Am Rheinpalais

Investor will 100-Meter-Turm in Beuel bauen

Büroturm am Bonner Bogen: Auf der Animation grenzt der 100 Meter hohe Sunnyside-Tower an die drei Bauabschnitte des Rhein-Palais.

Büroturm am Bonner Bogen: Auf der Animation grenzt der 100 Meter hohe Sunnyside-Tower an die drei Bauabschnitte des Rhein-Palais.

Beuel. Der Kölner Investor Hohr plant im Bonner Bogen einen 100 Meter hohen Büroturm. Der Stadt macht er dafür ein finanziell lukratives Angebot.

Bekommt der Bonner Bogen einen 100 Meter hohen Büroturm? Mit dieser Frage werden sich in Kürze das Bauordnungsamt der Stadt Bonn und die Politiker der Ratsgremien zu beschäftigen haben. Der Kölner Investor Ewald Hohr, der seit 2015 im Bonner Bogen das Rhein-Palais errichtet, hat Oberbürgermeister Ashok Sridharan in einem persönlichen Gespräch einen „Vorschlag zur Güte“ unterbreitet, um den seit rund zwei Jahren schwelenden Streit um Altlastensanierung zwischen ihm und der Stadt zu beenden.

Hohrs Vorschlag beinhaltet folgende Details: Er verzichtet auf die mit der Stadt vertraglich vereinbarte Altlastensanierung im Erdreich des zweiten und dritten Bauabschnitt, wodurch die Stadt nach seinen Angaben Kosten von mehr als zehn Millionen Euro einsparen kann. Im Gegenzug überlässt ihm die Stadt kostenlos das nördlich ans Rhein-Palais angrenzende Grundstück an der Ecke Joseph-Schumpeter-Allee/Carl-Duwe-Straße.

Auf dem knapp 10.000 Quadratmeter großen Areal will der Investor dann sein Hochhaus-Projekt „Rhein-Palais-Sunnyside-Tower“ im Bonner Bogen realisieren – ein Büroturm mit 25 Geschossen. Außerdem will er auf dem Gelände eine siebengruppige Kindertagesstätte für den Nachwuchs der Büroangestellten bauen.

"Gespräch mit dem OB gut verlaufen"

„Das Gespräch mit dem OB ist gut verlaufen. Herr Sridharan zeigte sich sehr interessiert. Er hat mir gesagt, ich soll eine Bauvoranfrage bei der Stadt einreichen. Das werde ich nun tun“, sagte Hohr dem GA. Auf Nachfrage teilte Sridharan am Dienstag mit: „Für das Gebiet gibt es keinen Bebauungsplan, Herr Hohr müsste also – wie er es ja wohl auch vor hat – für das Projekt einen Antrag auf Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans stellen. Über diesen beraten und entscheiden dann die politischen Gremien.“

Den Turm, der laut Hohr mehr als 80 Millionen Euro kosten würde, will er direkt im Anschluss an den dritten Bauabschnitt des Rhein-Palais hochziehen. Der Tower soll 2024 bezugsfertig sein. Zählt man die Baukosten von rund 200 Millionen Euro für das Rhein-Palais hinzu, hätte Hohr dann ungefähr 280 Millionen Euro in Bonn investiert.

Sollte die Stadt sich auf diesen Deal einlassen, was würde dann aus der Sanierung der Mülldeponie im Erdreich der ehemaligen Zementfabrik? „Statt der Sanierung durch die Stadt würden wir dann 1400 Bohrpfähle aus Beton in den Boden setzen und darauf unsere Bodenplatte für die Bürohäuser gründen“, erläutert Hohr. „Jeder Bohrpfahl wird einen Durchmesser von 90 bis 120 Zentimeter haben. Meine Architekten und Statiker haben diese Vorgehensweise schon genau berechnet und zu Papier gebracht. Wir werden die Unterlagen der Stadt zum gegebenen Zeitpunkt einreichen.“

Vorteil für beide Seiten

Nach neuesten Kalkulationen seiner Mitarbeiter könnte die Sanierung der umfangreichen Deponie inklusive der anschließenden Verdichtung des Bodens sogar bis zu 20 Millionen Euro kosten. Diese Kosten muss laut Hohr die Stadt übernehmen. Aktueller Stand der Verhandlungen ist: Die Verwaltung lässt die Kostenaufstellung von einem Gutachter prüfen.

„Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich der Stadt Bonn diesen Vorschlag unterbreite. Ich bin aber davon überzeugt, dass von meiner Idee beide Seiten nur Vorteile haben. Die Stadt würde viel Geld sparen. Und ich würde Zeit sparen und könnte endlich die Bauabschnitte zwei und drei bebauen“, sagte Hohr. Er hat zudem einen weiteren Vorteil für Bonn ausgemacht: „Das Grundstück, auf dem ich den Tower bauen will, ist für die Stadt nahezu unbrauchbar, weil im Erdboden eine Erdgasleitung liegt, die das Grundstück eigentlich unbebaubar macht.“ Sollte er das Areal von der Stadt im Tausch erhalten, würde er die geschätzt zwei Millionen Euro teure Erdgasleitung auf seine Kosten verlegen lassen.