Maarstraße in Bonn

Anschluss an die A59 in Beuel nicht vor 2025 fertig

Die A 59 in Richtung Königswinter: Die Anschlussstelle Pützchen an der Siegburger Straße müsste geschlossen werden, wenn der Maarstraßen-Anschluss kommt.

Die A 59 in Richtung Königswinter: Die Anschlussstelle Pützchen an der Siegburger Straße müsste geschlossen werden, wenn der Maarstraßen-Anschluss kommt.

Beuel. Der Maarstraßen-Anschluss ist nicht vor 2025 fertig. Das teilt jetzt der Landesbetrieb Straßen NRW mit und nennt umfangreiche Zusatzaufgaben als Grund für die erneute Verzögerung.

Die Bauarbeiten für die seit 50 Jahren in der Diskussion stehende A59-Anschlussstelle Maarstraße werden doch nicht 2020 beginnen. Das bestätigte Helmut Frings, der beim Landesbetrieb Straßen NRW für die Bonner Autobahnen zuständige Projektgruppenleiter. Frühestens 2021 könnten die Baumaschinen anrollen und den Vollanschluss errichten. Die Bauzeit soll mindestens dreieinhalb Jahre dauern, weil der Maarstraßen-Anschluss Teil des sechsspurigen A59-Ausbaus zwischen dem Autobahndreieck Bonn-Nordost und dem Autobahnkreuz Bonn-Ost ist. Mit der Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist nicht vor 2025 zu rechnen.

Als Grund für die erneute Verzögerung nennt Frings die umfangreichen Zusatzarbeiten, die sich aus dem sogenannten Deckblattverfahren ergeben haben. Will heißen: Dass für den Bau des Maarstraßen-Anschlusses erforderliche Anhörungsverfahren hat aufgrund der Einwände von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange eine Überarbeitung der Planunterlagen erforderlich gemacht. „Diese Bedenken und Anregungen waren so umfangreich, dass wir bei einigen Detailfragen neue Überlegungen anstellen mussten“, sagte Frings. Als Beispiele nannte er Veränderungen beim Ausgleichskonzept für die anstehenden Eingriffe in die Natur und eine geforderte Überarbeitung des Radverkehrsnetzes abseits der Autobahn.

Außerdem muss der Landesbetrieb wegen des neuen „Fahrplans“ die Verkehrsprognosen bis 2030 für diesen Autobahnabschnitt anpassen – und zwar sowohl für die zu erwartende Lärmschutz- als auch für die Schadstoffbelastung. Ende Juni will der Landesbetrieb das Deckblatt der Bezirksregierung Köln zur Genehmigung vorlegen. In der zweiten Jahreshälfte 2019 findet dann in Köln die abschließende Erörterung der Unterlagen statt. Für Anfang 2020 rechnet Frings mit dem Planfeststellungsbeschluss.

„Wenn der Beschluss dann Rechtskraft erlangt hat, beginnen wir mit der Ausführungsplanung. Das ist die Feinplanung für das Bauvorhaben. Dafür benötigen wir rund ein Jahr. Wenn alles reibungslos verläuft, könnten wir im Laufe des Jahres 2021 mit den Bauarbeiten starten“, sagte Frings. Gefragt nach den Baukosten, antwortete der Projektplaner: „Bislang sind wir von 35 Millionen Euro ausgegangen – und zwar für die Anschlussstelle und die Autobahnverbreiterung. Da aber seit der letzten Berechnung schon viel Zeit vergangen ist, müssen wir die Baukosten noch anpassen.“

Frings sagte zu, dass der Ausbau der A59 – sechs Fahrstreifen plus eine Standspur pro Fahrtrichtung – unter vollem Betrieb stattfinden wird: „Die Fahrspuren werden zwar deutlich schmaler sein, aber aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens auf der A59 wollen wir auch während der Bauphase drei Spuren pro Fahrtrichtung anbieten.“ Auf die Frage, ob er davon ausgeht, dass dieser Zeitplan jetzt eingehalten werden kann, sagte er: „Diese Baustelle muss natürlich zeitlich in die gesamte Ausbauplanung für das Bonner Autobahnnetz passen. Dazu kann man heute noch keine definitive Aussage machen. Der Ausbau der Bonner Autobahnen und die geplanten Brückensanierungen werden insgesamt zwischen 15 und 20 Jahre dauern.“