Umbauprojekt in Beuel

Im Bunker von 1942 werden fünf exklusive Wohnungen eingerichtet

So wird der Hochbunker an der Goetheallee nach dem Umbau aussehen.

BEUEL. Seit fast 70 Jahren steht er nahezu ungenutzt an der Kreuzung Auf der Schleide/Goetheallee. Efeu und Wilder Wein ranken an ihm empor und verdecken die historischen Narben. Gemeint ist der Hochbunker in der Beueler Innenstadt. Zwei Investoren aus der Region haben das geschichtsträchtige Gebäude im Juli 2012 vom Bund gekauft und beginnen nächste Woche mit dem Umbau in ein Wohnhaus mit fünf großen Wohnungen.

Andreas Frey aus Rheinbreitbach und sein Bruder Stephan Frey aus Troisdorf haben sich an das ungewöhnliche Projekt herangewagt. Die beiden privaten Bauherren sind seit einiger Zeit auf der Suche nach ausgefallenen Gebäuden. "Der Markt ist bezüglich normaler Wohnhäuser fast gesättigt. Markante Gebäude sind da interessanter", sagte Stephan Frey in einem Gespräch mit dem GA.

Der Umbau des Hochbunkers hat seine eigenen Spielregeln: Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und besteht komplett aus Beton. Nach intensiven Verhandlungen mit der Unteren Denkmalbehörde erteilte die Stadt Bonn den beiden Investoren eine Baugenehmigung.

"Die Auflagen, die wir für die Umgestaltung erhalten haben, sind aufwendig und kostspielig", erklärte Stephan Frey. So wird eine Spezialfirma aus Berlin den meterdicken Beton aufschlitzen, damit Fenster eingebaut werden können. Auch Efeu, Wilder Wein, der Bruchsteinsockel und das Dach müssen erhalten werden. Das 15 Meter hohe Gebäude wird von außen optisch aufgewertet, aber nicht markant verändert werden.

Hingegen können im Inneren des Bunkers die Investoren ihren Ideen freien Lauf lassen. Eines der beiden Treppenhäuser wird für den Einbau eines Aufzugs geopfert. Das künftige Wohnhaus soll auch barrierefrei gestaltet werden. "Wir bauen nur fünf Wohnungen in die vier Etagen plus Dachgeschoss, weil wir großzügige bis zu 150 Quadratmeter große Loft-Wohnungen anbieten wollen", so Frey, der alle Wohnungen vermieten will.

Ende des Jahres soll der Umbau abgeschlossen sein. Parkplätze werden oberirdisch südlich vom Bunker gebaut. Die Freifläche rund um den Betonbau soll mit Hecken, Büschen und Beeten aufgewertet werden. Zu den Investitionskosten wollte Stephan Frey keine Angaben machen.