Konkurrenz zu etablierten Fahrradhändlern werden“, sagte er. „Um ein Rad komplett zu zerlegen und wieder zusammenzubauen, dafür ist das Werkzeug bereits jetzt vorhanden.“ Schoroth verwies darauf, dass es dennoch in nächster Zeit vervollständigt werden muss. Hilfe zur Selbsthilfe will er anbieten. „Geht nicht, gibt’s nicht“, ist sein Credo.

Nachdem Schoroth mit einem Velomobil, einem verkleideten Liegefahrrad, bereits die USA durchquert hat, ist jetzt sein Traum, mit Interessierten individuelle Räder zu bauen. „Dafür wäre der Winter gut geeignet“, meint er. Alle Angebote, betont Quaedvlieg noch, gelten selbstverständlich auch für die zukünftigen Nutzer vom Skatepark. Bereits jetzt vorhanden ist ein mobiles Gerät, mit dem Fahrräder codiert werden können. Herbert Dauben ist der Fachmann des ADFC, der dies an Ort und Stelle gegen einen kleinen Obolus erledigt. Man muss den Eigentumsnachweis über das Fahrrad und seinen Personalausweis mitbringen, dann kann er Räder, Akkus von E-Bikes oder Pedelecs und auch Anhänger so kennzeichnen, dass sie eindeutig identifizierbar sind. „Das geht auch bei Carbon-Rädern und ohne Datenbank im Hintergrund“, verrät er.

Der erste Kurs, den der ADFC in der Beueler Rheinaue anbieten wird, ist ein Reparaturworkshop am 22. Juli von 11 bis 14 Uhr. Am 12. August folgt ein Reparaturkurs speziell für Frauen. Weitere Kurse und eine monatliche „Schrauberwerkstatt“ sind in Planung, müssen jedoch terminlich noch festgelegt werden. Im November und Dezember sind Kurse zum Thema „Wintertauglichkeit“ geplant. Kurse werden kostenpflichtig sein, der Werkstatt-Treff nicht. Dafür soll eine Spenden-Dose aufgestellt werden.

Alle Kurse und Termine werden auf der Homepage des AFDC /www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-bonn sowie auf Facebook angekündigt.

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