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Kardinal-Frings-Gymnasium: Abitur mit Traumnote 0,79

Kardinal-Frings-Gymnasium : Abitur mit Traumnote 0,79

Johanna Firley hat am Kardinal-Frings-Gymnasium den besten Abschluss der Schulgeschichte gemacht. Ihr gelang ein Abschluss mit der Traumnote 0,79.

Ein Traum-Abi mit einem Schnitt von 0,79 hat Johanna Firley im Kardinal-Frings-Gymnasium abgelegt. Gut, offiziell ist dies ein Einser-Abi. Oberstufenkoordinator Michael Schröder konnte dem GA auf Anfrage mitteilen, dass „das Abitur von Johanna tatsächlich das beste war, seit wir am KFG eine Statistik darüber führen“. Sie habe in der Qualifikationsphase und der Abiprüfung selber von 900 möglichen Punkten 882 erreicht. In der Abiturprüfung habe sie als erste Schülerin 300 von 300 möglichen Punkten erzielt. Das bedeutet, sie hat alle vier Prüfungen mit Eins plusabgeschlossen oder anders ausgedrückt, mit 15 Punkten. 14 Punkte sind eine Eins, 15 ergeben eine Eins plus. Dadurch kommt der Schnitt von unter eins zustande.

Außer Johanna haben noch Emilia Greif und Lukas Steinmetzer mit 1,0 abgeschlossen. „In den Vorjahren hatten wir schon häufiger viele Schüler mit der Note 1,0. Im Jahr 2016 waren es sogar elf Schüler,“ ergänzt Schröder. Doch was ist Johanna für eine Schülerin? „Sie ist eine ganz normale Schülerin, die sich an der Schule extrem engagiert. Sehr angenehm vom Wesen“, berichtet Stufenleiter Matthias Schönen. „Sie war Klassensprecherin, Stufensprecherin, Schulsprecherin, immer ansprechbar, bei allen beliebt.“

Johanna hat nicht nur das „beste Abi ever“ abgelegt, sie war auch vermutlich die Jüngste, die am KFG ihr Abitur gemacht hat. Denn sie ist gerade erst 17 geworden! Gefragt, wie das möglich sei, antwortet sie: „Ich habe in der Grundschule, der Josefschule in Beuel, eine Klasse übersprungen.“ Ihr war es in der zweiten Klasse zu langweilig geworden, deshalb ist sie zum Schulhalbjahr gleich in die dritte Klasse gewechselt. „Ab da war ich wieder mit meiner Kindergartenfreundin zusammen, der Emilia.“ Die beiden Mädels marschierten dann gemeinsam durch die Schuljahre und beide legten jetzt ein Einser-Abi hin. Wie kommt ihr ungewöhnliches Abiturzeugnis zustande? „Das verstehe ich auch nicht“, meint Johanna schelmisch. Englisch und Erdkunde hatte sie als Leistungskurs, Deutsch schriftlich und Bio mündlich im Abi.

Sport ist das „schlechteste“ Fach

Ihr schlechtes Schulfach, das aber nicht für die Abibenotung zählte, war Sport. Da hatte sie „nur“ eine Eins minus. „Ich habe mir alles mit kontinuierlichem Lernen angeeignet“, gesteht sie. „Ich habe immer meine Hausaufgaben gemacht, mich immer gut vorbereitet. Aber ich hatte auch ausreichend viel Freizeit.“ Sie spielte Theater an der Schule in der „English Drama Group“, musizierte im Kammerorchester der Schule, spielt Tennis beim TC Blau Weiß Beuel, trifft sich gerne mit Freunden, geht gerne aus. Die Corona-Pandemie habe sich bei ihren Abivorbereitungen nicht negativ ausgewirkt. „Dadurch hatte ich mehr Zeit zum Lernen.“ Abiturienten mit Einser-Abi studieren meistens Medizin, meint Johanna, das sei das Naheliegendste. „Ist aber nichts für mich. Ich kann kein Blut sehen.“ Nachdem sich Pläne, ins Ausland zu gehen, zerschlagen haben, bleibt sie in Bonn. Sie möchte einen Mix aus Politik, Gesellschaftswissenschaften und Wirtschaftswissenschaften studieren. „Ich könnte mir vorstellen, später einmal für die Vereinten Nationen zu arbeiten.“

Aber vielleicht genehmige sie sich auch eine Auszeit vor dem Studium. Doch da würde sie sich nicht auf die faule Haut legen, sondern einige Praktika absolvieren, um in verschiedene Berufsfelder reinzuschnuppern. Zum Jobben, bis irgendetwas Konkretes für sie ansteht, ist sie sich auch nicht zu schade. Straßenmusik zählt hier zu ihrer bevorzugten Einnahmequelle. Mit ihrem Bruder zusammen hat sie im letzten Winter in der Bonner Innenstadt damit gutes Geld verdient.