Linie 66 in Beuel

Alter Friedhof steht der Bahn im Weg

Die Grabstellen hinter der Friedhofsmauer müssten für den Bau eines eigenen Bahnkörpers der Linie 66 weichen.

Die Grabstellen hinter der Friedhofsmauer müssten für den Bau eines eigenen Bahnkörpers der Linie 66 weichen.

Beuel. Durch hohes Verkehrsaufkommen auf der Sankt Augustiner Straße hat die Stadtbahnlinie 66 immer wieder Verspätung. Das Ziel in diesem Bereich ist deshalb eine eigene Trasse. Doch dafür steht der Alte Friedhof im Weg.

Die Stadtbahnlinie 66 fährt nahezu in ganz Beuel auf einem eigenen Bahnkörper – bis auf einen rund 250 Meter langen Abschnitt auf der B 56 in Höhe der Combahnstraße. Dort macht die Bahn einen Schlenker, die Schienen ragen in die Fahrbahn für den Autoverkehr.

Verkehrsplanern ist dieser Streckenbereich schon lange ein Dorn im Auge. „Aufgrund des vorhandenen Querschnitts ist eine Trennung der Gleise vom Individualverkehr nicht möglich, da die hierfür erforderliche Fahrstreifenbreite von mindestens 2,75 Metern nicht durchgängig gewährleistet wäre“, hat die Verwaltung bereits 2015 im Planungsausschuss mitgeteilt.

Einfach lässt sich die Verkehrssituation an dieser Stelle offenbar nicht entschärfen: Auf der einen Seite säumt eine geschlossene Bebauung den Fahrbahnrand, auf der anderen Seite steht die Mauer des Friedhofs von St. Josef einem Ausbau im Wege. Jetzt hat Bezirksbürgermeister Guido Déus (CDU) die Diskussion zur Beseitigung dieses Engpasses erneut angefacht. „Es wäre ein bedeutender Schritt für die Förderung der ÖPNV-Verkehrstrasse zwischen Bonn und Siegburg, die einzige Schwachstelle zu beseitigen, wo der Stadtbahn eine eigene Spur fehlt“, stellt er auf GA-Anfrage fest.

Grabstellen müssten verlegt werden

Dabei wäre die Versetzung der Friedhofsmauer die einfachere Lösung. „Wir sind zu Gesprächen bereit“, erklärt Michael Kranz, geschäftsführender Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Josef. „Allerdings muss das Thema behutsam und sehr sensibel behandelt werden.“ Denn hinter der Ziegelmauer zur Sankt Augustiner Straße hin befinden sich Grabstellen. „Die müssten dafür verlegt werden. Dass würden wir erst einmal mit den Angehörigen besprechen“, so Kranz. „Wir sperren uns nicht, aber wir wollen die Diskussion in Ruhe führen“, ergänzt der Sprecher der Kirchengemeinde.

Zwar gibt es bisher keine Machbarkeitsstudie, aber „das Stadtplanungsamt hat Planskizzen zu mehreren Varianten erarbeitet“, stellt Stefanie Zießnitz vom Presseamt der Stadt fest. „Bei den Überlegungen wurde die Verkleinerung der Friedhofsfläche und der Erwerb der Grundstücke zwischen den Einmündungen Kreuzstraße und Combahnstraße als Grundlage vorausgesetzt. Weitere Planungsschritte sind bisher nicht erfolgt. Ebenso gibt es noch keinen Zeitplan zur Umsetzung“, ergänzt sie auf GA-Anfrage.

Um zukünftig zu vermeiden, dass die Linie 66 morgens Richtung Bonn und nachmittags Richtung Siegburg mit dem Individualverkehr im Stau steht, sei bei den Planungen ein eigener Bahnkörper vorgesehen. „Hierdurch würde die Linie 66 enorm beschleunigt und zusätzlich die Sicherheit erhöht“, so Zießnitz.