Beueler Schiffer-Verein

Bronzetafel erinnert an die Fährgerechtsame

Die neue Bronzetafel „entziffern“ (v. l.) Jürgen Nimptsch, Reiner Burgunder, Claus Werner Müller, Günter und Uta Schmitz.

Die neue Bronzetafel „entziffern“ (v. l.) Jürgen Nimptsch, Reiner Burgunder, Claus Werner Müller, Günter und Uta Schmitz.

Beuel. Seit Sonntag prangt eine neue Bronzetafel am Beueler Rheinufer. Das Ausscheiden der Eheleute Uta und Günter Schmitz nach ungefähr 50 Jahren aus dem aktiven Dienst auf der Fähre „Rheinnixe“ nahm der Schiffer-Verein zum Anlass, die Gäste am Beueler Rheinufer über das Thema „Fährgerechtsame“ in Form eines aufgeschlagenen Bronzebuchs zu informieren.

„Der Vorstand hatte beschlossen“, berichtet Käpt‘n Reiner Burgunder, „mit einer weiteren Bronzetafel das Beueler Rheinufer noch attraktiver zu gestalten“. Gleichzeitig möchte der Verein den „Fähr-Schmitzens“, so Burgunder, für ihre jahrelange, zuverlässige Tätigkeit danken. „Insgesamt“, so der Käpt’n, „wurden hier fünf Generationen Burgunder von Ihnen hin- und hergefahren“.

Immer wenn am Beueler Rheinufer Dudelsackmusik zu hören ist, dann ist der Schiffer-Verein nicht weit. Von der Nepomukstatue zum Fähranleger der „Rheinnixe“, dem aktuellen Bötchen der Fährleute Schmitz, zog der Verein, angeführt vom Dudelsackspieler Martin Fischer. Mit in ihrem Zug brachten sie auf einem Schürreskarren zwei jeweils 60 kg schwere Bronzetafeln in Form von Buchseiten mit, die der Metallbildner Attila Muranyi entworfen hat. Norbert Schloßmacher, Leiter des Bonner Stadtarchivs, hat mitgeholfen, einen kurzen und informativen Text für die rechte Seite des Bronzebuches zu finden.

In einem kurzen historischen Abriss ist die Geschichte des Fährgerechtsamen bis in die heutige Zeit, bis zu Uta und Günter Schmitz zu lesen. Auf der linken Seite des Buches sind die Silhouetten der Rheinfähren „Beethoven“, „Rheintreue“, „Rheinperle“ sowie der „Rheinnixe“ abgebildet.

Das ‚aufgeschlagene‘ Buch liegt jetzt auf einem Lesepult aus Basalt, das von Steinmetz Michael Naundorf geschaffen worden ist. „Und Beuel wäre nicht Beuel, wenn das THW unter der Leitung des Ortsbeauftragten Michael Thielges nicht die Bodenaushubarbeiten geleistet hätte“, berichtet Claus Werner Müller vom Schiffer-Verein.

„An diesem wunderschönen Sonntag sind wir hiergekommen“, sagte Burgunder in seiner Ansprache, „um euch, liebe Ute und Günter Schmitz, in euren wohlverdienten Ruhestand zu verabschieden“. Und Ex-OB Jürgen Nimptsch sagte: „Mit der Rheinüberquerung haben sie uns täglich ein kurzes Urlaubsgefühl beschert. Wir werden euch vermissen“. Nicht gesagt hat er, dass er so oft wie möglich auf dem Weg ins Rathaus diese Fähre benutzt hat.

Zum Abschluss des kleinen Festaktes wurden „Schiffertröpfchen“ gereicht und man ließ sich von den Fährleuten Schmitz oder deren Kindern noch einmal über den stolzen Fluss schippern.