Bonn und Rhein-Sieg-Kreis

Whiteboards ergänzen die Kreidetafel

Schiefertafel und Touchscreen gehören gleichermaßen zu modernem Unterricht: Jutta Heimann-Feldhoff und Tobias Decher tauschen ihre Erfahrungen aus.

Schiefertafel und Touchscreen gehören gleichermaßen zu modernem Unterricht: Jutta Heimann-Feldhoff und Tobias Decher tauschen ihre Erfahrungen aus.

Beuel. Zwölf Schulen aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis arbeiten an der digitalen Zukunft. Bei einem Treffen tauschten sie jetzt im Kardinal-Frings-Gymnasium ihre Erfahrungen aus.

„So ein Whiteboard ist unglaublich vielseitig“, erläuterte Tobias Decher die digitale Technik am Kardinal-Frings-Gymnasium KFG. Das Gerät, das der Lehrer vorstellte, ist fast so groß wie eine herkömmliche Schultafel, verfügt über einen Touchscreen und kann in etwa dasselbe leisten wie ein handelsüblicher Computer. „Dennoch hat die gute alte Schiefertafel keineswegs ausgedient“, ergänzte Jutta Heimann-Feldhoff während des kurzen Rundgangs durch die Schule. Bei manchen Fragen sei es einfach praktischer, wenn man einmal schnell etwas mit Kreide aufmalen oder -schreiben könne, so die Lehrerin und Medienberaterin des Kompetenz-Teams NRW.

Am Mittwochnachmittag trafen sich auf Einladung des Lehrers, der das Projekt an der Beueler Schule koordiniert, Vertreter von zwölf Bonner Schulen zum ersten Netzwerktreffen des Entwicklungsprojekts „NetzSpannung.KT“. Alle allgemeinbildenden Schulen im Rhein-Sieg-Kreis und in Bonn konnten sich in diesem Jahr zum mittlerweile vierten Mal zur Teilnahme an dem vom Land NRW geförderten Projekt bewerben: Zwölf Schulen aus Bonn und dem Kreisgebiet – drei Gymnasien, vier Gesamtschulen und fünf Grundschulen – wurden für das Projekt ausgewählt und arbeiten seit Beginn des Schuljahres an gemeinsamen Entwicklungszielen.

Die bestehen neben dem allgemeinen Erfahrungsaustausch insbesondere auch in der gemeinsamen Entwicklung von Perspektiven zur Nutzung digitaler Medien im Unterricht. Die beiden Medienberater der Kompetenzteams, neben Heimann-Feldhoff für Bonn noch ihr Kollege Wolfgang Wirtz für den Kreis, begleiten die teilnehmenden Schulen dabei während der zweijährigen Laufzeit des Projekts.

Das KFG verfügt in den Klassen- und Oberstufenräumen bereits über eine zukunftsweisende digitale Ausstattung: Ein sechsstelliger Betrag konnte nicht zuletzt dank einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Schulträger und Förderverein in die eingangs erwähnten Whiteboards aber auch in Tablet-Computer und andere Bausteine investiert werden, erläuterte Bernhard Hillen.

„Wir freuen uns daher besonders als Projektteilnehmer das erste Netzwerktreffen an unserer Schule ausrichten zu können“, so der Direktor des KFG. Mittlerweile verfügten alle Oberstufenräume über eine zukunftsweisende Ausstattung wie in der Bertolt-Brecht-Gesamtschule. Neben den Vorträgen und Präsentationen stand das Netzwerken im Zentrum des Treffens: „Das ist für mich eine willkommene Gelegenheit, mich mit Kollegen von anderen Schulen über die Erfahrungen auszutauschen, die sie mit dem Einsatz digitaler Technik im Unterricht gemacht haben“, meinte zum Beispiel Holger Semrau.

Der Lehrer unterrichtet Mathematik, Physik und Informatik an der Bertolt-Brecht-Gesamtschule und koordiniert dort auch den Einsatz der neuen Technik. Während die Schülerinnen und Schüler längst im medialen Zeitalter angekommen seien, gelte dies vielfach für Schulen noch nicht, bedauerte Heimann-Feldhoff. Das zu ändern, sei eines der Kernziele des Projekts.