Arbeiterwohlfahrt Beuel: 7000 Essen in einem Jahr

Arbeiterwohlfahrt Beuel : 7000 Essen in einem Jahr

365 Tage im Jahr, sieben Tage die Woche, rund 7000 Menüs. "Auch Weihnachten und Ostern sind wir im Einsatz. Die Leute verlassen sich auf uns und freuen sich, wenn wir klingeln", sagt Manfred Hanke.

Der 63-Jährige ist einer von derzeit zehn ehrenamtlichen Fahrern des Menüdienstes "Essen auf Rädern" der Arbeiterwohlfahrt in Beuel (Awo). Seit 44 Jahren liefert die Awo Beuel warme Mahlzeiten an Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen das Haus nicht verlassen können, wie etwa Behinderte, Senioren oder Kranke.

Die derzeit rund 35 Kunden erhalten einen Plan mit monatlich wechselnden Menüs, aus denen sie sich ihre Speisen auswählen können. Auf dem Speiseplan stehen Normalkost sowie Diabetiker- und Schonkost. "Es handelt sich dabei um Tiefkühlfrischkost, die wir hier bei der Awo zubereiten und die dann jeweils in einer Thermobox mit einem separaten Nachtisch geliefert wird", sagt Kurt Berger, Leiter des Stadtteilzentrums "Ohm-Thiebes-Haus" an der Neustraße.

Die zehn Fahrer - darunter ist auch eine Ehepaar, das meistens am Sonntag im Einsatz ist - sind in der Regel Rentner und Pensionäre, so auch Hanke, der Beamter in Altersteilzeit ist. "Ich habe eine sinnvolle soziale Tätigkeit für den Ruhestand gesucht", sagt Hanke. Viele Berufstätige würden sich nicht rechtzeitig mit dem Leben nach dem Job beschäftigen und fielen oftmals in ein tiefes Loch.

"Das wollte ich auf keinen Fall erleben und habe mich rechtzeitig umgesehen. Dabei liegt mir die Awo mit ihrer traditionell sozialdemokratischen Orientierung sehr am Herzen", sagt Hanke. Für ihn seien gelebte Werte wie Solidarität, Toleranz, Gleichheit und Gerechtigkeit wichtig.

"Wir sind kein Pizzabringdienst, sondern wir kümmern uns um die Leute. Hören ihnen zu und helfen, wo es geht", sagt der Beueler. Da komme es schon einmal vor, dass ein Kunde seinen neuen Rollstuhl vorführen möchte oder eine Seniorin ihre schönsten Katzengeschichten zum Besten gibt. "Die Leute warten auf uns und freuen sich, wenn wir ein bisschen Zeit für sie haben. Die Tätigkeit ist für mich meine soziale Oase", sagt Hanke.

"Die Fahrer sind für uns aber auch ganz wichtige Hinweisgeber. Sie informieren uns, wenn es körperliche oder seelische Probleme bei einem Kunden gibt. So haben wir die Möglichkeit, einmal genau hinzusehen und unsere Hilfe anzubieten", sagt Bea Boslak, Sozialberaterin bei der Awo Beuel.

"Um unseren Service zuverlässig anbieten zu können, brauchen wir einen sicheren Fahrerpool, deshalb benötigen wir immer Verstärkung: Derzeit suchen wir Menschen, die sich in ihrer Freizeit für andere engagieren möchten", sagt Berger. "Viele der Menschen, die den Menüdienst in Anspruch nehmen, leben alleine, oft ist der Besuch der ehrenamtlichen Fahrer der einzige Kontakt, den sie am Tag erhalten", berichtet der Leiter des Stadtteilzentrums.

Die Fahrer können sich ihren Einsatz flexibel einteilen, sie sind auf Wunsch wöchentlich oder alle zwei Wochen in Beuel unterwegs. Los geht es um 9.30 Uhr, das Auto stellt die Awo. "Die Route zwischen Schwarzrheindorf und Oberkassel dauert rund zweieinhalb Stunden, je nachdem, wie viel Zeit wir bei den Leuten verbringen", sagt Hanke. Auch Fahreinsätze zu zweit oder nur als Beifahrer sind möglich.

Für weitere Infos ist Kurt Berger unter Tel. 0228/47 16 87 oder per E-Mail an info@awo-beuel.de zu erreichen.